Reise ins Wuppertal und in eine Kindheit der 1950er Jahre aus Sicht des kleinen Josef. 🚟
Josef und seine Eltern ziehen in der Nachkriegszeit der 1950er Jahre von Köln nach Wuppertal, um Josef einen schulischen Neuanfang zu ermöglichen. Denn Josef ist besonders. Er hat ein außergewöhnlich musikalisches Talent und ein gutes musikalisches Gedächtnis. Er hört Melodien in alltäglichen Dingen und spielt seit frühester Kindheit virtuos Klavier. Außerdem klingt ein unausgesprochener Autismus mit, der sich in seinem Verhalten und seinen Gedankengängen zeigt. Diese Besonderheiten lassen ihn zur Zielscheibe von Hohn und Spott der Mitschüler werden. In Wuppertal hofft die Familie auf einen Neuanfang und Josef soll versuchen, keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, damit erneute Repressalien vermieden werden. Er knüpft schnell Freundschaft zu einem Mädchen aus der Nachbarschaft, die ihn akzeptiert wie er ist und die zu ihm hält. Die Geschichte wird aus Josefs Sicht erzählt und ich fand seine manchmal kindlich naiven aber dennoch nicht unintelligenten Gedanken des Jungen ganz interessant und berührend. Außerdem ist der liebevolle Zusammenhalt der Familie und die tiefe Freundschaft zwischen ihm und dem Mädchen namens Mücke beim Lesen deutlich zu spüren. Ich mochte auch den Wuppertaler Lokalkolorit, den der Autor in die Geschichte gewebt hat. Vor allem deshalb, weil ich Wuppertal gut kenne. "Schwebebahnen" ist ein ruhiges, unaufgeregtes Buch mit einem poetischen aber sehr kryptischen Ende, das mich ratlos und verwirrt zurückgelassen hat. Trotzdem empfehle ich es weiter, da das Buch insgesamt lesenswert war.





