Das Buch an sich fand ich gut, es waren einige tolle Aussagen drin, die ich mir markiert habe. Mein Highlight war aber "Der Drachenhort" zum Ende des Buches! Solche Texte kannte ich bis dahin nicht und es hat mir riesen Spaß gemacht!
Traurigschön, klug, subtil.
Die Supermarktschlange sprach 7 Sprachen
Ich wäre gerne Teil der Emmertsgrunder ARAL-Jugend gewesen.
Intelligent, berührend und sehr besonders – fast 5 Sterne, weil es lange nachhallt.
„Herkunft“ hat mir sehr gut gefallen und war für mich ein Buch, das viel zum Nachdenken anregt. Auch wenn es keine vollen 5 Sterne geworden sind, war ich sehr nah dran. Besonders beeindruckt hat mich die Art, wie persönliche Geschichte, Erinnerung und Identität miteinander verbunden werden. Das Buch wirkt sehr ehrlich und gleichzeitig literarisch stark, ohne dabei schwer zugänglich zu sein. Ich fand es sehr interessant, über Herkunft, Heimat und das eigene Leben nachzudenken – Themen, die hier auf eine sehr besondere und individuelle Weise erzählt werden. Insgesamt ein sehr kluges und bewegendes Buch, das mich nachhaltig beschäftigt hat und mir lange im Kopf geblieben ist.

Ich kann mich vielen anderen nur anschließen. Die ersten 50-60 Seiten empfand ich als stilistische Hürde. Dann geht es jedoch über in die Erzählungen von Flucht, einer analoger Jugend und der Reise in die Herkunft. Diese sind witzig, skurril und mitunter auch tragisch. Dabei aber gut so gut beschrieben, dass ich das Gefühl hatte am Balkan zu sein, obwohl ich noch nie da war. Die letzten Seiten haben mitten in mein nerdiges Herz getroffen.
Authentisch und humorvoll
Saša Stanišić beschäftigt sich in einem autofiktionalen Text sehr einfühlsam und reflektiert mit den Fragen: Was ist Herkunft? Wie funktioniert Erinnerung? Sein Stil dabei ist humorvoll, anekdotenhaft und zieht die Leser:innen sofort in seinen Bann. Es fällt leicht sich in die Situationen und Charaktere hineinzudenken, wodurch das Buch auch sehr berührend zu lesen ist. Kindheitserinnerungen vermischen sich mit Migrationserfahrung und Jugoslawien-Nostalgie, wobei sich der Autor immer auf einem feinen Grat zwischen Ironie und Ernst bewegt und uns nie ganz vergessen lässt, dass der Blick in die Vergangenheit so manches verfälscht und verklärt. Die reflektierte Auseinandersetzung mit dem Erinnern als kulturelle und persönliche Praxis ergibt sich nicht zuletzt aus der Beziehung des Autors zu seiner an Demenz erkrankten Großmutter, die ein zentrale Rolle spielt. Besonders beeindruckt hat mich das Ende – ein literarisches Experiment, bei dem der:die Lesende aktiv miteingebunden wird und die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie/Legende verschwimmen. Mehr will ich hier aber gar nicht verraten … Lest das Buch selbst. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis! PS: Ich habe teilweise auch das vom Saša Stanišić selbst eingesprochene Hörbuch dazu gehört und kann es ebenfalls sehr empfehlen – wirkt super authentisch und sympathisch!
Anstrengend
Mit dem Gewinner des Deutschen Buchpreises 2019 habe ich mich eher schwer getan. Es geht um die Frage, was Herkunft bedeutet anhand der eigenen Migrationschichte des Autors. Gerade die ersten 60 Seiten waren sehr herausfordernd, ich stand kurz vorm Abbruch. Zwischendurch ist es sehr poetisch, aber ich habe schon Bücher mit dem Thema gelesen, die mich mehr überzeugt haben.
Seine Erzählungen sind mir etwas zu sprunghaft. Eine klarere Struktur/Chronologie würde meinen Lesefluss erhöhen.
Liebevolle Autobiografie
Ein autobiografisches Buch über Heimat, Flucht und Familie. Ich hatte am Anfang Schwierigkeiten, dran zu bleiben, aber es hat sich definitiv gelohnt.
Stark angefangen - gegen Ende konnte es mich nicht mehr mitreißen…
Was für ein großartiges Buch - ich liebe alles und das Ende noch mehr.
Toller Schreibstil, toller Inhalt
Der Schreibstil war für mich am Anfang recht ungewöhnlich, aber nach einer Zeit war es genau das, was mir am Buch am besten gefallen hat. Sobald man den Dreh raushat liest sich das Buch super leicht und ist sehr interessant.

Großartig! Sowohl die Sprache als auch das Thema und ganz besonders das Ende.
Ich fand es ganz großes Kino. Der spielerische Umgang mit Wörtern hat mir so viel Freude bereitet. Über das Ende will ich nicht zu viel verraten, nur so viel: Ich habe es bei den Lustigen Taschenbüchern geliebt und mich so gefreut! Ich habe daa Buch im Kroatien Urlaub gelesen während ich die Eltern meines Partners besucht habe. Es hätte nicht passender sein können und hat mir noch mal eine andere, eine nicht kroatische Sicht des Krieges aufgezeigt. Damit wurde der Tag der Unabhängigkeit hier noch mal anders. Das Buch war Grund mehr Dinge zu hinterfragen und dafür bin ich sehr dankbar. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig zu sehen wohin es geführt hat auf Andersartig sein zu beharren.
Kein typischer Roman - stellenweise hat er mich wirklich gepackt, ich mag auch das Thema sehr. Aber sehr holprig für mich zu lesen, durch die Zeitsprünge und historischen Referenzen aus dem Nichts...
Saša Stanišić schreibt, wie ich es gerne können würde. Knackig kurze Sätze, die trotzdem voller emotionaler Schnörkel sind. Und er erzählt eine wichtige Geschichte. Ich hatte ziemlich lange das Gefühl, dass mich das Buch nicht erreicht. Dass mein Verhältnis zu Heimat und Familie viel zu schwierig ist, dass ich schon zu viele Geschichten über Migration gehört habe. Aber, was soll ich sagen, ich lag falsch.

Wow
Das war mal was ganz anders und besonderes. Anfänglich hatte ich mit der Art wie der Autor Anekdoten erzählt und von hier nach da springt so meine Probleme, doch Recht schnell habe ich mich gut zurecht gefunden und bin absolut fasziniert davon wie staniśic von der Tücke der Herkunft erzählt. Wie er versucht anhand seines eigenen Erlebens eine Verbindung zu schaffen. Es ist ein wichtiges und poetisches Buch! Ein Buch das zur heutigen Zeit vom absolut jedem gelesen werden sollte. Denn es ist so immens wichtig das solche stimmen gehört werden. Den es ist nicht nur die Lebensrealität vom Staniśic sondern von so vielen Geflüchteten!

Das Buch ist auf seine Art etwas Besonderes, eine Mischung aus Autobiographie und Roman. Es geht um Herkunft, Identität, Verluste und Familie. So ein Buch hab ich tatsächlich bisher nicht gelesen gehabt. Tragik und Komik vermischen sich hier sehr stark. Sehr einfallsreich und kreativ, allerdings hat es meinen Geschmack nicht wirklich getroffen.
Saša Stanišićs Herkunft ist ein beeindruckend vielschichtiger Roman, der mit seinem ungewöhnlichen erzählerischen Aufbau – zwischen Erinnerungsfragmenten und essayistischen Einschüben – fasziniert.
Seine poetische Sprache trifft genau den Ton zwischen Nostalgie, Humor und melancholischer Tiefe . Besonders berührend sind die Passagen über die demenzkranke Großmutter, die Stanišićs innere Auseinandersetzung mit Heimat und Verlust symbolisieren . Die Mischung aus persönlichen Erlebnissen im Jugoslawienkrieg und dem Ankommen in Deutschland ist fesselnd, auch wenn manche Übergänge etwas sprunghaft wirken. Insgesamt ein kraftvoller, reflektierter Roman über Identität und Zugehörigkeit – verdient 4 von 5 Sternen.
Es gibt schöne, lustige, traurige und nachdenklich machende Stellen in dem Buch. Aber die Schreibweise, die der Autor genutzt hat, nervt einfach nur. Keine chronologische Schreibweise. Springt oft zwischen Zeiten und Geschehnissen hin und her und fantasiert öfters und stellt erst später die richtigen Geschehnisse klar - wenn überhaupt.
Chaotisch
Saša Stanišić erzählt von Flucht, Familie und Identität, von Großmüttern und Sprachen, von Erinnerungen und deren Brüchigkeit. Doch gerade diese Form, das Fragmentarische, das assoziative Springen zwischen Zeiten und Orten, machte es mir schwer, einen Zugang zu finden. Die kurzen Kapitel und knappen Sätze wirken gewollt poetisch, bleiben aber oft an der Oberfläche. Statt eines erzählerischen Flusses entsteht ein ständiges Stocken, das mit der Zeit ermüdet. Einzelne Szenen sind berührend, aber sie verlieren sich im Zersplitterten. Am Ende blieb bei mir kein Gefühl von Tiefe, sondern eher ein unverbundenes Nebeneinander von Episoden. Ich habe das Buch kurz vor Ende abgebrochen – nicht, weil es belanglos wäre, sondern weil es mich formal nicht mitgenommen hat. Herkunft ist sicher ein bedeutsames Buch für viele – für mich war es vor allem ein verpasstes Gespräch.
Ich kann sehr gut nachvollziehen, wieso das Buch den deutschen Buchpreis 2019 bekommen hat und wieso es für viele als großartig empfunden wird. Das Thema in diesem Buch ist momentan, besonders im Hinblick auf die Flüchtlingskrise hochaktuell. Nach nur wenigen Seiten war ich fasziniert. Allerdings hatte ich mit dem sehr eigenen und innovativen Schreibstil des Autors etwas zu kämpfen. Saša Stanišić beschreibt fast schon autobiographisch in Zeitabständen immer wieder seine eigenen Geschichten. Wie es ist, wenn man nicht genau weiß, woher man kommt, wohin man gehört. Man lernt so die jugoslawische Sprache kennen, die Familie Stanišić´und die Probleme, die sie hatten ihrer Herkunft Wegen. Der Leser bekommt Einblicke in den Diskurs über Herkunft, Flucht und Immigration. Man wird als Leser automatisch für dieses Thema sensibilisiert. Man bekommt mit, wie all diese Themen mit den Themen Identität, Rassismus, Vorurteile und Ausgrenzung zusammenhängen. Ein durcheinander der Gefühle meinerseits. Ich war so betroffen, so emotional, als ich all diese Dinge gelesen habe. Selten konnte ich mich so gut in einen Protagonisten hineinversetzen und mitfühlen, wie in diesem Buch. Das Schlimme dabei ist, dass es keine Fiktion ist, es ist echt und genau so passiert. Saša Stanišić redet von seinen eigenen Empfindungen, seinen eigenen Gefühlen und Erlebnissen. Das hat mich schlichtweg beeindruckt. Kommen wir aber zu meiner Kritik, die für mich leider all das Positive an dem Buch abgewertet hat. Der eigentlich sehr individuelle und innovative Schreibstil ist für viele das Besondere an diesem Buch. Ich persönlich konnte mich bis zuletzt nicht mit dem eigensinnigen Schreibstil und die Aneinanderreihung von verschiedenen kurzen und manchmal sinnlosen Wörtern anfreunden. Der Schreibstil ist unvergleichlich, keine Frage, aber ich glaube es ist wieder etwas, was man entweder sehr mag oder eben gar nicht mag. Bei mir war es leider Letzteres. Inhalt und Struktur passen wirklich gut zusammen. Denn genau so, wie Stanišić seine Lebensgeschichte durcheinander und fast schon ohne Ordnung zu einem literarischen Werk projiziert hat, passten auch seine wirre Aneinanderreihung von Wörtern, die kurzen Sätze und extrem kurzen Kapitel dazu. Eigentlich ist es schon ein Meisterwerk, sehr innovativ eben, aber eben nicht das, was ich gerne lese bzw. womit ich meine Schwierigkeiten hatte. Von mir gibt es deswegen 3 Sterne. Ich spreche diesem Buch aber definitiv eine Empfehlung aus, weil es thematisch und inhaltlich überragend ist. Stilistisch und sprachlich war es aber nicht mein Fall. Überzeugt euch selbst, ob ich mit diesem Schreibstil klar kommt. Ich bin letztendlich aber sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben, denn es hat mir viel gegeben!
Anders
Nun ja, eine kühne Aneinanderreihung von Erinnerungen, Geschichten und Erzählung. Ja, Herkunft ist ein Thema, mehr noch aber was jede Herkunft und den folgenden Werdegang so einzigartig macht. Aber das Ende - endlich mal wieder so ein Ende.
Großartiges Buch mit einer kraftvollen, ausdrucksstarken und faszinierenden Sprache. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite gepackt. Wie berührend er die Geschichte seiner Familie erzählt, allen voran die seiner Großmutter. Und eine Geschichte über Heimat, Heimatlosigkeit, Verlust, Krieg und Einsamkeit. Aber auch über Zuversicht, Zusammenhalt und Zukunft. Ich liebe die ARAL-Freunde! Das Ende ist „speziell“, wenn auch passend zum Roman! Eine absolute Empfehlung!
Liebe-, kunst- und humorvoll erzählt der Autor von seiner Herkunft (dem ehemaligen Jugoslawien) und verwebt dabei mehrere Zeitebenen miteinander. Ein paar wenige Längen gibt es, die man aber gut überwinden kann. Zum Ende hin sehr ergreifend! Beeindruckend vor allem, wie virtuos und souverän Stanišić in der erlernten Sprache erzählt. Absolute Leseempfehlung!

Das Buch fand ich richtig toll. Es war schön, traurig und lustig zugleich. Der Schreibstil war gezeichnet durch viele Gedanken- und Zeitsprüngen, was mir allerdings gut gefallen hat.
Gute Story - ich kam aber nicht rein
An sich ein tolles Buch, dass in seinem Erzählstrang stringent ist und eine Zärtlichkeit und Tiefe mitbringt - mich aber nicht gecatched hat und ich nicht reinkam und sehr lang zum Lesen gebraucht habe. Trotzdem okay!
"Herkunft" von Saša Stanišić ist ein faszinierendes Werk, das autobiografische Elemente mit Fiktion und poetischen Reflexionen verbindet. Der Roman, der 2019 den Deutschen Buchpreis gewann, erzählt die Geschichte von Stanišićs Flucht aus dem vom Krieg zerrissenen Jugoslawien und seiner Ankunft in Deutschland. Stanišićs Schreibstil ist sowohl poetisch als auch detailreich, was den Einstieg in das Buch für manche Leser etwas schwierig machen kann. Die ersten 50 Seiten sind besonders herausfordernd, da die Sprache manchmal überladen wirkt und der Lesefluss dadurch holprig wird. Dennoch lohnt es sich, dranzubleiben, denn das Buch entfaltet nach und nach seine ganze Tiefe und Schönheit. Ein zentrales Thema des Buches ist die Frage nach der Herkunft und Identität. Stanišić füllt biografische Lücken mit Fantasie und schafft so eine interaktive Abenteuerreise für die Leser. Besonders beeindruckend ist, wie er persönliche Erinnerungen und historische Ereignisse miteinander verwebt, um die Komplexität von Heimat und Identität zu erforschen. Insgesamt ist "Herkunft" ein bewegendes und tiefgründiges Werk, das durch seine Mischung aus Realität und Fiktion besticht. Es fordert die Leser heraus, über ihre eigene Herkunft und Identität nachzudenken und bietet gleichzeitig eine berührende Geschichte über Verlust, Anpassung und die Suche nach einem neuen Zuhause.
Der Buchpreis wurde definitiv an das das richtige Buch verliehen. So nah und so schön - so traurig und so wahr. Ein wundervolles Buch, welches das Leben vieler Menschen beschreibt. Bei einigen mehr, bei einigen weniger. Nationalismus, Separatismus - Identität & Herkunft. Ein Einblick in Seelen vieler Freunde, Nachbarn, Kollegen und Mitmenschen. Ich habe es geliebt und kann es nur empfehlen 🙏
Als der Krieg im ehemaligen Jugoslawien tobte, war ich noch ein Kind. Als er zu Ende ging, ebenfalls. Damals verstand ich nicht, wieso viele meiner Freunde plötzlich wegzogen und auch nicht, wohin. Unterdessen habe ich viele Bücher über Kriege und Flüchtingsschicksale gelesen, aber einen Titel über eben jenes Thema, mit dem ich über diverse Freundschaften indirekt in Kontakt gekommen bin? Fehlanzeige. Dank der Verleihung des Deutschen Buchpreises an Saša Stanišić rückte das Buch und auch das Thema wieder in meinen Fokus. Und ich bin sehr froh darum. Der Autor verbindet das Schicksal seiner Familie und das Leben als Neuangekomme in Deutschland auf eine fast schon verzaubernde Art und Weise. Wir erfahren die Geschichte der Grossmutter, aber auch jenes von Saša selbst, der mich übrigens dermassen beeindruckt hat damit, dass er sich eine Fremdsprache so angeeignet hat, dass er sie besser beherrscht als mancher Landsmann (oder -frau). Ja, Stanišićs Schreibstil überzeugt und so kann ich die Entscheidung der Jury nur begrüssen. Das Thema passt, das aktuell und doch vergessen ist, und auch das sprachliche Niveau entspricht dem, was ich von einem Preisträger des Deutschen Buchpreises erwarte. Dabei weist Stanišić jedoch nicht die Blasiertheit auf, derer sich hohe Literaten oft bedienen, sondern schreibt glatt, geschmeidig, warm. Eine wirklich gutes und gelungenes Urteil. Herzlichen Glückwunsch, Herr Stanišić, machen Sie weiter so.
Ein Buch, dass dich still und heimlich einnimmt
Anfangs fiel es mir schwer, in die Erzählwelt von Herkunft einzutauchen. Das Buch ist keine packende Lektüre im herkömmlichen Sinne – und das will es auch nicht sein. Stattdessen lädt es dazu ein, sich auf eine stille und nachdenkliche Reise durch die Biografie von Saša Stanišić zu begeben und die Frage nach dem Begriff der Herkunft zu erforschen: Was bedeutet es, woher wir kommen, und wie viel davon ist letztlich reiner Zufall? Besonders berührend wird die Geschichte, wenn Stanišić über seine Großmutter schreibt, die mit Wärme und liebevollem Respekt im Zentrum vieler Erinnerungen steht. Stanišić gelingt es, mit einer klaren und unvoreingenommenen Sprache selbst schwierige Themen so anzusprechen, dass man nicht selten schmunzeln muss. Seine Worte bleiben im Gedächtnis und laden dazu ein, sich auch nach dem Lesen weiter mit den behandelten Themen auseinanderzusetzen. Ein Highlight für mich war das Ende – ohne zu viel vorwegzunehmen, kann ich sagen, dass es genau den richtigen Ton trifft. Es war spannend, unerwartet, und hinterließ mich sowohl verwirrt und traurig als auch zufrieden. Herkunft ist ein Buch, das sich allmählich entfaltet und nachwirkt. Wer Geschichten mag, die leise, aber intensiv sind, wird mit diesem Buch Freude haben.
Ungewöhnlicher Schreibstil
Hat mir sehr gut gefallen! Auch wenn ich am Anfang erst einmal in den Schreibstil finden musste, hat es mich dann nach dem ersten Fünftel echt mitgerissen. Wirklich zu empfehlen und ganz besonders die letzten Seiten haben mich überrascht.
Sensationelles Buch. Ich konnte mich darin echt sehr wiederfinden. Toller Autor. Tolle Generationsstudie.
Oh, ich wollte es mögen, doch es gelang mir nicht! Der autobiographische Roman über die Wurzeln der eigenen Identität und die emotionale Verbundenheit zu Großmüttern überzeugt mich leider nicht. Viel zu bruchstückhaft und durcheinander reihen sich die Erinnerungsfetzen in meist kurze Kapitel mit kurzen Sätzen, denen wie der fragmentierten Erinnerung die Worte fehlen. Kann man machen, liest sich aber nicht flüssig und so stockt es immer mehr, je weiter man im Buch voran kommt. Zum Ende hin wird es zudem skurril und der Sack geht gar nicht mehr zu. Schade, ich kann's nicht empfehlen :(
Schwer.
Schwer ist das perfekte Wort für dieses Buch. Liegt schwer im Magen, nimmt einen schwer mit und ist teilweise schwer zu lesen, aber auch sehr sehr schön.
Ich habe das Buch nach ca. 100 Seiten weggelegt. Der Schreibstil ist ermüdend ebenso wie die ellenlangen unnötigen Details über die Vorlieben seiner Großmutter. Habe mich auf das Buch gefreut und bin leider sehr enttäuscht.
Was war das denn bitte?! Am Anfang war ich kurz von der Erzähltstruktur irritiert, irgendwann hatte ich mich aber daran gewöhnt. Ich habe gelacht, geweint, mich geärgert und dazugelernt. Ein ganz besonderes Buch mit wunderschöner Sprache und einem grandiosen Ende!
Die literarischste Biographie, die ich je lesen durfte 🫶🏼
Bücher über die Suche nach Identität, nach Heimat, nach der eigenen Kultur und Zugehörigkeit in Zeiten von zunehmender Globalisierung und Migration gibt es ja reichlich. Keines, das ich zu diesem Thema gelesen habe, ist aber so originell, wie Herkunft von Sasa Stanisic. Ich muss ihn leider ohne "Schmuck" auf s und c aufgrund meiner alten PC-Tastatur schreiben (man denke sich die Zischlaute), aber er wird mir dies verzeihen, denn er ist ein völlig unkomplizierter, lustiger Mensch. Ich hatte das Vergnügen ihn eine Stunde auf der Frankfurter Buchmesse nach seiner Preisverleihung zum besten Buch 2019 zu erleben. Ich habe es selten mitbekommen, dass ein Mensch so schnell die Sympathie eines ganzen Zeltes entgegen flog. Ich hatte seine Vorlesestimme noch im Ohr, als ich das Buch las, was sehr zum Gefallen beitrug. Aber er hat den Preis ja nicht für seine Nettigkeit, sondern für sein schriftstellerisches Können erhalten. Natürlich gibt es viele andere Autoren, die auch nicht in ihrer Muttersprache Bücher schreiben. Trotzdem finde ich es beachtlich, wie viele fabulierende Fähigkeit der Autor besitzt. Manche Sätze von ihm sind kurz und prägnant, reduziert auf Subjekt-Prädikat-Objekt wie in einer Twitternachricht. Aber wenn er ins Erzählen kommt, vor allem gegen Ende des Buchs, merkt man erst, wie umfangreich sein Repertoire an sprachlicher Ausdruckkraft ist. Stilistisch also sehr abwechslungsreich, denn Herkunft ist weder Roman noch Autobiografie, weder Essay noch Geschichtsbuch. Es ist die Vermischung von alldem. Wenn Stanisic darüber schreibt, wie er im bosnischen Teil Jugoslawiens in den 80er Jahren aufwuchs und mit welchen Schwierigkeit er nach der Flucht in Deutschland zu kämpfen hatte, dann klingt das sehr autobiografisch. Aber man bekommt nach einer Anekdote als Leser auch mal schnell hinterhergeschoben, dass das alles vielleicht auch ganz anders sich zugetragen hat. Und wenn der Autor für seine demente Großmutter in Bosnien Geschichten erfindet, dann wird es am Ende zunehmend fiktiv. Mir hat das gefallen. Es gab aber auch Momente im Buch, da hätte ich mir mehr Information, mehr Authentizität gewünscht aus purer Neugierde. Gerade wenn er über seine Eltern in Deutschland schreibt oder wie er für sich jetzt Herkunft und Heimat definiert. Interessant ist ja, dass er Herkunft ganz stark auf die Familiengeschichte fokussiert. Da gibt es keinen nationalen Pathos über Jugoslawien im Großen oder Bosnien im Kleinen. Im Gegenteil, er gibt sich sogar zwischenzeitlich in Deutschland lieber als Slowene aus, da das "Vermissen der Alpen" bei den Deutschen so gut ankommt. Er besitzt schon die Gabe, über sich selbst zu lachen. Wo die Stanisics herkommen, ist ganz klar, auch wenn die Familie jetzt auf der ganzen Welt zerstreut ist. Solche eindeutige Herkunftsaussagen kann ich z.B. über meine Familie nicht treffen. Ich weiß, wo Heimat ist, aber Herkunft ist ganz schwierig. Das Buch hat mich oft nachdenklich über die eigene Situation gemacht. Beste Unterhaltung und Anregung zum Reflektieren. Was kann man Schöneres über ein Buch sagen.
Mein erstes Buch von Stanišić - und ich habe mir mit der Erzählart tatsächlich etwas schwer getan. Die Sprünge zwischen und auch innerhalb der Kapitel wirkten auf mich teils willkürlich und ergaben an anderer Stelle wiederum umso mehr Sinn. In Retrospektive immer dann, wenn ich mehr als nur ein paar Minuten am Stück gelesen habe - ein Buch, für das man sich Ruhe, Zeit und Muse nehmen sollte. Überrascht hat mich das Ende im Stil der von mir damals heißgeliebten Gänsehaut-Abenteuer-Spielbücher, in denen der Leser das weitere Vorgehen mitgestalten kann. Stanišič bricht hierbei auf mehreren Ebenen mit dem vorangegangenen Erzählstil: stilistisch als auch inhaltlich sowie bezogen auf das Genre - fand ich sehr erfrischend. Für mich war "Herkunft" in sich nicht rund genug und konnte mich an keiner Stelle wirklich fesseln. Nichtsdestotrotz scheinen die diversen Auszeichnungen Stanišić recht zu geben - und es wird mit Sicherheit nicht bei diesem einen Buch von ihm in meinem Bücherregal bleiben.
Unfassbar wie man ein solches Buch schreiben kann. So eine poetische Sprache, thematische Härte und Zärtlichkeit zugleich. Eine fantastische Geschichte über Heimat und Herkunft, Ankommen und Verlassen, Familie und Liebe. Ganz besonderer Erzählstil.
Das war nichts für mich.
Ständige Szenenwechsel, viele verschiedene Personen, ich kam gefühlt bis zum Ende nicht richtig rein, hab mich immer gefühlt wie am Anfang einer Geschichte. Und dann noch dieses Ende, man sollte es sich sozusagen "selbst" erlesen, selbst bestimmen. Hab jetzt das Gefühl ich kenne das echte Ende des Buches nicht, seltsames Gefühl. Klar, das Thema insgesamt ist interessant und Stanisic hat eine sehr individuelle Rangehensweise, das macht für mich trotzdem leider nicht mehr Sterne 🌟 aus. Schade.
Oh mann. Es passiert nicht oft, dass ein Buch etwas macht, was mich wirklich überrascht. Großer Fan von non-linearen Erzählungen bin ich ohnehin, aber das choose-your-own-adventure der letzten 60 Seiten hat mich dann wirklich aus den Socken gehauen. Welch eine clevere Idee, nicht zu ERZÄHLEN von der Macht der Geschichten und der Sprache, sondern es praktisch zu demonstrieren, dass die Welt nicht endet, solange wir Geschichten erzählen, dass wir uns unsere Enden selber aussuchen können, dass unsere Geschichten kein in Stein gemeißeltes Ende haben müssen, dass sie ganz viele Enden haben können und keines, das endgültig ist. Abgesehen davon ein wunderschönes, lustiges und trauriges Buch über Fluchterfahrungen, Familie, die Albernheit des Konzeptes von Nationalstaaten und eben die Macht von Geschichten und Sprache.
Bücher über die Suche nach Identität, nach Heimat, nach der eigenen Kultur und Zugehörigkeit in Zeiten von zunehmender Globalisierung und Migration gibt es ja reichlich. Keines, das ich zu diesem Thema gelesen habe, ist aber so originell, wie Herkunft von Sasa Stanisic. Ich muss ihn leider ohne "Schmuck" auf s und c aufgrund meiner alten PC-Tastatur schreiben (man denke sich die Zischlaute), aber er wird mir dies verzeihen, denn er ist ein völlig unkomplizierter, lustiger Mensch. Ich hatte das Vergnügen ihn eine Stunde auf der Frankfurter Buchmesse nach seiner Preisverleihung zum besten Buch 2019 zu erleben. Ich habe es selten mitbekommen, dass ein Mensch so schnell die Sympathie eines ganzen Zeltes entgegen flog. Ich hatte seine Vorlesestimme noch im Ohr, als ich das Buch las, was sehr zum Gefallen beitrug. Aber er hat den Preis ja nicht für seine Nettigkeit, sondern für sein schriftstellerisches Können erhalten. Natürlich gibt es viele andere Autoren, die auch nicht in ihrer Muttersprache Bücher schreiben. Trotzdem finde ich es beachtlich, wie viele fabulierende Fähigkeit der Autor besitzt. Manche Sätze von ihm sind kurz und prägnant, reduziert auf Subjekt-Prädikat-Objekt wie in einer Twitternachricht. Aber wenn er ins Erzählen kommt, vor allem gegen Ende des Buchs, merkt man erst, wie umfangreich sein Repertoire an sprachlicher Ausdruckkraft ist. Stilistisch also sehr abwechslungsreich, denn Herkunft ist weder Roman noch Autobiografie, weder Essay noch Geschichtsbuch. Es ist die Vermischung von alldem. Wenn Stanisic darüber schreibt, wie er im bosnischen Teil Jugoslawiens in den 80er Jahren aufwuchs und mit welchen Schwierigkeit er nach der Flucht in Deutschland zu kämpfen hatte, dann klingt das sehr autobiografisch. Aber man bekommt nach einer Anekdote als Leser auch mal schnell hinterhergeschoben, dass das alles vielleicht auch ganz anders sich zugetragen hat. Und wenn der Autor für seine demente Großmutter in Bosnien Geschichten erfindet, dann wird es am Ende zunehmend fiktiv. Mir hat das gefallen. Es gab aber auch Momente im Buch, da hätte ich mir mehr Information, mehr Authentizität gewünscht aus purer Neugierde. Gerade wenn er über seine Eltern in Deutschland schreibt oder wie er für sich jetzt Herkunft und Heimat definiert. Interessant ist ja, dass er Herkunft ganz stark auf die Familiengeschichte fokussiert. Da gibt es keinen nationalen Pathos über Jugoslawien im Großen oder Bosnien im Kleinen. Im Gegenteil, er gibt sich sogar zwischenzeitlich in Deutschland lieber als Slowene aus, da das "Vermissen der Alpen" bei den Deutschen so gut ankommt. Er besitzt schon die Gabe, über sich selbst zu lachen. Wo die Stanisics herkommen, ist ganz klar, auch wenn die Familie jetzt auf der ganzen Welt zerstreut ist. Solche eindeutige Herkunftsaussagen kann ich z.B. über meine Familie nicht treffen. Ich weiß, wo Heimat ist, aber Herkunft ist ganz schwierig. Das Buch hat mich oft nachdenklich über die eigene Situation gemacht. Beste Unterhaltung und Anregung zum Reflektieren. Was kann man Schöneres über ein Buch sagen.
Ganz besonderes Buch über die vielen Seiten des Wortes „Herkunft“.
Was soll ich sagen. Ich bin ein bisschen verliebt in das Buch...und vllt. auch in den Autor? Ja, es ist ein autobiographisches Buch, aber was für eines... Es ist das erste der 6 Shortlist-Kandidaten für den dt. Buchpreis das ich gelesen habe und die Messlatte liegt jetzt schon ziemlich hoch. Es ist ein Lesevergnügen, es ist tolle Literatur, es tut weh, es lässt schmunzeln, es lässt sich wundern. Ich hätte Herrn Stanišić noch stundenlang zuhören können und mir Geschichten erzählen lassen.
In Fragmenten aus seiner Erinnerung erzählt Stanišić aus seinem Leben. Auslöser dazu war die Demenzerkrankung seiner Großmutter. Ich fand es interessant die Perspektive eines aus Jugoslawien geflüchteten Jungen einzunehmen, der versucht im Deutschland der 1990er Fuß zu fassen. Diese Geschichten sind wertvoll und es gibt sie viel zu wenig. Oder ich nehme sie nicht so wahr? Ausgesprochen gut hat er mir auch gefallen, wie liebevoll er mit seiner dementen Oma umgeht und wie liebevoll er auch darüber erzählt. Und ganz nebenbei hat man auch noch ein bisschen was über das Leben und den Zusammenbruch Jugoslawiens erfahren. Eine bereichernde Lektüre.
Wunderbar geschrieben und interessant für eigentliche jede*n.
Beobachtungen aus dem Leben. Stanisic schafft es viele Momente bzw. Zeiträume seines eigenen Lebens so zu verpacken, dass man sich in diese hineinversetzen kann. Ich hatte anfänglich etwas Schwierigkeiten mich in den Stil hineinzulesen. Das legte sich jedoch schnell und der Stil offenbarte sich als perfektes Element, um die teilweise abstrusen Situationen zu verbildlichen.
Ich habe das Buch angefangen, ohne zu wissen, was mich erwartet und war zu Beginn etwas verwirrt, was da nun auf mich zukommt. Der Stil und vor allem die Zwischenmenschlichen Beziehungen haben mich dann aber recht schnell gefesselt und sie sind es auch, die das Buch zu etwas besonderem machen. Das Leben und Schicksal des Autors ist gar kein seltenes oder ungewöhnliches, doch gerade deswegen ist es vielleicht so wichtig. Viele Menschen beschäftigt das Thema Herkunft und Heimat. Die Hautfarbe, die Sprache oder allein schon der Name bestimmen, ob Menschen dich als "einen von ihnen" ansehen. Das sollte nicht so sein, doch immer noch definieren sich die Menschen über ihre Herkunft. Doch wo ist die, wenn du als Kind das Land verlässt, anderswo aufwächst, dich dort auch heimisch fühlst... Saša Stanišić beginnt über die Beziehung zu seiner Vergangenheit zu reflektieren, über das Leben als Geflüchteter und über die Familie. Vor allem die Beziehung zur Großmutter spielt eine große Rolle und hat mich emotional berührt. Darum geht es auch zum Schluss, den ich etwas merkwürdig aber durchaus interessant finde, Stanišić verdeutlicht, dass es halt doch eine Geschichte ist, deren Ausgang man selbst in der Hand hat, zumindest kann man sich das einbilden.
Ein Buch von der Sorte, das ich zu lange habe liegengelassen.
Ein wichtiges Thema, jederzeit. In Zeiten von Krieg, Vertreibung und Flucht. Allerdings konnte ich mich leider mit dem Schreibstil nicht ganz anfreunden. Trotzdem fand ich die Geschichte berührend und regt zum Denken an. 

















































