21. Dez.
Rating:4

Obwohl eine bekannte Autorin, so war dies doch das erste Buch, das ich von Zoe Jenny gelesen habe. Und auch wenn dieser Titel vielleicht kein Jahreshighlight wird, so bin ich doch froh darum, endlich ihre Bekanntschaft gemacht haben zu dürfen. In ihrem jüngsten Werk geht es ums Loslassen, um Neuanfänge. Darum, mit dem Vergangenen abzuschliessen, und auch mal neue Wege zu gehen. Das kann mitunter ein schmerzhafter Prozess sein. Zumindest bei Marty geht dies nicht so einfach vonstatten. Marty ist keine sympathische Figur per se, sondern in erster Linie ein Mensch. Ein Sterblicher, ein Mann. Er hat seine Fehler, aber auch seine guten Seiten. Er ist mit voller Leidenschaft in seinem Metier verwurzelt, hat dadurch aber den Bezug zur Aussenwelt verloren. Nicht alle seine Handlungen sind vorbildlich, er ist definitiv kein Marvel-Held. Und genau darin liegt die Stärke dieses Buches. Sind wir nicht alle ein bisschen Marty? Verlieren wir nicht auch manchmal Dinge aus den Augen, die uns eigentlich wichtig sind? Auch wir sind nur Menschen, deswegen finden wir uns alle ein wenig in Marty wieder. In der Mitte droht Jenny ein wenig, ins Allzubekannte, Bereitsdagewesene abzudriften. Zum Glück fängt sie sich aber wieder und schickt Marty auf eine letzte Odyssee, was der Handlung richtig gut tut. Es sit ein ruhiges, nachdenkliches Werk - man sollte kein Feuerwerk erwarten, dafür aber Einsichten und philosophische Eindrücke. Somit hat Zoe Jenny bei mir durchaus einen positiven Eindruck hinterlassen und sollte es sich ergeben, lese ich gerne weitere ihrer Bücher. Mein Dank geht an die Frankfurter Verlagsanstalt für die Bereitstellung des Leseexemplares.

Der verschwundene Mond
Der verschwundene Mondby Zoë JennyFrankfurter Verlagsanstalt