23. Apr.
Rating:5

Wieder ein Highlight

Ich bin großer Fan von Mareike Fallwickls Schreibstil und der Art und Weise wie sie ihre Geschichten aufbaut. Knallhart, brutal ehrlich und immer zum Nachdenken anregend. Wenger ist mit so einer Selbstverständlichkeit der alte weiße Mann, der er nunmal ist und ich habe den Eindruck, die Autorin kann die Gedanken dieser Männer lesen. Es lässt einen teils fassungslos zurück in diese Gedankenwelt einzutauchen. Im krassen Gegensatz dazu steht seine Tochter Zoey, die im Denken, Handeln und Fühlen so anders ist, als ihre Eltern. Die Charaktere sind alle auf ihre eigene Art interessant geschrieben. Die Briefe fand ich zunächst etwas langweilig, aber ab der Mitte und gegen Ende wurden die Zusammenhänge so fein verwebt, dass man manchen fast verpasst hätte (Stichwort: Jonathans Vater). Das hat es für mich spannender gemacht. Ich habe das Buch gerne gelesen und das auf und ab der Emotionen gespürt. Es lässt einen mit einer gewissen Wut und Ernüchterung zurück, wie man sie als Frau nur zu gut kennt.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
8. März
Rating:4

Man(n) man(n) man(n).

Auch wenn ich mittlerweile viele Bücher zum Thema Feminismus und Patriarchat gelesen habe, lässt mich auch dieser Roman wieder kopfschüttelnd zurück. Die Figur Wenger wirkt wie der „Prototyp Boomer-Mann“ – eine Darstellung, die der Autorin sehr treffend und eindringlich gelungen ist. Seine Gedankengänge erscheinen an manchen Stellen zunächst vielleicht überzeichnet oder brachial. Doch: Sie spiegeln auf unangenehme Weise Denkweisen wider, die leider noch immer Teil der Realität vieler Männer sind.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
4. März
Rating:3

Es war okay…

…aber mehr war es für mich leider auch nicht. Ich kann nicht behaupten, dass ich es verschlungen habe. Die Kernthematik ist natürlich eine sehr wichtige. Ich finde es toll, dass diese vermehrt in Büchern aufgegriffen wird. Aber mir gab es zu viel drumherum. Die verschiedenen Erzählperspektiven brachten Abwechslung, das fand ich gut. Was ich aber überhaupt nicht gebraucht habe, waren die vielen Rückblicke mittendrin. Die fand ich teilweise einfach unnötig und haben einen aus dem Lesefluss gebracht. Hervorheben möchte ich aber die Briefe - die haben mich emotional total fertig gemacht. Diese haben sich vom Rest sowohl sprachlich als auch inhaltlich abgehoben und kamen mir am Ende dafür dann leider viel zu kurz im Hauptkontext. Da hatte ich vom Klappentext her eine andere Erwartung. Schade war auch, dass es bei den Hauptfiguren irgendwie keine Entwicklung gab. Alle sind komplett auf der Stelle getreten, haben sich nicht aufeinander zubewegt. Dort hätte es mehr Potential gegeben.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
13. Feb.
Rating:4

"Dass alte weiße Männer über alte weiße Männer schreiben, will einfach niemand mehr lesen. Get over yourself." (S. 242) Man stelle sich vor: einen Bestsellerautor in der Schaffenskrise, das Ego liegt am Boden, die Frau hat ihn verlassen für einen 29-jährigen Fitnesstrainer, und er selber ranzt vor sich hin in einer verdreckten Junggesellenbude, knietief im Selbstmitleid. Seine Kinder besuchen ihn nur, wenn ihnen absolut keine plausible Ausrede einfällt, und von seiner Tochter muss er sich anhören: "Ein Mann, der nur über Männer schreibt, Papa, muss sich nicht wundern, dass die Frauen das Interesse verlieren." Armer Maximilian Wenger, oder?! Wer kann's ihm verdenken, dass er in dieser Situation keinen Blick und schon gar kein Verständnis für andere aufbringen kann? Zum Beispiel wenn nachts die siebzehnjährige Tochter anruft - was kann die schon wollen? Wegdrücken. Was soll ihr schon passieren? Nach einer Party vom Chef se×uell genötigt, ja, beinahe vergewaItigt werden. Na geh! Man stelle sich weiter vor: Eben jener Autor erhält plötzlich Briefe von einer Frau. Nicht an ihn adressiert, sondern an seinen Vormieter. Briefe voller Schmerz, Wut, Sehnsucht, Verzweiflung. Briefe, die ihm – ironischerweise – den langersehnten Schreibkick bescheren. An denen er sich bedient. Die er kopiert. Weil ihm selbst die Empathie und die Sprache fehlen, um zu schreiben, was Agent und Verleger lesen wollen. Der Profit schlägt aus weiblichem Leid, während er nicht merkt – oder nicht merken will –, dass auch seine eigene Tochter eine dieser Frauen ist. „Bis zu meinen Zähnen ist mein Mund angefüllt mit Wut.“ (S. 20) Klingt nach dem Stoff eines Fallwickl-Romans? Wer sonst sollte so pointiert, so unerschrocken über Machtmissbrauch, strukturelle Gewalt, Täter-Opfer-Umkehr und weibliche Selbstbehauptung schreiben? „Das Licht ist hier viel heller“ erzählt auf mehreren Ebenen davon, wie Männer Geschichten besitzen, besetzen und ausbeuten – und wie Frauen dennoch nicht aufhören, ihre eigenen zu schreiben. Wäre das mein erster Roman von Mareike Fallwickl gewesen, wäre das ganz sicher die Initialzündung gewesen. So steht "Das Licht ist hier viel heller" für mich aber im Schatten seines Vorgängers ("Dunkelgrün fast schwarz" - ein Überkracher) und wird auch von seinen Nachfolgern ("Die Wut, die bleibt" und "Und alle so still") geschluckt. Und trotzdem: Wie alle ihre Texte habe ich auch diesen sehr gern gelesen. In einem Tempo, das für seine Brisanz spricht. In einem Zug, mit diesem typischen Fallwickl-Gefühl, dass man gerade etwas liest, das weh tut – weil es wahr ist.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
9. Feb.
Rating:5

Puh was soll ich sagen. Es war mein erstes Buch von Mareike Fallwickl und ich bin begeistert aber es lässt mich auch sehr nachdenklich zurück. Es ist harte Kost, welche unverschönt auf den Punkt gebracht wird. Es werden unschöne Dinge, welche jeden Tag genau so passieren, thematisiert. Z. B. von Machtmissbrauch, das Patriarchat und Victim Blaming. Ich habe es als Hörbuch gehört und Astrid Kohrs liest es hervorragend. Mit Wenger konnte ich mich nicht richtig anfreunden. Er war mir nicht sympathisch und genau so ein Typ Mann, der in diesem Buch kritisiert wird. Herablassend, provozierend, egoistisch und der Meinung etwas besseres zu sein. Zoey und Marlen waren mir sympathischer. Was die beiden durchstehen mussten war hart zu hören und ist schwer zu verdauen. Das Miteinander der beiden Geschwister Zoey und Spin war so angenehm. Das waren die kleinen Lichtblicke in diesem Roman und es hat mich berührt, wie die beiden immer aufeinander aufgepasst haben. Es ist ein Roman, der noch lange zum Nachdenken anregt.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
6. Feb.
Mein drittes Buch von ihr. Ich arbeite mich vom neuesten zum ältesten durch. Ich bin durch Moritz Neumeier auf sie gestoßen und habe dank ihr Female Rage für mich entdeckt. 
Verblüffend wie sie diesen schmierigen Vater schreibt, wie sehr das Buch wirkt als wäre es erst letztes Jahr rausgekommen, wie man Trauer für die Verfasserin der Briefe empfinden kann, sich in Zoey hineinfühlen. 
Manchmal hoffe ich noch, dass Männer nicht so sind, denken, fühlen wie wir uns das vorstellen... aber leider ist es vermutlich wirklich so. (Maybe Spoileralarm) So etwas über dein eigenes Kind herausfinden und im nächsten Moment gleich wieder das Leid einer anderen Frau ausnutzen wollen... doch kann ich mir vorstellen.
Rating:5

Mein drittes Buch von ihr. Ich arbeite mich vom neuesten zum ältesten durch. Ich bin durch Moritz Neumeier auf sie gestoßen und habe dank ihr Female Rage für mich entdeckt. Verblüffend wie sie diesen schmierigen Vater schreibt, wie sehr das Buch wirkt als wäre es erst letztes Jahr rausgekommen, wie man Trauer für die Verfasserin der Briefe empfinden kann, sich in Zoey hineinfühlen. Manchmal hoffe ich noch, dass Männer nicht so sind, denken, fühlen wie wir uns das vorstellen... aber leider ist es vermutlich wirklich so. (Maybe Spoileralarm) So etwas über dein eigenes Kind herausfinden und im nächsten Moment gleich wieder das Leid einer anderen Frau ausnutzen wollen... doch kann ich mir vorstellen.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
27. Jan.
Rating:4.5

Mareike Fallwickl schafft es mal wieder, die Fäden geschickt zusammen zu führen. Die beiden Hauptfiguren (aber auch die Nebenfiguren) sind charakterlich stark gezeichnet. Die männliche Hauptfigur ist so realistisch dargestellt, dass es kaum zu ertragen ist. Der Schreibstil ist toll und der Autorin gelingt es, viel Gesellschaftskritik zu transportieren.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
26. Jan.
Das Buch schafft es einen richtig unglücklich zu machen.
Rating:4

Das Buch schafft es einen richtig unglücklich zu machen.

Und das klingt jetzt total hart und böse, denn ich mochte das Buch sehr. Aber gerade die Figur von Maximilian Wengler war so gut beschrieben, dass es mir regelmäßig Übelkeit bereitet hat. Ein richtig ekelhafter Typ mit einem noch abscheulicheren Charakter. Dies führte bei mir dazu, dass ich das Buch gern gelesen habe, aber nach ein paar Seiten pausieren musste, um nicht von meinen eigenen Gefühlen überrollt zu werden. Ich hätte mir gewünscht noch etwas mehr Tiefe von manch' anderen Personen zu bekommen, aber wahrscheinlich wäre es dann auch zuviel geworden. Der Stil des Buches im Wechsel mit Zoey, Maximilian und Marlen(a) hat mir richtig gut gefallen. Definitiv kein Buch, was man nebenbei lesen sollte. Es hat Zeit verdient.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
8. Jan.
Rating:4

Es gibt keine stärkeren Menschen als jene, die zerbrochen waren und wieder zusammengewachsen sind.

Ich mag Mareike Fallwickls Art zu schreiben. Zwei Blickwinkel auf das Thema sexualisierte Gewalt und eine starke Protagonistin bzw. eine, die ihre Stärke gefunden hat. Sie schaffte es sich aus einer unzufriedenen Beziehung zu befreien und musste lernen, dass einseitige Liebe nicht für ein Happy End reicht. Sie hat sich an den Eltern kaputtgeliebt und auch den Weg aus diesem Mienenfeld gefunden. Ich habe sie gerne beim Wachsen begleitet und war zum Schluss sehr stolz auf Zoey. Über den abgehalfterten Schriftsteller mit seinen „Alte-Männer-Problemen“ und sein Selbstmitleid will ich nicht weiter nachdenken. Er war mir einfach nur unsympathisch und in meinen Augen kein guter Vater.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
21. Nov.
Ein Buch, das nachhallt!
Rating:5

Ein Buch, das nachhallt!

„Das Licht ist hier viel heller“ hat mich auf eine Art abgeholt, die ich so nicht erwartet habe. Ich bin durch die Seiten geflogen und hatte dabei ständig dieses Gefühl, dass mich etwas mitzieht und gleichzeitig etwas in mir aufmacht. Die Geschichte hat ihren ganz eigenen Rhythmus und ich bin einfach mitgegangen, ohne nachzudenken, ohne abzurutschen, ohne innere Hürden. Das allein war schon ein besonderes Erlebnis. Ich mochte, wie unterschiedlich die beiden Perspektiven sind und wie klar die Generationen spürbar werden. Die Figuren fühlen sich an wie echte Menschen, die aus zwei Welten kommen und trotzdem miteinander verbunden sind. Es entsteht etwas Eigenes zwischen ihnen, eine Art stilles Verständnis, das sich langsam entfaltet und einem zeigt, wie verschieden Leben verlaufen können und wie ähnlich sie sich trotzdem anfühlen können, wenn es um Verletzungen, Erwartungen und innere Kämpfe geht. Während des Lesens hatte ich immer wieder den Eindruck, dass unter jeder Szene etwas Tiefes liegt. Etwas, das man nicht sofort greifen kann, das aber immer wieder anklopft. Die Themen, die darin stecken, haben Gewicht und Bedeutung und gehören zu dem, was man im Alltag zu oft übergeht. Die Autorin schafft es, all das so zu erzählen, dass man es nicht nur versteht, sondern richtig spürt. Was dieses Buch für mich wirklich bedeutend gemacht hat, ist die Art, wie es seine Themen behandelt. Es geht um Macht, um Übergriffe, um die Muster, die viele Menschen ihr ganzes Leben begleiten. Es geht um die Strukturen, die Gewalt normalisieren und uns beibringen, vieles zu schlucken. Die Darstellung ist klar und ehrlich, ohne zu beschönigen, aber auch ohne sensationsheischenden Ton. Die Autorin zeigt, wie sich solche Erfahrungen in Körper und Alltag setzen, wie sie weiterwirken, wie sie Beziehungen verändern und wie tief sie in unserer Gesellschaft verankert sind.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
11. Okt.
Rating:4

Dem früheren Bestsellerautor Wenger ist der Erfolg verloren gegangen, die Exfrau mit einem viel jüngeren durchgebrannt... Eine Frau schreibt Briefe an Wengers Vormieter, die ihm, aber auch seiner Tochter Zoey in die Hände fallen... Zoey, Wengers 18jährige Tochter, wird erwachsen und kann sich in den Erwartungen ihrer Eltern nicht wiederfinden... Das Buch thematisiert #MeToo und Kritik am Literaturbetrieb. Die Personen werden sehr tief beschrieben. Einige Male werden Situationen aus der Perspektive von Wenger und von Zoey beschrieben und es wird klar, wie unterschiedlich ihre Wahrnehmung ist. Vor allem zieht sich die fehlende Reflexionsfähigkeit des immer etwas weiterlichen und sich selbst bemitleidenden Mannes durch das Buch. Es ist bezeichnend, wie wenig einen beim Lesen seine verzerrte Wahrnehmung verwundert.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
1. Okt.
Rating:4.5

Wieder ein lautes und aufrüttelndes Buch. Hätte ich vorher nicht "Die Wut, die bleibt" gelesen, wären es wahrscheinlich 5 Sterne, aber Wenger ist mir manchmal zu lang und nimmt Raum ein. Soll er macht es aber zuweilen anstrengend.

Anfangs habe ich Wenger als zu grosses Klischee und Abziehbild empfunden. Bis ich realisiert habe, ich kenne mehrere Männer, die exakt so raumgreifend und eindimensional sind. Es ist ein wichtiges und ehrliches Buch über Beziehungen zwischen Kindern und ihren Eltern, Geschlechtern, Generationen, Geschwistern aber auch einfach Menschen. Es hat nicht denselben Sog wie ihr anderes Buch, aber sie ist sprachlich eine Klasse für sich.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
30. Aug.
Rating:4.5

Provokation pur

Mareike Fallwickl schafft es mit ihren Büchern immer wieder einen wunden Punkt zu treffen. Das Buch macht wütend und ist schockierend zugleich. Gleichzeitig regt es zum Nachdenken an. Die Protagonisten wirken authentisch und wie aus dem echten Leben gegriffen. Es gibt einen halben Stern Abzug, weil ich dieses Mal nicht so gut in die Story rein gekommen bin. Das Buch ist in vielen Perspektiven geschrieben und es war für mich am Anfang sehr verwirrend, in welcher der Perspektiven ich mich gerade befinde.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
25. Aug.
Rating:4.5

Ihre Bücher sind wie ein Autounfall. Man will nicht hinsehen, kann aber auch nicht wirklich weg gucken.

Dieses Buch ist so gewaltig. Man muss weiterlesen, obwohl man sich immer dabei denkt wie konnte es dazu kommen. Es ist spannend und wütend. Man merkt in jeder Zeile Wut und eine Art bedrückt sein. Es ist feministisch mit einigen Fakten dazu. Außerdem geht es auch um sexualisierte Gewalt. Das sollte man auch erwähnt haben.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
30. Juli
Rating:4

Mareike Fallwickl trifft mit diesem Roman einen Nerv, den man lieber nicht spüren würde. Ich habe mich beim Lesen oft ertappt gefühlt, nicht weil ich mich mit dem männlichen Protagonisten identifizieren konnte, sondern weil ich all die Mechanismen, die sie aufdeckt, längst kenne: nur selten so präzise beschrieben. Es ist ein lautes, wütendes, scharf formuliertes Buch, das provoziert, aber nicht aus Prinzip. Fallwickl schreibt mit Haltung, nicht mit moralischem Zeigefinger. Trotzdem hatte ich manchmal das Gefühl, dass mir das Emotionale hinter dem Politischen fehlt. Die Wucht ist da, aber sie trifft eher den Verstand als das Herz. Und vielleicht ist genau das gewollt. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
27. Juli
Rating:5

Mehr davon!

„Nur ist es inzwischen so wie fast immer im Leben, dass der Übergang länger dauert als geplant und irgendwie nicht mehr aufhört.“ (S. 14) Erneut beweist Mareike Fallwickl, dass sie starke Charaktere zeichnen kann und dass sich, auch wenn all ihre Romane stark sind, das Muster nicht wiederholt. Perspektiven aufzuzeigen, die so nah beieinander liegen und sich doch so fremd sind, ist auf jeden Fall etwas, das sie beherrscht. Diese Geschichte ist unheimlich vielseitig. Deutlich wird hier besonders, dass zwischen Vater und Tochter eine undurchdringliche Distanz liegt, da beide die Perspektive des jeweils anderen nie durchleben werden. Thematisch ist auch dieser Roman unheimlich dicht und nichts für schwache Nerven! Ebenso überzeugend ist wie immer die bildgewaltige Sprache. Theoretisch könnte man das ganze Buch markieren. Ich freue mich auf mehr!

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
3. Juli
Rating:4

Eher unaufgeregt, dafür aber sehr wuchtig

👍🏻 - gewohnt wortgewaltig ⬇️ - hat tatsächlich keinen richtigen Spannungsbogen, ist aber trotzdem spannend, weil ihr Schreibstil einfach so krass ist (wie macht man das?) - die liebevolle Beziehung zwischen Zoey und Spin hat mich sehr gerührt 🥺❤️ das war mein Highlight am Buch - die zentrale Darstellung politischer Themen, hier v.a. sexualisierte Gewalt, hatte die nötigen Zwischentöne, mochte die Umsetzung 👎🏻 - ganz am Anfang konnte ich die Briefe überhaupt nicht einordnen, wirkte sehr out of context - der Wenger 🫠 selten so einen unangenehmen und cringen POV gelesen. Klar, die Darstellung hat ihren Sinn - ich frage mich nur, ob er vielleicht einen Ticken zu überzeichnet war. Er hat irgendwie echt sämtliche "sexistische alte weiße Männer Klischees" mitgenommen War für mich nicht ganz der Kracher wie Dunkelgrün Fast Schwarz (ich lese alle Romane von ihr chronologisch nach ET), das etwas subtiler und auch atmosphärischer arbeitete, aber dennoch sehr lesenswert!

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
2. Juni
Rating:4

Ein Roman, der berührt und nachdenklich stimmt

Der Schreibstil von Mareike Fallwickl spricht mir sehr zu. Das Thema rund um sexuellen Missbrauch und Machtmissbrauch wird so real dargestellt, dass trotz des schweren Themas die Geschichte flüssig verläuft und zusätzlich doch so schön - manchmal klar und manchmal abstrakt - formuliert war. Auf der einen Seite ist da der selbstverliebte Wenger. Der ehemals gefeierte Schriftsteller ist nach einer persönlichen Krise arbeitslos und lässt sich gehen, seine Frau hat ihn verlassen (was natürlich nicht seine Schuld war), seine Kinder hassen ihn (was natürlich nicht seine Schuld ist) und niemand will noch seine Bücher kaufen (was natürlich auch nicht seine Schuld ist). Als er eines Tages Briefe von einer fremden Frau erhält, die nicht für ihn bestimmt sind, Briefe; die voll mit Wut, Schmerz, Liebe und Hass beladen sind, weiß er auf einmal worüber er schreiben will. Dabei ist ihm jedes Mittel recht - über Plagiate oder Ideenraub denkt er gar nicht nach, auch sind seine abwertende Einstellung und Äußerungen gegenüber Frauen äußerst fragwürdig und sexistisch. Auf der anderen Seite ist da seine 17-jährige Tochter Zoey. Rebelisch, eher Einzelgängerin und künstlerisch sehr begabt und seit Jahren verliebt in einen Jungen, der sie nicht sieht. Und auch sie hat die Briefe in der Wohnung ihres Vaters heimlich gelesen und ist von den Inhalten erschüttert - denn sie hat ähnliches erlebt, wie die fremde Frau. Doch auch Zoey lernt zu kämpfen und lässt sich nicht kleinkriegen. Und dann sind da noch die Briefe, welche trotz des entsetzlichen Geschehens mit so viel Liebe, Traurigkeit, Hoffnung und letztendlich mit so viel Mut enden, dass sie mich stellenweise zu Tränen gerührt haben.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
14. Mai
Rating:3

Schmerz, Wut, Liebe, aber auch Hoffnung

Mein zweites Buch von Fallwickl - nach „Die Wut die bleibt“ hatte ich hohe Erwartungen, die mit „Das Licht ist viel heller hier“ leider nicht in vollem Umfang erfüllt wurden. Mareike Fallwickl schreibt über eine entzweite Familie und über die Emanzipation eines junges Mädchen. Fallwickl hat auch in diesem Buch ihren schöner Schreibstil genutzt um die interessanten Beziehungen der Protagonisten zueinander authentisch darzustellen. Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt und liest sich flüssig weg. Manchmal hatte ich Probleme zu erkennen, bei welcher Person ich nun bin. Das hat sich in der Regel jedoch schnell herausgestellt, weil die Sprache jeweils an die Protagonisten angepasst ist. Zwischen den Perspektivwechseln kommen die Briefe, mit denen ich anfangs nichts anfangen konnte. Ich hoffte, dass sie mehr Raum im Buch einnehmen werden, vordergründig ist jedoch erst einmal die zerrüttelte Familie und deren Beziehungen zueinander. Beim Lesen war ich erschrocken, aber auch enttäuscht. Insbesondere hat mich die Mutter wütend gemacht. Wie kann man als Mutter so blind und selbstsüchtig sein? Wie kann man eigene Kinder ignorieren oder die für sich selbst vorteilhaften Zwecken benutzen wollen? Die Tochter Zoey erschien mir zunächst arrogant und sehr selbstbewusst. Zoey liest heimlich dieselben Briefe wie ihr Vater und spürt denselben Schmerz und dieselbe Wut wie die geheimnisvolle Verfasserin. Ihre Gefühle, Ängste, Wünsche und Liebe sind realistisch dargestellt und haben mich dann als Leserin doch berührt. So manches mal wollte ich sie einfach nur in den Arm nehmen. Besonders ihre Liebe und Beschützerinstinkt gegenüber ihrem Bruder sind ergreifend. Der Leser erhält ein Buch voll mit Schmerz, Wut, Liebe und auch Hoffnung.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
10. Mai
Rating:3

Die Geschichte wird in unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Warum die Kapitel im Countdown geschrieben sind hat sich mir nicht erschlossen, denn das Geschehen wird normal vorwärts mit mannigfaltigen Rückblicken erzählt. Im übrigen empfand ich die Schreibweise nichtgut strukturiert. Auch wenn ein wichtiges Thema behandelt wird, muss mir der Roman nicht unbedingt gefallen. Nach " Dunkelgrün fast schwarz" bin ich leicht enttäuscht.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
28. Apr.
Rating:4

Schon vor ein paar Wochen habe ich dieses Buch gelesen und beendet. Die Rezension dazu habe ich jedoch immer wieder vor mir hergeschoben. Warum? Weil meine Meinung zu diesem Buch sehr lange ambivalent und ich mir über mein Empfinden darüber nie wirklich im klaren war. Anfangs war ich kurz davor, das Buch abzubrechen. Leider war mir bereits nach einigen Seiten klar, dass die Protagonisten und die Geschichte an sich nichts für mich sind. Ich wollte es abbrechen und bin letztendlich so froh, dass ich es nicht getan habe. Die Protagonisten, besonders Wenger, waren mir bis zuletzt sehr unsympathisch. Und erst am Ende wurde mir bewusst, dass das aber genau so beabsichtigt wurde. Die Thematik, die eingangs gar nicht wirklich deutlich wurde und eher irrelevant erschien, ist unglaublich wichtig und leider immer noch hochaktuell. Motive der der Kampagne #metoo lassen sich in diesem Buch ebenfalls finden, was alleine schon für sich spricht. Es ist ein literarischer Beitrag, hochaktuell und eben bedeutend. Der Schreibstil von Mareike Fallwickl ist einzigartig, sehr besonders, humorvoll und umbewertend wertend. Es fiel mir anfangs sehr schwer, mich durch diesen doch sehr andersartigen Schreibstil in die Protagonisten hineinzufühlen, habe mich aber relativ schnell daran gewöhnt. Geschrieben wird der zeitgenössische Roman abwechselnd aus Sicht des Vaters Wenger und seiner Tochter, die aufgrund ihres Altersunterschiedes eben mit ganz anderen Problemen zu kämpfen haben. Diesen ständigen Generationskonflikt, aber auch Themen wie sexueller Missbrauch, Selbsthass und Depressionen hat Mareike Fallwickl in ihrem Roman individuell und künstlerisch integriert. Allerdings bediente sie sich bei der Wahl ihrer Protagonisten oftmals Stereotypen, die auf mich manchmal fahl und einfallslos gewirkt haben. Die gesellschaftliche Relevanz ist da, die Thematik enorm wichtig und erschreckend, allerdings manchmal etwas zu gewollt und irgendwie erzwungen. Meine Kritik lässt den Roman für mich zu keinem Highlight werden. Letztendlich punktet der Roman aber mit seiner Aktualität, Moderne und Dringlichkeit Ich kann euch dieses Buch daher definitiv weiterempfehlen.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
30. März
Rating:5

Lieblingsautorin

Mein mittlerweile 3. Buch der Autorin und ich lege mich fest: Keine schafft so schonungslos ehrliche wie vielschichtig Charaktere wie Mareike Fallwickl. Mit all ihren Makeln und Problemen sind ihre Hauptfiguren glaubhaft und auch wenn's "weh tut",bleibt sie an den Personen dran und beschreibt ihre Beweggründe. So auch bei Zoey und ihrer Familie,die man im Buch mit ambivalenten (Mit-)Gefühlen begleitet. Besonders Zoey wächst charakterlich an ihrer Wut und Ohnmacht Zeile um Zeile,aber auch der Vater in seiner Haltung und Sicht war für mich stimmig und überzeugend. Mareike Fallwickel hatte mich bereits im ersten Kapitel "am Haken", als sie den Wenger einführt,wie er vergeblich bei einer Daily Soap zu onanieren versucht. Dabei wird auch hier wieder komplexe Gesellschaftskritik und feministische Debatte aufgegriffen und beleuchtet - unter anderem aber nicht nur der #metoo-Bewegung . Auch gefällt mir,dass ihre Romane nie mit vermeintlichen Lösungen oder einem einfachen Ende daherkommen, wie im wahren Leben bleibt unklar wie es mit den Charakteren weitergeht. Leseempfehlung für alle,die sich für tiefschichtige Charaktere in Strukturen, aber auch Familienbeziehungen, dem Streben nach Erfolg und Macht und Feminismus interessieren - unbedingt auch für Männer lesenswert.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
23. Feb.
Rating:4

Erst hab ich ne Weile gebraucht um reinzukommen aber dann war's wirklich gut. Ein Schriftsteller auf den absteigenden Ast der seine Kinder nicht wirklich kennt und Briefe bekommt die er zu einem neuen Roman verarbeitet und dadurch auch mehr über sich und seine Situation nachdenkt und dann sind die beiden Kinder die auch ihre Probleme haben und die irgendwie alleine lösen müssen weil die Mutter in einer Midlife-Crisis steckt

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
6. Feb.
Rating:4

Die große Stärke dieses Romans liegt eindeutig in Fallwickls Sprache. Sie schreibt mit einer Präzision und Eindringlichkeit, die unter die Haut geht und die wesentlichen Momente punktgenau trifft. Die Charaktere sind detailliert und überzeugend ausgearbeitet, was dem Buch eine besondere Tiefe verleiht. Allerdings hat die Geschichte ihre Längen, besonders in der ersten Hälfte. Der Einstieg gestaltet sich etwas zäh, und die Handlung plätschert zunächst ohne größere Höhepunkte dahin. Ab der Mitte des Buches nimmt die Geschichte jedoch deutlich an Fahrt auf und entwickelt eine packende Spannung, die bis zum Ende anhält. Fazit: Ein sprachlich beeindruckendes Buch mit gut gezeichneten Charakteren, das nach einem eher gemächlichen Start in der zweiten Hälfte überzeugen kann.​​​​​​​​​​​​​​​​

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
5. Feb.
Rating:5

Wieder ein Fallwickl-Roman der mich überzeugt

Es hat sich so ergeben, dass ich Mareike Fallwickl von neu nach "alt" lese. Erst 'Und alle so still', dann 'Die Wut, die bleibt' und nun also 'Das Licht ist hier viel heller'. Wieder ist es ein eindringliches, gesellschaftliches Portrait. Eine gesellschaftskritische Studie, die klar das Patriarchat aufzeigt. Interessant finde ich die beiden Perspektiven. Einmal aus Sicht des Vaters und aus Sicht der Tochter, die im Laufe des Buches 18 Jahre alt wird. Und es gibt noch eine dritte Perspektive: Briefe einer Frau, an einen uns unbekannten Mann. Fallwickl verknüpft die Schicksale wieder so gekonnt miteinander. Schonungslos erzählt sie die Wahrheiten, die Frauen erleiden und erdulden, aber auch die Wahrheiten der Männer, die daraus Profit schlagen. Ein hartes Buch aber auch eine Geschichte der Befreiung und der späten Erkenntnis. Auch hier wird man kein weichgespültes Happy End vorfinden. Das Buch endet für mich mit einem Kopfschütteln. Nicht weil es an Hoffnung vermissen lässt, das tut es nicht, im Gegenteil. Die junge Tochter sät Hoffnung. Aber der Vater zeigt uns auch mach kurzen Momenten der Reflexion, dass das Patriarchat viel zu tief in ihm verwurzelt ist. Wieder ein Buch, dass ich gern weiterempfehlen werde. Und klar, nun muss ich auch 'Dunkelgrün, fast schwarz' lesen.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
28. Jan.
Rating:5

"Was bleibt von einem Menschen, wenn man ihm alles nimmt, seine Sprache, seine Umgebung, sein Selbstverständnis, wer ist er dann, zurückgeworfen auf sich selbst? Das Licht ist hier viel heller, obwohl das Meer es gierig verschluckt. Bis zu meinen Zähnen ist mein Mund angefüllt mit Wut." "Ich halte das nicht aus, denkt man, wenn etwas passiert, wenn man zerreißt, nie im Leben halte ich das aus, und dann hält man es doch aus." " [...] und so ist es doch mit allen Menschen. Was sie mit sich tragen, das wissen wir nicht, und deshalb sollten wir sanft zu ihnen sein." Vor knapp einem Jahr veröffentlichte BvSB sein Buch "Noch wach?". Durch den Account von @the_zuckergoscherl erfuhr ich von den Parallelen zu ihrem Roman "Das Licht ist hier viel heller". Bisher hatte ich nur "Dunkelgrün fast schwarz" von ihr gelesen, das ich damals sehr beeindruckend fand. Für mich war schnell klar: Es müssen dringend die Verkaufszahlen des Fallwickl-Buches erhöht werden und so erwarb ich es kurzerhand. Dass es nun doch noch so lange auf seine Lektüre warten musste, lag schlichtweg am Überangebot an Büchern in diesem Haushalt. Und an meiner Lesefaulheit. Nun wurde es also endlich von mir gelesen - und heute beendet. Gemeinsam mit @eva.liebt, mit der ich mich zwischendurch über den Inhalt austauschen konnte. Und Redebedarf gab es da definitiv. Aber wir sind uns beide sehr einig darüber, wie gut dieses Buch ist. Besonders beeindruckt haben mich die drei sehr unterschiedlichen Erzählebenen: Da gibt es den Schriftsteller Maximilian Wenger, seine Teenager-Tochter Zoey und die Briefe der Buchhändlerin Marlen an den Vormieter von Wengers Junggesellenbude, die in seinem Briefkasten landen. Eingebettet ist das Ganze in eine #MeToo-Geschichte, von der am Ende wieder nur ein Mann profitiert. Hier die Parallele zu BvSB. Und dann ist da noch Mareike Fallwickls Sprache. Ich kann gar nicht aufhören, davon zu schwärmen und habe darum diesen Text mit drei Kurzzitaten eröffnet und auch noch ein paar Textstellen in die Slides gehauen. Allein darum freue ich mich auch schon auf die Lektüre von "Die Wut, die bleibt" und "Und alle so still" (erscheint am 16. April). Auch wenn mir bewusst ist, dass die Bücher sicher noch um einiges unbequemer werden als dieses hier. Kleines Highlight: Ich weiß nun endlich, wie es zu dem Verb wengern kam.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
1. Jan.
Rating:5

Gewaltig und emotional

„Und es ist erstaunlich, wie gut man sich in seiner eigenen Familie verstecken kann. Vielen Menschen gelingt das jahrelang. Sie leben nebeneinander und aneinander vorbei, lächeln sich zu und sehen sich doch nie. Hinter verschlossenen Türen, wenn sie allein sind, fließt aus ihnen heraus, worüber sie niemals sprechen." Dieses Buch war gewaltig und hat mich zerissen. Danach hat es mich wieder zusammengesetzt. Die Art und Weise wie Mareike Fallwickl schreibt ist wie ein Sog für mich, ich kann einfach nicht aufhören zu lesen. Wie diese Frau mit Worten umgehen kann...unglaublich. Ich fand die Geschichte rund um Wenger, Zoey, Split und Patricia so spannend. Alles hat am Ende zu einander gefunden. Hätte ich dieses Buch nicht auf dem kindle gelesen, hätte ich vermutlich die Seiten zerissen- so wütend hat es mich gemacht. Ich wurde emotional so an den Rande des Wahnsinns getrieben, ich hätte am liebsten geweint. Vor allem weil das Buch, die Realität darlegt. So denken tatsächlich Menschen, so handeln sie auch im wahren Leben. „Und dann habe ich gedacht, vielleicht ist ein leichter Geruch nach Asche nur natürlich, nachdem der Körper so ein Feuerwerk abgebrannt hat, um mich zu schützen." Ich hätte Zoey so gerne umarmt

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
24. Sept.
Rating:5

Dieser Roman hat so einen Sog entwickelt, dass ich ihn gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Sprachlich ist er so wunderschön, einige Stellen haben mich einfach umgehauen. Der Text ist voller Kraft, Wut und Schmerz, aber auch Liebe und Mitgefühl, lässt eine*n voller Emotionen und Gedanken zurück. Unbedingte Leseempfehlung!

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
27. Aug.
Rating:4

Die Mischung aus Literatur, Familiengeschichte, Rape Culture und der Suche nach sich selbst hat mir sehr gefallen. Die Charaktere waren so realistisch und greifbar, mit all ihren Fehlern und frauenverachtenden Ansichten. Doch es bleibt für mich auch ein bisschen zahnlos und zu einfach. Wahrscheinlich hatte ich eine ähnliche Dringlichkeit wie bei 'Prima Facie' erwartet - die ich nicht bekommen habe. Nichtsdestotrotz ein unglaublich wichtiges Buch, das man gelesen haben sollte.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
20. Aug.
Rating:4.5

Nach "Die Wut, die bleibt" ist "Das Licht ist hier viel heller" mein zweiter Roman von Mareike Fallwickl und für mich persönlich ein hervorragender Roman. Wichtige Themen werden uns auf emotionale, kluge Weise und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Autorin schafft es, dass mann die geschriebenen Wörter fühlt. Teilweise hatte ich fast körperliche Schmerzen, weil mich Wenger zum Verzweifeln gebracht hat. Selten habe ich einen so einen unsympathischen Protagonisten erlebt. Aber der Roman braucht diesen egozentrischen, narzisstischen und ekelhaften Typen. Ich finde, dass Mareike Fallwickl ein unfassbar tolles Talent hat, Charaktere in all ihren Facetten zu zeichnen. Das zeigt sich besonders an Zoey. Zoey, eine starke und wütende junge Frau, die ich sehr ins Herz geschlossen habe.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
17. Aug.
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Rating:3

Mehrere Erzählperspektiven zu einer Geschichte zu verweben ist ein Markenzeichen von Mareike Fallwickl. In ihrem zweiten Roman setzt sie sich mit dem Thema männlicher Machtmissbrauch aus der Sicht der 17jährigen Zoë, ihrem Vater Maximilian und einer Briefeschreiberin auseinander. Auch in diesem Roman bekommen die eher Stummen, Schüchternen im menschlichen Miteinander eine starke Stimme. Wie schon bei "Dunkelgrün fast schwarz" mit Raffael werde ich aber mit der Passivität und Introvertiertheit von Zoë nicht warm. Ihre beiden Eltern sind mir zu oberflächlich dargestellt, die absolute Ignoranz ihren Kindern gegenüber ist mir zu überzeichnet. Das die Autorin ihre männliche Hauptfigur nicht mag, merkt man von Anfang bis Ende. Das finde ich schade, die Figur hätte ich mir differenzierter gewünscht. Maximilian erinnerte mich in seinem Mackertum an Heinz Strunks Rechtsanwalt Roth aus "Ein Sommer in Niendorf", der aber liebevoller gezeichnet wird. Großartig finde ich an dem Roman die vielen Metaphern und Wortspiele, die mich beim Lesen funkelnd angesprungen und kurzverzaubert haben.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
12. Juli
Ein wichtiges Buch!
Rating:4

Ein wichtiges Buch!

Mein 3. Buch von Mareike Fallwickl und wieder schafft sie es, den Lesenden zu wichtigen Themen die Augen zu öffnen bzw. zum Nachdenken anzuregen. Es wird eine Familiengeschichte beschrieben in der sich Barbara, das Kindermädchen, mehr um Zoey und Spin kümmert als die Eltern. Diese sind mir sich, ihren Karrieren und neuen Liebschaften vollends ausgelastet. Dabei merken sie nicht, welche Bedürfnisse die Kinder haben, welche Gefühle sie umtreiben und was in ihrem Leben passiert. Keine Ahnung vom ersten Liebeskummer der Tochter und einem sexuellen Übergriffe mit dem sich Zoey konfrontiert sieht. Das Buch handelt aber auch von der bedingungslosen Geschwisterliebe, die Hoffnung macht und für mich ein deutlicher Lichtblick in den gestörten Beziehungen war. Vor dieser Familienkulisse verhandelt Fallwickl feministische Themen, Gewalt von Männern gegen Frsuen, aber auch untereinander, Geschlechterrollen, den Druck von Social Media, Schönheitsideale und den gesellschaftlichen Druck immer auf der Welle mitzuschwimmen. Dabei erhält man durch einen Facettenreichtum Einblick in die Sichtweisen der unterschiedlichen Generationen.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
7. Mai
Rating:4.5

Gelesen hab ich den Roman Anfang des Jahres. Es war mein erstes Buch der Autorin und konnte mich auf ganzer Linie überzeugen, auch wenn es anfangs bisschen so vor sich hinplätschert und mich fast verloren hätte. Aber schauen wir uns erstmal an, worum es geht: Maximilian Wenger, ein ehemals erfolgreicher Bestseller-Autor, mittlerweile eine gescheiterte Existenz, wurde gerade von seiner Frau vor die Tür gesetzt, vegetiert nun in einer kleinen Wohnung vor sich hin und droht immer mehr zu verwahrlosen. In unregelmäßigen Abständen bekommt er Briefe von einer Frau, die eigentlich an seinen Vormieter gerichtet sind, in denen sie von Verrat, sexueller und körperlicher Gewalt, Erpressung und Angst schreibt und welche ihm die Inspiration für seinen neuen Roman liefern. Wengers Tochter Zoey ist 18, versucht sich gerade von ihren Eltern zu lösen, findet den Vater peinlich und die Mutter übergriffig… sie arbeitet heimlich in einem Fotostudio um Geld zu sparen, bis sie eine Erfahrung macht, die ihren Glauben an das Gute über den Haufen wirft. Auch sie liest heimlich die Briefe, die ihr aus dem Herzen zu sprechen scheinen, die ihre Ohnmacht und ihre Wut in Worte fassen. - Fallwickel zeichnet mit ihren Hauptprotagonist*innen Zoey und Wenger zwei Personen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Wenger ist das Abbild eines alten weißen Mannes und mir dadurch von Beginn an absolut unsympathisch. Er denkt, dass die Welt ihm gehört, ist überheblich, frauenfeindlich, sexistisch… ich denke ihr wisst genau was ich meine. Zoey dagegen ist tough, weiß was sie will und nicht will, tritt für Gleichberechtigung und Frauenrechte ein. Zu Anfang liest man viel aus Wengers Perspektive und was soll ich sagen: der Typ hat mich einfach nur aufgeregt und wütend gemacht. Dies war auch der Grund, warum ich es fast abgebrochen hätte, da ich ganz ehrlich kein Buch über einen misogynen Vollidioten lesen wollte. Hier war es lediglich Fallwickels Schreibstil und der Tatsache, dass ich wissen wollte, wie es mit den Briefen weitergeht, zu verdanken, dass ich am Ball geblieben bin. Als Zoey dann immer mehr Anteil an der Geschichte bekommt, entwickelt sich zwischen den beiden Blickwinkeln eine tolle Dynamik, auch wenn sie etwas schwarz-weiß dargestellt wird. Es wird mit den Extremen gespielt, etwas was die Autorin sehr gut kann, ohne dabei in Klischees abzurutschen, denn das gruselige ist, dass es genauso der Realität entsprechen könnte. Hauptthema ist die #metoo Thematik, weibliche Selbstbestimmung, das Recht auf den eigenen Körper, das Ganze wunderbar erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Nebenbei fließen auch andere feministische Themen mit ein ohne den Roman zu überladen. Alles in allem eine große Empfehlung, die definitiv Lust auf weitere Werke der Autorin macht.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt
13. März
sehr gut erzählte Geschichte
Rating:4.5

sehr gut erzählte Geschichte

Das Buch Das Licht ist hier viel heller von Mareike Fallwickl ist auf 384 Seiten in drei Perspektiven geschrieben. Hierbei begleiten wir einmal einen abgestürzten Schriftsteller auf dem Weg zum besseren, dann eine Frau durch Briefe und die Tochter des Schriftstellers auf dem Weg ins Erwachsenwerdens. Hierbei ist der Fokus sehr auf die persönliche Entwicklung und prägende Erlebnisse gerichtet. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und mich an einigen Stellen sehr schockiert.

Das Licht ist hier viel heller
Das Licht ist hier viel hellerby Mareike FallwicklFrankfurter Verlagsanstalt