Alt und neu, anachronistisch und historisch
Diese Artus-Geschichte hat mich wirklich fasziniert. Sie verbindet so viele Dinge miteinander, die miteinander verwoben sind, nebeneinander stehen und sich eigentlich ausschließen müssten und das macht die Geschichte so stark. Einerseits wird die Geschichte von Collum erzählt, der ein Ritter der Tafelrunde werden möchte und feststellen muss, dass Artus tot und die Tafelrunde kaum noch besetzt ist. Ein Kampf um die Zukunft des Reichs entsteht. Andererseits erfährt man in Kapiteln in der Rückschau die Hintergründe und Questen, Prophezeiungen und Geschichten der noch anwesenden Tafelritter wie Palomides oder Dinadan und jeder liefert seine eigene Perspektive auf Artus und das alte Reich, sowie auf die Zukunft. (So viel gute Repräsentation, die wahnsinnig klug und nahtlos eingebaut wurde.) Und nicht nur das steht sich gegenüber, es werden auch ganz andere Dinge diskutiert und umkämpft (literally): Alte Magie und Christentum, Schicksal und Selbstbestimmung, Tradition und Fortschritt... Dabei ist das Buch erfrischend ahistorisch, ohne die Vorstellungen von Rittern und Ehre und all die Archetypen in unseren Köpfen dabei respektlos zu behandeln. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr muss ich noch einen halben Stern mehr geben, glaube ich. Es gab mehr als einen Moment, in dem mein Mediävisten-Herz sich über Referenzen gefreut hat. Man merkt, dass viel recherchiert wurde und sich Gedanken gemacht wurden, welche Parts aus Geschichte und Geschichten behalten und verwendet werden soll. Und das reiht sich doch wunderbar in die Tradition ein, wie die Artus-Geschichte sich entwickelt hat und überliefert wird.












