Selma hat ihren Lebenspartner und ihre Anstellung verloren, weshalb sie wieder beim Vater wohnen muss. In der Hoffnung beruflich doch noch etwas bewegen zu können, unternimmt sie einen Kurztrip nach London. Der Plot klingt vielleicht nach einem leichten Unterhaltungsroman, aber hier wird schonungslos die Erschöpfung und das Leiden der mittelalten Selma dargestellt. Marlene Streeruwitz versteht es, einen Sprachrhythmus zu kreieren, der wie ein Sog ist und den Gedankenstrom von Selma gut abbildet. Man wird beim Lesen so in ihre Gedanken und Gefühle hineingezogen, dass man immer wissen will, wie der Londontrip weiter verläuft. Was mir aber absolut nicht in den Kopf will, ist die Tatsache, dass im Klappentext mit einem Ereignis geworben wird, das erst in Kapitel 26 (von 31) geschieht. Keine Ahnung, was sich die Leute dabei denken... Mir hat es den Lesespaß ein wenig verhagelt, weil ich zu lange auf dieses Ereignis - das ich aufgrund des Klappentextes für das Hauptereignis hielt - gewartet habe.
31. MärzMar 31, 2024
Entfernung.by Marlene StreeruwitzFISCHER Taschenbuch
