Versuche immer so zu leben, dass du immer die Wahrheit sagen kannst
Da ich „Extrem laut und unglaublich nah“ sehr mochte, habe ich mich auf „Alles ist erleuchtet“ sehr gefreut, vor allem, weil ich es im Buddyread gelesen habe. Das Buch liest sich aber leider nicht so einfach. Eigentlich gibt es im Buch vier Erzählstränge, die munter durcheinander erzählt werden, so dass ich vor allem am Anfang, ob der vielen Namen und Schauplätze ein wenig überfordert war. Ein Zeitstrahl oder auch Stammbaum hätte geholfen. Erzählt wird von dem Autor Jonathan Safran Foer, der sich auf einen wahnwitzigen Roadtrip durch die Ukraine begibt, auf der Suche nach der Frau, die einst seinem Großvater das Leben gerettet hat. Mit dabei ist der ukrainische Dolmetscher Alex, dessen Englisch verbesserungsfähig ist, sowie dessen „blinder“ Großvater, der als Fahrer engagiert wird, nebst Blindenhund. Allein diese Kombination entwickelt absurde und komische Situationen. In Rückblenden erfahren wir, wie das jüdische Schtetl, in dem sein Großvater aufgewachsen ist, zu seinem Namen gekommen ist und folgen der Geschichte des Mädchens Brod ab dem Jahr 1791. In anderen Rückblenden erfahren wir mehr über das Leben des Großvaters und über das Schicksal des Schtetls während des zweiten Weltkriegs. Dies beinhaltet erschütternde menschliche Tragödien, die von Foer mit besonderem erzählerischem Stilmittel eindrucksvoll und beklemmend beschrieben werden. Der vierte Erzählstrang sind Briefe, die Alex an Jonathan schreibt, in denen er wohl das uns vorliegende Buch Korrektur liest und seine Anmerkungen bezüglich des Inhalts mitteilt. Das Buch ist mit viel Humor und Augenzwinkern geschrieben. An anderen Stellen beschreibt er sehr ergreifend die Tragik des Holocausts. Besonders in der Geschichte um Brod wendet er aber auch eine unnötig obszöne Sprache an, beschreibt misogyne und übergriffige Handlungen sehr deutlich und abstoßend. Alex gesteht an einer Stelle: „Es gab Teile, die ich nicht verstanden habe…“ Mir ging es ähnlich. Ich habe auch manches nicht verstanden und manche Personen blieben mir leider bis zum Ende verschlossen. Die historischen und familiären Geschichten haben mich sehr angesprochen, aber die herausfordernde, überspitzende Erzählweise war meinem Lesevergnügen nicht zuträglich.













