
𝐀𝐦 𝐅𝐥𝐮𝐬𝐬 𝐝𝐞𝐫 𝐒𝐭𝐞𝐫𝐧𝐞 ist der zweite Band der sogenannten Kitay Dilogie von Guy Gavriel Kay. Beide Bücher beschäftigen sich mit der Tang und der Song Dynastie im alten China. Guy Gavriel Kay verblendet hier tatsächliche historische Ereignisse mit fiktiven. Er erfindet Figuren, die es historisch belegt nicht gab, aber gegeben haben könnnte. Der zweite Band in diesem Zyklus spielt lange nach den Ereignissen von Band 1. Das chinesische Machtzentrum sitzt in einer anderen Metropole. Das alte Xi'an ist Tummelplatz für Archäologen und Legendenjägern geworden. Aber es sind immer noch die nördlichen Steppenreiter, die das chinesische Reich bedrohen. Alter Glanz perlt schon lange ab. Das Regime ist fett und faul und korrupt geworden. Die Jungen träumen von glorreichen Taten a la "Make Kitay great again". "𝐓𝐡𝐞 𝐰𝐨𝐫𝐥𝐝 𝐢𝐬 𝐧𝐨𝐭 𝐬𝐨𝐦𝐞𝐭𝐡𝐢𝐧𝐠 𝐭𝐨 𝐛𝐞 𝐮𝐧𝐝𝐞𝐫𝐬𝐭𝐨𝐨𝐝. 𝐈𝐭 𝐢𝐬 𝐯𝐚𝐧𝐢𝐭𝐲, 𝐢𝐥𝐥𝐮𝐬𝐢𝐨𝐧 𝐭𝐨 𝐞𝐯𝐞𝐧 𝐭𝐫𝐲." Ich liebe grundsätzlich historische und politische Fantasy, wobei der phantastische Anteil hier nur noch homöopathisch zu spüren ist. Das Buch wird beworben mit "Game of Thrones meets China" und diesem Vergleich kann ich tatsächlich mal etwas abgewinnen. Ich bin ein grosser Fan des Konzepts "die erste Hand des Königs" und das sehen wir hier in Form eines ersten Ministers, in dessen Händen sich enorme Macht ballt. Ich liebe Political Intrigue und das bekommt man vor allem in diesem zweiten Buch zur Genüge. Sprachlich erinnert mich Kay ein bischen an die Art von Tad Williams. Er hat so einen unaufgeregten, ausgeschmückten, intellektuellen Erzählstil, den ich ehrlich gesagt sehr mag. Beide Bücher der Reihe waren für mich total solide. Highlights im Sinne von Herzklopfen und aufgeregtem Umblättern waren sie jedoch nicht.


