Dieser Roman basiert auf der Geschichte der wahren Ruth Harkness, die als erste Person einen Pandabären in einen Zoo brachte. Dafür reiste sie nach China, um einen zu suchen und den letzten Traum ihres Mannes zu erfüllen.
Was ich ein wenig schade finde, ist, dass die Autorin die Frau als "Schlam*pe" darstellt. Warum? Kann ich leider nicht verraten, aber diese Tatsache im Buch ist meiner Meinung nach erfunden, weil sie bei Fakten und Fiktion hinten im Werk nicht aufgezählt wird. Die wahre Ruth Harkness hatte ihren Ehemann sehr geliebt und als der starb, litt sie sehr an seinem Tod. Das zeigt auch ihr wahrer Lebenslauf, dass sie schon 1947 starb, alleine und unter starkem Alkoholeinfluss. Sie hat ihren Mann sehr vermisst und konnte ohne diesen kaum weiterleben. Dazu wird sie als sensations- und geldgeil im Buch dargestellt.
Dadurch ist die Geschichte für mich nicht mehr so interessant gewesen. Der Anfang bis zur Mitte war gut, ab da verliert sich die Spannung und erst zum Ende hin, als Ruth Harkness zur Vernunft kommt, wird es wieder ein bisschen interessanter.
Der Schreibstil der Autorin ist dagegen sehr flüssig, was es angenehm gemacht zu lesen.
Fazit: Ein flüssig geschriebener historischer Roman über eine bemerkenswerte Frau, die leider durch die veränderten Tatsachen im Buch an Sympathie verliert und dadurch auch die Spannung nachlässt. Von mir gibt es 3,5 Sterne dafür.
Die Autorin entführt uns in die 1930er Jahre nach New York und China und erzählt die faszinierende Geschichte von Ruth Harkness, einer Frau, die nicht nur ihrer Zeit, sondern auch den gängigen Vorstellungen von Abenteuerlust und Weiblichkeit weit voraus war. Mit einer Mischung aus Glamour, Mut und Unbeirrbarkeit gelingt es ihr, den ersten lebenden Panda in die USA zu bringen und damit eine weltweite Sensation auszulösen.
Die Autorin zeichnet dabei nicht nur das Bild einer außergewöhnlichen Persönlichkeit, sondern wirft zugleich einen kritischen Blick auf die Anfänge des westlichen Naturverständnisses zwischen Faszination für das Exotische, Gier nach Sensationen und dem aufkeimenden Bewusstsein für Tierwohl und Naturschutz.
Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich etwas Zeit gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden. Sobald ich aber im Erzählfluss angekommen war, hat mich die Handlung tief berührt. Die Mischung aus Abenteuer, persönlichem Schicksal und kulturhistorischem Hintergrund ist spannend und gleichzeitig bewegend. Besonders die Darstellung der Pandas hat mich sehr nachdenklich gemacht. Statt um ihr Wohlergehen drehte sich vieles bald um Ruhm und Konkurrenz. Ich hätte mir gewünscht, dass Ruth früher zu der Einsicht gelangt, dass wahre Größe nicht im Spektakel, sondern im Respekt vor der Natur und ihrer Tierwelt liegt.
Ein beeindruckender Roman über eine Frau zwischen Glamour und Verantwortung, über die Faszination der Wildnis und die Frage, welchen Preis wir bereit sind zu zahlen, wenn wir das Verborgene ans Licht holen.
Ein spannendes, zugleich trauriges und sehr eindringliches Buch, das noch lange nachhallt, nicht nur wegen seiner historischen Figuren, sondern auch wegen der zeitlosen Fragen, die es aufwirft.
Dieses Buch habe ich leider abgebrochen.
Der Inhalt klang erstmal super interessant.
Ruth Harkness lebt in den späten 30zigern in New York. Nach einem Schicksalsschlag will sie eine wichtige Reise fortsetzen und den ersten echten Pandabären, hier auch Bambusbären genannt, in Asien sehen. Doch mit und mit scheint ihr die Situation aus den Händen zu gleiten.
Größtenteils beruht das Buch auf echten Gegebenheiten, ein weiteres Thema ist die Fotografie und Entwicklung der Bilder.
Leider kam ich mit dem sehr abstrakten Schreibstil nicht zurecht. Die Sätze waren mir zu lang und viel zu verschachtelt. Es wirkte für mich mehr nach einem trockenen Sachbuch und ich hatte nach 2 Seiten schon wieder vergessen wa ich gelesen hatte.
Deshalb habe ich nacheinem Drittel abgebrochen! Wer sich aber für die Geschichte der chinesischen Pandabären interessiert, sollte hier durchaus mal reinlegen.
Ich schätze trotzdem die Arbeit der Autorin sehr wert.
⭐️⭐️⭐️⭐️
Fernweh kuriert, entspannte Lesestunden erlebt und noch etwas dabei gelernt.
Ja, sie sind putzig. Mit ihrem schwarz-weißen Fell, den schwarzen Ringen um die Augen und dem dicken, vollen Teddy-Gesicht sind Pandas trotz ihrer Größe der Inbegriff von Niedlichkeit. Und deshalb setzten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts so einige darauf, sie zur Attraktion in Zoos zu machen. Andere fanden, dass sie auch ausgestopft beeindruckend seien und schossen sie ab. Ein Abenteurer wollte sie aber auf jeden Fall lebend in die USA bringen: Bill Harkness. Als er auf einer Expeditionsreise starb, setzte sich seine Witwe in den Kopf, sein Vermächtnis zu erfüllen und selbst einen der Bären aufzuspüren und in die USA zu bringen. Die „Panda-Lady“ war geboren.
Inwieweit Ruth Harkness‘ Motive wirklich Artenschutz war, mag dahinstehen – auf jeden Fall brachte es ihr ein riesiges Presse-Echo ein, als sie tatsächlich mit einem Baby-Panda namens Su Lin in Amerika eintraf. Während sie sich einerseits in dem Ruhm sonnte, das begehrteste Tier der Welt an die Öffentlichkeit gebracht zu haben, regte sich in ihr gleichzeitig der Beschützerinstinkt. Sie war keine Wissenschaftlerin, sondern „nur“ jemand, der gute Kontakte nach Asien und einen starken Willen hatte. Ob sie mir sympathisch gewesen wäre, wenn ich sie kennengelernt hätte? Ich weiß es nicht…
Ruth Kornberger erzählt in diesem Roman ihre Geschichte und damit gleichzeitig die der Pandabären. Lange Zeit galten sie als Mysterium (ähnlich dem Yeti) und als dann tatsächlich lebende Pandas in die USA gebracht wurden, verursachte das einen regelrechten Panda-Hype. Doch die nach Übersee verbrachten Tiere konnten außerhalb ihres natürlichen Lebensraums selten lange überleben und so war der Aufbau einer Zucht im Zoo ein utopisches Unterfangen. Und wie man so schön sagt: die Dosis macht das Gift. Je begehrter die Tiere waren, desto mehr setzte man ihnen nach. Und das hatte verheerende Folgen. Heute kennen wir das Ausfuhrverbot von Pandas – nur selten und nur an ausgewählte Staaten werden Tiere von China verschenkt. Dies alles nahm seinen Anfang in den 1930er Jahren und das ist der Plot, den Ruth Kornberger hier aufbereitet.
Ich habe den Roman gern gelesen und konnte mir die Expeditionen und Ruth als Person sehr gut vorstellen. Allerdings war sie mir in ihren Ansichten und ihrem Handeln nicht immer sympathisch. Dafür kann natürlich die Autorin nichts – sie hat Ruth so dargestellt, wie sie sie in ihrer Recherche kennengelernt hat. Sie war ein exzentrischer Mensch, der gern im Mittelpunkt stand und sicherlich auch manipulativ vorgehen konnte um zum Ziel zu kommen. Ihre Liebe zum Pandababy Su Lin hatte etwas Verzweifeltes und Vermenschlichendes, das dem Tier wohl nicht immer gut tat. Andererseits machte sie eine Entwicklung durch und lernte im Laufe der Zeit, dass weniger manchmal mehr ist – in welcher Entscheidung dies gipfelte, muss aber jeder selbst lesen.
Mit „Die Spur der Pandabären“ wird ein spannendes zoologisches Thema aufgegriffen, das mich mitnahm auf eine Reise in die tiefen Bambuswälder Asiens. Fernweh kuriert, entspannte Lesestunden erlebt und noch etwas dabei gelernt – ich fühlte mich gut unterhalten und empfehle das Buch gern weiter.
Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich so sehr fasziniert und zugleich emotional berührt hat wie „Die Spur der Bambusbären“. Ruth Kornberger ist es gelungen, aus einer fast vergessenen wahren Geschichte ein atmosphärisches, lebendiges und tiefgründiges Porträt einer außergewöhnlichen Frau zu zeichnen – Ruth Harkness.
Schon nach den ersten Seiten spürt man, dass hinter ihrer schillernden Fassade mehr steckt: eine verletzliche, mutige, entschlossene Persönlichkeit, die sich nach etwas Echtem, Bleibendem sehnt. Als ihr Geliebter Bill stirbt und seine geplante Expedition nach China unvollendet bleibt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung – und bricht selbst auf in ein fremdes, herausforderndes Land, um seinen Traum zu verwirklichen.
Sie es tatsächlich schafft, den ersten lebenden Pandabären – Su Lin – in die USA zu bringen, ist nicht nur eine zoologische Sensation, sondern ein mediales Großereignis. Ruth steht plötzlich im Mittelpunkt der Öffentlichkeit, wird gefeiert, aber auch vereinnahmt.
Die Sprache der Autorin ist recht feinfühlig, zugleich aber auch recht bildhaft und fesselnd. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, in zwei Welten gleichzeitig zu sein: im vibrierenden Manhattan der Vorkriegszeit und im dichten, geheimnisvollen Bambuswald Chinas.
Die restlichen Figuren der Geschichte sind vielschichtig, auch die Nebencharaktere tragen zum Gesamtbild bei und machen das ganze rund und glaubhaft.
Fazit: „Die Spur der Bambusbären“ ist für mich weit mehr als ein historischer Roman. Es ist ein großartiges aber auch berührendes Buch, wie ich finde, das noch lange in mir nachklingen wird. Ich kann es nur wärmstens empfehlen – nicht nur an alle, die historische Romane lieben, sondern auch an jene, die sich für ungewöhnliche Lebensgeschichten, Tierschutz oder interkulturelle Begegnungen interessieren.