Ich habe sehr geweint.

Ein Mann kehrt anlässlich des Todes seines Vaters in seine Heimatstadt zurück - eine Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit setzt ein. Schon eine Seite (siehe Bild) lässt ein Gefühl wachsen für das Kommende. Man wird ruhig, besinnt sich auf die eigenen Erfahrungen, die während des Lesens Resonanz zur Lektüre bieten. Wie waren wir als Kinder? Welche tief empfundenen Gefühle setzen sich hahrelang hartnäckig fest und sind am Ende des Lebens doch absolut unwichtig und nur ein Quell der die einsetzende Reue speist? Bei Taniguchi gibt es kein Gut und Böse, keine Schuld und keine Helden - es gibt nur Menschen und deren Handlungen. Früher kannte ich den Namen Taniguchi nicht mal. Heute ist er (für mich) einer der ganz großen Mangakas (wenn nicht gar der Größte). Oder wie Christian Gasser (von der NZZ) schrieb: "Letztlich geht es in den Geschichten von Taniguchi um die Suche nach Glück, die er in einer berührenden Mischung aus Humanismus, Melancholie, leichter Skepsis, feinem Humor und viel Poesie schildert." Oder wie ich es bereits in früheren Rezis zu Taniguchis Werken schrieb: Ein Werk von Taniguchi lesen ist lesendes Meditieren.
Ein ruhiges und bedachtes Werk das sich mit den Themen Familie, Reue und Selbstfindung befasst. Inhaltlich erinnert es mich von der Prämisse her an „Vertraute Fremde“, da Taniguchi in beiden Werken den oben genannten Themenkreis abbildet und durchdringt. Im vorliegenden Werk geht es um einen Mann der nach vielen Jahren der selbstgewählten Entfremdung von seiner Familie nun aufgrund des Todes seines Vaters wieder in die Heimat zurückkehrt. Dort erfährt er vieles über seinen Vater, seine Familie und auch sich selbst. Zeichnerisch ist das Werk absolut hervorragend, der typische Stil von Taniguchi ist sofort erkennbar. Beeindruckend fand ich wie gut die Zeichnungen die Emotionen der Figuren darstellen und vermitteln. Alles in allem sehr interessant und kurzweilig.

Sehr fesselnde Geschichte!
Ich konnte mich sehr gut in die Geschichte rein fühlen. Sie hat mich sehr zum nachdenken bewegt und das fand ich sehr schön 🙈 Ich bin am Ende tatsächlich auch etwas emotional geworden, weil die Geschichte sich für mich so greifbar real anfühlte. 👀 Ein schönes Werk und sehr zu empfehlen ☺️

Persönlich und emotional
Dieses Werk erzählt uns die Geschichte eines erwachsenen Mannes welcher gezwungen ist in seine Heimat zurückzukehren als sein Vater stirbt. Er war seit über 15 Jahren nicht mehr dort und wird mit vielen Geschichten und Erlebnissen konfrontiert, die seine eigene Sicht der Dinge erklären. Mit einem persönlichen Nachwort von Taniguchi.




