
Die Handlung spielt in Neo-Tokio, einer Stadt, die nach einer katastrophalen Explosion im Chaos versinkt. Motorradgangs rasen durch die Straßen, die Regierung ist korrupt, und überall brodelt es. Mittendrin: Kaneda und Tetsuo, zwei Freunde, die durch eine Verschwörung rund um das geheimnisvolle Akira in einen Strudel aus Gewalt, Wahnsinn und übernatürlichen Kräften gezogen werden. Was mich sofort gepackt hat, ist diese dichte, düstere Atmosphäre. Man spürt die Verzweiflung in der Stadt, die ständige Bedrohung – und gleichzeitig ist da diese rohe Energie, dieser jugendliche Rebellionsgeist, der sich durch die ganze Geschichte zieht. Visuell ist Akira ein sehr beeindruckenes Werk. Die Detailtiefe in den Stadtpanoramen, die wuchtigen Explosionen, die Bewegung in den Actionszenen, es gibt kaum einen Manga, der so lebendig und kraftvoll aussieht. Otomos Zeichnungen sind brutal präzise und gleichzeitig voller Chaos, was perfekt zur Geschichte passt. Die Charaktere sind ebenso stark inszeniert. Kaneda ist ein großspuriger Draufgänger, aber einer, den man sofort ins Herz schließt. Tetsuo dagegen ist tragisch – seine Entwicklung macht ihn nicht einfach nur zum Bösewicht, sondern zu einer Figur, mit der man mitleidet, auch wenn er immer unkontrollierbarer wird. Was Akira so besonders macht, ist, dass es weit über eine simple Sci-Fi-Story hinausgeht. Es geht um Macht, um Kontrolle, um die Angst vor dem Unbekannten und um eine Gesellschaft, die sich nach einer Katastrophe neu finden muss. Die Anspielungen auf Japans eigene Geschichte mit Krieg und Zerstörung sind unübersehbar. Und auch heute fühlt sich vieles, was Otomo damals gezeichnet hat, noch beängstigend aktuell an. Akira ist nicht einfach nur ein Manga, es ist ein Erlebnis. Düster, intensiv, bildgewaltig und voller Bedeutung.



