1. Jan.
Rating:3

"Josh und Alex sind Freunde - bis Alex mit Rikki flirtet, für die Josh schwärmt. Um ihm eins auszuwischen, loggt Josh sich auf Alex' Friendbook-Seite ein. Als er dort ein Nacktfoto der scheuen Anna entdeckt, postet er es spontan mit einem blöden Kommentar - in Alex' Namen. Doch die Sache läuft aus dem Ruder, denn nicht nur Alex wird Opfer von Joshs Aktion, sondern auch Anna. Das hat Josh nicht gewollt, aber zum Geständnis fehlt uhm der Mut. Dann bittet Alex ihn auch noch um Hilfe. Was nun?" Dieses Buch eignet sich gut als Schullektüre – gerade, weil es ein Thema aufgreift, das Jugendliche real betrifft und nicht theoretisch bleibt. Sexting, Gruppenchats, Weiterleitung von Nacktbildern: Das alles wirkt hier unangenehm nah an der Realität. Der Roman ist spannend und realistisch geschrieben, sprachlich einfach gehalten und damit gut zugänglich. Jedoch wirken Joshs Erinnerungslücken unpassend – sie nehmen der Geschichte eher Klarheit, statt Spannung zu erzeugen. Auch das Ende überzeugt nicht. Die Entwicklung rund um Rikki ergibt in sich keinen Sinn und fühlt sich nicht konsequent zu dem an, was zuvor aufgebaut wurde. Gerade hier hätte das Buch Stärke zeigen können, verliert aber an Glaubwürdigkeit. Stark angefangen und stark nachgelassen. Die zentrale Botschaft bleibt trotzdem stark – und unbequem: Das Weiterverbreiten von Nacktbildern in Jugendgruppen kann zerstörerische Folgen haben, bis hin zu suizidalen Konsequenzen. Gleichzeitig zeigt das Buch ein massives rechtliches Versagen, weil viele Täter:innen straffrei bleiben oder kaum Konsequenzen erfahren. Diese Diskrepanz zwischen Schaden und Strafe ist jedoch realistisch.

#selbstschuld – Was heißt schon privat
#selbstschuld – Was heißt schon privatby Thomas FeibelCarlsen