Maya Vidal, gezeichnet vom Leben
Die 19-jährige Maya reist in den Süden Chiles - auf eine kleine Insel nahe Chiloé, fernab von der Welt und in der Hoffnung auf einen Neuanfang. Isabel Allende erzählt in zwei verschiedenen Zeitsträngen von Mayas Gegenwart und Vergangenheit. Die junge Frau ist sichtlich vom Leben gezeichnet und die anfangs idyllische Geschichte entwickelt sich schnell zu düsteren Themen (sexueller Missbrauch, Alkohol- und Drogenabhängigkeit, Trauerverarbeitung). Darauf muss man vorbereitet sein. Ich habe ein bisschen gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen, auch weil viele Namen fallen, die ich nicht immer zuordnen konnte. Die Story an sich hat mir aber sehr gut gefallen und das obwohl Maya manchmal etwas egozentrisch und nervig war (nicht als Erzählerin, sondern als Figur). Ihre guten Seiten und die schwierige Vergangenheit glichen das aber wieder aus. Besonders gut hat mir gefallen, dass auch die Geschichte Chiles in dem Roman aufgegriffen wurde, wie es typisch für Isabel Allende ist, die als Journalistin dort gearbeitet hat und nach dem Putsch ins Exil gegangen ist. Diese Eindrücke waren äußerst wertvoll und ich wünschte, ich hätte das Buch vor meiner Reise dorthin gelesen. Definitiv eine Empfehlung, nicht nur für Südamerika-Interessierte!

