Irgendwie pointless (enthält Spoiler)
Diese Rezension schreibe ich eigentlich nur, weil ich mich auf einer achstündigen Zugfahrt befinde. Und ich werde high ankommen, weil's im IC nach Gras riecht. ANYWAYS: Als ich das Buch beendet habe, war ich so: Okay. Und jetzt? Es hat mich ohne irgendeine Emotion zurückgelassen, wenn man von leichter Verwirrung absieht. Es ist so viel passiert, so viele Themen angerissen (Zwangsprostitution, Menschenhandel, Blutrache, häusliche Gewalt), aber nichts zu Ende geführt oder irgendwie... eingeordnet. Am Ende haben wir immer noch unsere zwei Protagonisten, die ihrem Ziel kein Stück näher gekommen sind. Aber das ist ihnen auch egal, weil Finns Vater tot und der Zuhälter im Knast ist. Und es ist natürlich nicht schlimm, dass sie zwei obdachlose Jugendliche sind, darunter eine Einwanderin ohne Einreiseerlaubnis. Sie leben ja auf einem Floß, da wird man selten kontrolliert. Aber was sollte das mit dieser Fehde unter den Familien? Nach kurzer Recherche habe ich nichts über deutsche Clans (mit deutschen Wurzeln) gefunden, die sich gegenseitig abknallen. Wahrscheinlich hat die Autorin den Familien deutsche Namen gegeben, damit das nicht rassistisch rüberkommt. Aber kann man das nicht irgendwie anders lösen? Zum Beispiel, indem man einfach nicht Deutschland als Handlungsort nimmt? Ich habe es bei meinem besten Freund gelesen (ich hab's ihm sogar zum Geburtstag geschenkt) und es hat mich unterhalten, aber ich würde es nicht nochmal kaufen. Vor allem habe ich für 24€ ein Hardcover erwartet, kein Taschenbuch. Meine Empfehlung: Schaut mal rein, wenn ihr es irgendwo seht, aber schenkt es nicht eurem besten Freund.

