Das Buch ist mit 60 Seiten tatsächlich eines der kürzesten, die ich je gelesen habe. Ich bin tatsächlich über einen Zeitungsartikel über den Autor gestolpert. Da ich ein großer Fan bin von Büchern und Autoren und besonders deren Schreibstil, aus dem 19 Jhd . bin war das Büchlein Pflicht für mich. Noch neugieriger hat mich dann nur noch gemacht, dass in der Buchbeschreibung stand: "Nur zu vergleichen mit Goethes Werther" und dass es die erste Ich-Erzählung ist, die damals 1890 in Japan veröffentlicht wurde. Was als revolutionär galt. Und das die Geschichte "die Tänzerin" teilweise Autobiografisch ist. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und plätschert einige Seiten lang, hin und her. Man erfährt einiges über den Hintergrund des Protagonisten und für mich hat es sich fast angefühlt als würde er ein guter Freund sein, der seine Gedanken mit mir teilt. Und es ist wirklich ein interessantes Leben, das der japanische Medizinstudent in Berlin führt. Dann lernt er die Tänzerin Elis kennen und sein sonst so geordnetes Leben und sein Umfeld gerät außer Kontrolle. Natürlich ist diese kleine und am Ende doch sehr tragische Liebesgeschichte nicht zu vergleichen mit den ganzen Lovestorys in diesen letzten Jahren. Wer nach so etwas sucht, ist hier nicht an der richtigen Stelle. Aber trotz der Tragik, die einen umso mehr mitreißt wenn man sich wieder erinnert, das dies dem Autor selbst passiert ist, ist sie trotzdem einfach irgendwie perfekt. Die Geschichte "im Umbau" die ebenfalls im Buch enthalten ist (aber keine Ich Erzählung) gibt einem dann nochmal die Möglichkeit ein wenig durchzuatmen und das Buch mit einem Lächeln zu beenden.
2. Okt.Oct 2, 2025
Die Tänzerinby Ōgai MoriSuhrkamp
