Invisible von Arno Strobel und Ursula Poznanski 3,5 🌟🌟🌟💫 Der zweite Fall für Nina Salomon und Daniel Buchholz war für mich etwas schwächer als Band 1. Durchaus aber wieder lesenswert. Auch hier stellen sich wieder unbequeme Fragen über unser gesellschaftliches Miteinander. Wem verraten wir bewusst oder unbewusst soviel von uns, dass wir manipulierbar werden und ggf. sogar die Kontrolle über unser Handeln verlieren?
Mit „Invisible“ legen Ursula Poznanski und Arno Strobel den zweiten Fall für das Ermittlerduo Nina Salomon und Daniel Buchholz vor – und liefern erneut einen beunruhigenden Thriller ab. Im Mittelpunkt steht eine Reihe scheinbar grundloser Gewalttaten: Menschen geraten aus dem Nichts in rasende Wut und töten – ohne ein nachvollziehbares Motiv. Das Erschreckende: Keiner kannte sein Opfer wirklich, und doch ist der Hass grenzenlos. Für Nina und Daniel wird schnell klar, dass klassische Erklärungen hier nicht greifen. Die Täter werden zwar rasch gefasst, zeigen jedoch auch nach der Tat keine Reue – und wirken weiterhin, als würden sie ausschließlich von ihrer Wut getrieben. Das lenkt die Ermittlungen bald in Richtung gezielter Manipulation. Doch wie können so viele Menschen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, derart präzise beeinflusst werden? Nina und Daniel greifen zu unkonventionellen Methoden und ziehen sogar einen Mentalisten als Berater hinzu. In den Gesprächen kristallisiert sich heraus: Eine solche Manipulation ist nur möglich, wenn man die Zielperson extrem gut kennt. Die Stärke des Romans liegt in seiner beklemmenden Grundidee. Poznanski und Strobel spielen gekonnt mit der Angst vor Kontrollverlust – sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Die Vorstellung, dass jeder Mensch plötzlich zur tödlichen Gefahr werden könnte, erzeugt eine konstante, unterschwellige Spannung. Noch verstärkt wird sie dadurch, dass selbst Daniel, der sonst analytisch und strukturiert agiert, zunehmend Aggression in sich spürt. Nina dagegen, die – wie schon im ersten Band – gern auch mal an Regeln vorbei ermittelt und impulsiver handelt, scheint davon verschont zu bleiben. Der Schreibstil entspricht dem, was man vom Autorenduo erwartet: kurze Kapitel, Perspektivwechsel und geschickt gestreute Hinweise. Erst nach und nach werden die Hintergründe erkennbar. Das Ende ist nicht wirklich überraschend, ist dafür aber umso tragischer. Fazit: „Invisible“ ist ein lesenswerter Thriller, auch wenn mir Teil 1 („Anonym“) insgesamt etwas besser gefallen hat. Trotzdem hätte ich mir weitere Fälle von Nina Salomon und Daniel Buchholz gewünscht.



























































