Tom Liehrs “Landeier” ist ein mittelmäßiger Unterhaltungsroman über einen Großstadtjournalisten im Landexil - nett für zwischendurch, aber nicht mehr als drei Sterne wert.
Tom Liehrs “Landeier” ist ein Roman, der durchaus seine Schwächen offenbart. Die Geschichte um den gescheiterten Journalisten Sebastian Kunze, der widerwillig aufs Land zieht, bleibt über weite Strecken oberflächlich. Der Protagonist Sebastian nervt durch seine permanent nörgelnde und motzende Art. Seine Beziehung zu seiner Frau Melanie wirkt wenig nachvollziehbar und die Charaktere bleiben insgesamt eher flach. Besonders die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptfiguren wird kaum ausgearbeitet. Die Story verläuft stellenweise zu vorhersehbar und wiederholt sich in ihren Motiven. Das Ende des Romans wirkt konstruiert und wenig authentisch. Auch die dramatische Nebenhandlung um den sterbenden besten Freund erscheint etwas unmotiviert eingeschoben. Dennoch gelingt es dem Autor, durch seinen lockeren Schreibstil und situativen Wortwitz zu unterhalten. Die Darstellung des Aufpralls der selbstgefälligen städtischen Weltsicht auf die ländliche Realität hat durchaus ihre gelungenen Momente. Insgesamt ist “Landeier” ein mittelmäßiger Unterhaltungsroman, der zwar leicht zu lesen ist, aber nicht zu den stärkeren Werken des Autors gehört.



