Ein leicht lesbarer, aber emotional treffsicherer Roman über Beziehungen, die keine sind. Unangenehm wahr, stellenweise schmerzhaft, überraschend erhellend.
Alles über Beziehungen beginnt wie eine Sammlung egozentrischer Menschen, die mehr über Nähe reden, als sie tatsächlich leben. Doch je weiter man liest, desto klarer wird, wie präzise Knecht diese emotionalen Leerstellen zeichnet. Die Figuren zeigen eindrucksvoll, wie man „mit jemandem genauso allein sein kann wie ohne ihn – manchmal sogar noch alleiner“. Diese Sätze treffen hart, aber ehrlich. Viktor ist das Paradebeispiel für Selbsttäuschung: „Er, Viktor, war ein Opfer … ein Gefangener seiner Triebe, gekidnappt von seinen gestörten Körperfunktionen." Ein Mann voller Ausreden, dem man am Ende nur noch zurufen möchte: Magda, BITTE nicht wieder! Das Buch ist weniger eine Liebesgeschichte als eine Charakterstudie voller Selbsttäuschung und Egozentrik.






