Interessante Ansätze aber auch deutliche Schwächen.
„Allerheiligen Fluch“ ist für mich der bisher schwächste Band der Reihe um Ruth Galloway. Während ich normalerweise die Mischung aus archäologischem Flair, britischem Setting und feinem Humor schätze, war dieser Teil für meinen Geschmack zu stark von spirituellen und übernatürlichen Elementen geprägt. Besonders anstrengend fand ich DCI Nelson. Seine zunehmend unsympathischen Kommentare und Gedanken über Judy wirken weder zeitgemäß noch charakterlich nachvollziehbar und haben meinen Lesefluss gestört. Die Dynamik zwischen den Figuren, fühlte sich oft eher anstrengend als spannend an. Positiv hervorheben möchte ich dagegen den Handlungsstrang rund um Max – dieser Teil war gut erzählt, interessant aufgebaut und bot die emotionalen und erzählerischen Tiefen, die ich an Griffiths sonst so mag. Richtig enttäuschend waren allerdings einige inhaltliche Fehler, die mit minimaler Recherche vermeidbar gewesen wären. Ein vierjähriges Pferd als „Fohlen“ zu bezeichnen, ist schlicht falsch, und die Darstellung von Koliken und Schmerzen bei Pferden war fachlich so ungenau, dass sie mich komplett aus der Geschichte gerissen hat. Ein Band mit interessanten Ansätzen, aber deutlichen Schwächen. Zu viel Spirituelles, fragwürdige Charakterentwicklung und vermeidbare Recherchefehler trüben den Lesegenuss.
