Nicht für schwache Nerven.
Dieses Buch kommt mit einer absoluten Triggerwarnung – und die ist mehr als berechtigt. Es ist nichts für schwache Nerven und sicher keine leichte Lektüre für zwischendurch. Die Geschichte bleibt am Ende offen, und ehrlich gesagt weiß ich bis zum Schluss nicht, ob man überhaupt sagen kann, dass einem dieses Buch „gefallen“ hat. Im Mittelpunkt steht eine Mutter, deren Tochter verschwindet. Von der ersten Seite an ziehen sich Verzweiflung, Wut, Angst und Hilflosigkeit durch den ganzen Text – und genau das macht das Lesen so schwer auszuhalten. Mehr als einmal habe ich überlegt, das Buch abzubrechen, weil es stellenweise wirklich grausam und emotional extrem belastend ist. Gleichzeitig ist es wahnsinnig gut geschrieben. Gerade deshalb trifft es einen so hart. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob man so etwas überhaupt schreiben kann, ohne es selbst erlebt zu haben – so roh, so nah, so schonungslos fühlt sich das an. Für mich war dieses Buch schlimmer als jeder Thriller, weil der Horror hier nicht aus Spannung oder Action entsteht, sondern aus der Realität, aus dem, was Menschen einander antun können – und aus dem, was eine Mutter aushalten muss. Dieses Buch zu lesen sollte man sich sehr genau überlegen. Wenn man sich aber auf dieses sensible und schwere Thema einlässt, bekommt man eine literarisch beeindruckende, aber emotional extrem fordernde Lektüre. Ich ziehe Sterne ab, weil es wirklich viele Menschen nicht lesen sollten.




