14. Jan.
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Rating:4

Die 1927 erschienene Kurzgeschichtensammlung Men Without Women enthält insgesamt 14 heterogene Erzählungen, in denen Hemingway primär Themen wie Verlust durch diverse Koinzidenzen, erfolglose Beziehungen, die verheerenden Nachwirkungen des Krieges, emotionaler Paralyse und Einsamkeit behandelt. Die männlichen Figuren sind häufig von Frauen durch Tod, Trennung oder durch die eigene zwischenmenschliche Insuffizienz separiert - um hier einen Bezug auf den Titel zu nehmen. Um die desolate Stimmung zu unterstreichen, wendet er hier auch sein bekanntes lakonisches Eisbergmodell (engl.: Iceberg Theory) an. Emotionen sowie Konflikte bleiben unausgesprochen - werden meistens nur peripher skizziert -, beschrieben wird lediglich das offensichtlich figurative Geschehen; die eigentliche Essenz muss der Leser zwischen den Zeilen deduzieren. Dieses Werk gilt als wegweisend für die Kurzprosa der Moderne und stellt einen guten Einstieg in Hemingways prägnantes Oeuvre dar, das als Sprachrohr der orientierungslosen Generation („Lost Generation“) dient, welche nach dem Ersten Weltkrieg von petrifizierender Hoffnungslosigkeit geprägt war.

Männer ohne Frauen
Männer ohne Frauenby Ernest HemingwayROWOHLT Taschenbuch