Ich bin ein Dürrenmatt-Fan! Erst der "Besuch der alten Dame", dann "Die Physiker" und jetzt "Der Richter und sein Henker". Ich liebe den humorvollen Schreibstil und hier mochte ich sehr, wie mich der Kriminalfall, obwohl er natürlich nicht lang war, in seinen Bann gezogen hat! Er hat Wendepunkte, Höhepunkte, kluge Gedankengänge und Plotttwists. Richtig toll!
Dürrenmatts Roman „Der Richter und sein Henker“ ist seit 70 Jahren ein fester Bestandteil der deutschsprachigen Kriminalliteratur. Ist dieser Platz gerechtfertigt oder wird das Werk überbewertet?
Zunächst einmal möchte ich erwähnen, dass ich mich weder in dem Genre des Kriminalromans gut auskenne, noch ein besonders großer Fan dessen bin. Unter diesen Umständen hat mir „Der Richter und sein Henker“ jedoch ziemlich gut gefallen. Das liegt u. A. damit zusammen, dass die Handlung über ein simples „Whodunit“, wie man es aus Romanen von Agatha Christie kennt, hinausgeht. Der scheinbar klassische Fall eines ermordeten Polizisten wird über eine zweite Ebene erweitert; das Whodunit wird zu einem tödlichen Schachspiel. Die Handlung nimmt Dürrenmatt-typisch häufig groteske, beinahe absurde Züge an, beispielsweise wenn das Erschießen eines Hundes schnell abgetan wird („Er hat mich überfallen!“ [...] „Dann ist es in Ordnung”). Auch die Charakter verbergen, wie auch in „die Physiker”, Teile ihres Seins oder ihrer Vergangenheit, die später einen Schlüssel zum Fall bilden. Ebenso ein Schlüssel zum Fall bieten einige kleinere Details, wie zum Beispiel das eben genannte Erschießen des Hundes. All diese Indizien, ob unscheinbar oder nicht, werden dem Leser erst im vorletzten Kapitel in typischer Whodunit Manier enthüllt, jedoch ist auch Dürrenmatts persönliche Handschrift erkennbar: Das Ganze passiert bei einem Essen, bei dem das Verhalten des Kommissars an Völlerei grenzt.
Trotz dass „Der Richter und sein Henker“ ein Kriminalroman ist, ist er nicht nur reine Trivialliteratur. So existiert auch eine philosophische Ebene. Der schwerkranke Kommissar Bärlach wiederholt in seinem Wahn die Frage „Was ist der Mensch?”, folgend auf eine Enthüllung über seine Vergangenheit. Was verleitet den Mensch dazu zu morden? (Von hier an bis zum Ende des Absatzes werden leichte Spoiler folgen). Gastmann scheint nicht aus niederen Beweggründen wie Gier und Neid zu handeln. Die Wette, die ihm zum Verbrecher werden lässt, scheint für ihn wie ein Spiel zu sein. Gleichzeitig hat der Versuch, die These, die er in Konstantinopel aufstellte, zu beweisen auch einen akademischen Charakter. Und ist Gastmann der einzige Schuldige? Machte sich Bärlach, wie dieser selbst sagt, durch das Akzeptieren der Wette mit schuldig? Und zum Ende stellt sich natürlich die wichtigste Frage von allen: Wer gewann die Wette? Obwohl Bärlach die offensichtlichere Wahl ist, ist dies keinesfalls so klar, wie es scheint, denn mit herkömmlichen kriminalistischen Methoden konnte Bärlach Gastmann nicht überführen - da kam Tschanz ihm in gewisser Weise dazwischen. Erst post mortem konnten die Verbrechen Gastmanns aufgedeckt werden und dafür musste sich Bärlach über die Ordnung, die er als Polizist verteidigen sollte, hinwegsetzen. Stundenlang könnte man über diese Frage nach dem Gewinn der Wette diskutieren und darin liegt der besondere Reiz des Romans. Leider reichen die philosophischen Aspekte des Romans bei Weitem nicht an die Hinterfragung der Freiheit in „Die Physiker“, das Konzept von Schuld, Verantwortung und Manipulation aus „Der Besuch der alten Dame“ oder den Monolog Dr. Emmenbergers aus dem Nachfolgeroman „Das Versprechen“ über Glauben und Nihilismus heran. Daher erscheint „Der Richter und sein Henker“ doch ein wenig trivialer als die anderen genannten Werke Dürrenmatts.
Ein Aspekt, bei dem es sich ähnlich verhält, ist die politische Kritik am schweizerischen System. So befinden sich Charaktere in der „Partei der konservativen, liberalsozialistischen Sammlung der Unabhängigen“ – Einer klaren Kritik an einem System, wo sich die Wahl eher auf den Namen als auf eine politische Richtung beschränkt. Auch Korruption wird angeschnitten, besonders verkörpert durch einen Polizeichef, der Forderungen Außenstehender nur allzu schnell nachgibt. Jedoch wurden diese Themen wieder nur kurz angerissen, es nimmt nie einen großen Teil der Geschichte ein und darin sehe ich doch eine verpasste Chance.
Etwas, das mich bei Dürrenmatt immer wieder freut, ist sein einfacher und zugänglicher Schreibstil. Die Sprache hat oftmals eine Leichtigkeit, die dem Roman gut tut und die perfekt dorthin passt. Es gibt keine künstlichen Ausschmückungen oder hochtrabende Formulierungen, die den Text ausbremsen oder ihn unnötig verkomplizieren. Auch bei der Handlung wurde sich ausschließlich auf das Nötigste beschränkt (was sich auch auf die ursprüngliche Publikation in einer Zeitung zurückführen lässt), was auch zu der kompakten Länge von gerade einmal gut 100 Seiten führt; die vermutlich perfekte Länge für ein Buch dieser Art.
Hat der Roman nun also einen gerechtfertigten Platz in der Kriminalliteratur? Ich denke ja, den hat er definitiv. Auch wenn er gegenüber anderen Werken Dürrenmatts deutlich trivialer wirkt, hat er dennoch einen fantastischen Schreibstil, eine angemessene Länge, gut gezeichnete Charakter sowie interessante philosophische bzw. moralische Fragen und ist somit ein guter Einstieg in dessen Bibliographie.
Der Richter und sein Henker - Verbrechen, Macht und manipulierte Gerechtigkeit
„Der Richter und sein Henker“ ist ein klassischer Kriminalroman, der weniger auf Tempo als auf Atmosphäre, Moralfragen und gedankliche Tiefe setzt. Die Handlung entfaltet sich ruhig und nüchtern und legt den Fokus auf das Zusammenspiel von Schuld, Gerechtigkeit und Zufall.
Besonders überzeugend ist die dichte, teilweise düstere Stimmung sowie die konsequent durchgehaltene Ernsthaftigkeit des Romans. Die Figuren sind bewusst kantig gezeichnet und wirken eher funktional als emotional nahbar, was gut zur grundsätzlichen Haltung der Geschichte passt. Der Kriminalfall selbst ist spannend angelegt, folgt jedoch nicht den gängigen Mustern moderner Spannungsliteratur.
Stellenweise wirkt der Erzählfluss sperrig und distanziert, wodurch die Dynamik leidet. Auch das vergleichsweise langsame Tempo kann bremsend wirken. Gleichzeitig hinterlässt der Roman durch seinen ungewöhnlichen Aufbau und seine gedankliche Tiefe einen nachhaltigen Eindruck.
Insgesamt überzeugt „Der Richter und sein Henker“ als anspruchsvoller Klassiker mit philosophischem Unterton, der nicht auf reine Unterhaltung zielt, sondern auf Wirkung und Nachhall. Von mir 7 von 10 P.
Nett, aber der Krimi hat nicht viel in mir ausgelöst. Dürrenmatts Dramen "Der Besuch der alten Dame" und "Die Physiker" werfen deutlich interessantere Fragen auf.
Eigentlich les ich ja sehr gern Dürrenmatt. Hab alles von ihm verschlungen und geliebt, aber irgendwie funktioniert er für mich in einem stinknormalen Krimi nicht. Vielleicht liegts daran, dass ich die Art von Krimis sowieso nicht mag, wo ich nur auf den letzten 3 Seiten die Auflösung bekomm und mich davor überhaupt nicht auskenne. Find das frustrierend.
Also Dürrenmatt gibts für mich ab jetzt nur mehr die Dramen, weil Krimis können andere einfach besser.
Zwei Rivalen gehen eine Wette ein, die am Ende nur einer gewinnen darf.⚔️🩸
Dieses Buch ist wirklich clever geschrieben und hält einige Plottwists bereit. Zwar ist man schon ab der Hälfte dem Mörder auf der Spur, die vielen Wendungen überraschen einen dann aber doch immer wieder.
Ein vielschichtiger Kriminalroman mit einem skurrilen Protagonisten.🕵🏼♂️📖
Der Richter und sein Henker konnte mich insgesamt leider nicht überzeugen. Zwar gibt es einzelne Elemente, die ich interessant fand, doch im Großen und Ganzen blieb das Buch für mich hinter meinen Erwartungen zurück.
Schon ungefähr ab der Hälfte war für mich klar, dass Tschanz der Mörder ist – und damit fiel ein großer Teil der Spannung weg. Statt eines überraschenden Wendepunkts wirkte vieles vorhersehbar, sodass ich mich beim Lesen eher durchgekämpft habe.
Gut gefallen hat mir allerdings die besondere Spannung zwischen Gastmann und Bärlach. Diese moralisch aufgeladene, fast schon philosophische Rivalität hätte für mich das Potenzial gehabt, den Roman zu tragen. Leider blieb sie für meinen Geschmack zu sehr im Hintergrund, während sich die Handlung immer wieder in langen, eher ermüdenden Dialogen und herumschweifenden Beschreibungen verlor.
Mit den meisten Charakteren konnte ich zudem nicht warm werden. Sie wirkten distanziert, schwer greifbar oder schlicht unsympathisch, was es mir noch schwerer machte, emotional in die Geschichte einzutauchen.
Insgesamt war das Buch für mich eher langweilig – zu viel Gerede, zu wenig Spannung und Figuren, die mich nicht fesseln konnten. Deshalb gibt es von mir nur 2 von 5 Sternen.
Ich mochte die Prämisse sehr gerne. Ich finde es immer gut, wenn AutorInnen das betrachten, was zwischen Gut und Böse liegt. Aber das Buch hätte einfach länger sein müssen. Es fehlte so viel Tief an so vielen Stellen. (Und am Rande zu dieser Ausgabe: Ich fand es schon merkwürdig, dass im Anhang durch die Kritiken so viele weitere Bücher von Dürrenmatt gespoilert werden).
Ein re-read. Hatte ich zuletzt in der Schule gelesen und konnte mich nur noch erinnern, dass ich es damals gut fand. Ich finde es immer noch gut. Natürlich sind die Sprache und die Ermittlungsarbeit teilweise veraltet. Das tut der Spannung aber keinen Abbruch.
Ein spannendes Gedankenspiel zu Moral und Gerechtigkeit
Friedrich Dürrenmatts ‚Der Richter und sein Henker‘ beinhaltet alles, was ein klassischer Kriminalroman so braucht: einen Mord in den stillen Hügeln um Bern, einen altgedienten Kommissar, einen pflichtbewussten Assistenten und einen Schatten, der sich durch die Logik der Ermittlungen zieht. Der junge Polizist Schmied wird tot aufgefunden, und Kommissar Bärlach, vom Alter und einer schweren Krankheit gezeichnet, übernimmt mit seinem Assistenzen Tschanz den Fall. Doch je tiefer die beiden graben, desto deutlicher wird, dass der Mord nur an der Oberfläche von etwas kratzt, das tief in der Geschichte verankert ist. Zwischen den Zeilen zeigt sich nach und nach ein moralisches Schachspiel zwischen Bärlach und dem mysteriösen Gastmann, einem Mann, der das Verbrechen zur einer Art Lebensphilosophie erhoben hat.
Dürrenmatt führt uns in seinem Werk in eine Welt, in der Moral nicht mehr in Schwarz und Weiß gedacht werden kann, sondern in unruhigen, schmutzigen Zwischentönen auftritt. Es geht nicht mehr um Schuld und Unschuld, sondern um den undefinierbaren Raum dazwischen. Die wahre Größe dieses Romans liegt meiner Meinung nicht in seinem Plot, sondern in seinem moralischen Echo. Bärlach ist kein moralisch integrer Held, sondern ein Mensch, der weiß, dass Gerechtigkeit manchmal nicht unproblematisch herbeigeführt werden kann. Das Werk (wie der Titel schon verlauten lässt) wirft nicht nur die Frage auf, wer hier eigentlich wen richtet, sondern spielt mit dem Gedanken, ob der Richter und sein Henker womöglich schon miteinander verschmolzen sind. Besonders beeindruckend fand ich, wie Dürrenmatt den Leser seinen moralischen Kompass hinterfragen lässt, ohne eine direkte Antwort zu liefern. Am Ende steht nur eins unwiderruflich fest: der Mensch ist nicht frei davon, moralische Fehler zu begehen. Und vielleicht machen gerade diese Fehler den Menschen auch erst zum Menschen. Nach der Lektüre bleibt für mich lediglich die Gewissheit bestehen, dass wir alle irgendwann an der Grenze zwischen Gerechtigkeit und Rache stehen könnten. Und dass Dürrenmatt uns mit seinem Buch leise zuflüstert: Urteile nie zu früh.
Sprachlich war das Buch für mich leicht zu verstehen, die Sätze waren klar und die Handlung nachvollziehbar. Trotzdem kam bei mir kein richtiger Spannungsfluss auf, wie ich ihn erwartet hatte. Erst gegen Ende, durch den unerwarteten Plottwist, wurde die Geschichte für mich wirklich interessant und regte mich zum Nachdenken an.
Was ich besonders spannend fand, war die gesellschaftliche Kritik, die Dürrenmatt in die Geschichte eingebaut hat. Die Eifersucht von Tschanz zeigt sehr deutlich, wie tief Neid und Missgunst in Menschen verankert sein können und wie weit jemand aus persönlichen Motiven gehen kann. Auch die Szenen im Gasthaus und das, was dort geschah, spiegeln moralische Verfehlungen und gesellschaftliche Heuchelei wider. Die Polizei, besonders die dritte Abteilung, steht sinnbildlich für die Verstrickung zwischen Macht, Politik und Gerechtigkeit. Anstatt unabhängig zu handeln, schweigen sie oft, um politische Interessen zu schützen. Dadurch wird sichtbar, wie wenig objektiv und gerecht unser Rechtssystem manchmal ist.
Auch Bärlachs Verhalten hat mich nachdenklich gemacht: Er ist zwar Kommissar, aber er selbst überschreitet Grenzen und wird fast zum Richter über Leben und Tod, als er den Tod von Gastmann zulässt. Damit stellt Dürrenmatt die Frage, ob wahre Gerechtigkeit überhaupt möglich ist – oder ob jeder Mensch in seinem Handeln letztlich schuldig wird.
Insgesamt fand ich das Buch weniger spannend, aber inhaltlich sehr tiefgründig. Es hat mir gezeigt, dass hinter Kriminalfällen oft mehr steckt als nur Schuld und Unschuld, nämlich menschliche Schwächen, Machtspiele und moralische Konflikte, die auch heute noch aktuell sind.
Kaum war der letzte Abschnitt angebrochen, blieb ich bis zum Ende hin und länger einfach sprachlos
Das hat mich beeindruckt! Genial!
Es war hier und da schon etwas verwirrend, die Sprache manchmal herausfordernd, die ganzen Orts- und Personennamen aus der Schweiz und sonstwo her für mich schwer einzuordnen, auch wenn es mit der Zeit dann doch einigermaßen ging.
Eine geniale Kriminalgeschichte, in der man den schier hoffnungslosen Untersuchungen folgt, die in für die Polizei schwierige Kreise zu führen scheinen.
Auch die zeichnerischen Untermalungen haben mir gefallen. Fast schon kalligraphisch, aber immer passend zur Szene.
Mit knappen 113 Seiten Inhalt auch ganz gut in nicht allzu langer Zeit zu lesen.
Erstaunlicherweise haben wir Dürrenmatt nie in der Schule gelesen. Also habe ich die Gelegenheit ergriffen den Klassiker nachzuholen, als er bei einem Wochenendtrip im Airbnb im Regal stand. Leider (oder interessanterweise) mit vielen Schul-Notizen am Rande versehen, so wusste ich recht schnell wie der Plottwist ausfallen würde. Dennoch habe ich diesen kleinen feinen Krimi sehr genossen!
Ein solider Dürrenmatt, der weit hinter seinen Meisterwerken zurücksteht
Ich liebe "Die Physiker" und "Der Besuch der alten Dame" und habe mit beiden Werken bislang ausschließlich gute Erfahrungen - sowohl im Privatgebrauch als auch in der unterrichtlichen Nutzung - gemacht. Deshalb wollte ich mir vor einigen Monaten einmal ein Bild von Dürrenmatts Krimis machen und war ehrlich gesagt auf hohem Niveau ziemlich enttäuscht: "Der Richter und sein Henker" deutet die Meisterhaftigkeit seiner späteren Werke zwar an, ist aber noch weit von deren absurd-groteskem Witz entfernt. Dieser Krimi lässt sich locker runterlesen, orientiert sich aber so stark am klassischen Aufbau einer typischen Detektivgeschichte, dass ich letztlich nur bedingt den Eindruck hatte, viel mehr als eine eben solche erzählt zu bekommen.
Letztlich kann man "Der Richter und sein Henker" gerne lesen (auch im Unterricht), aber es sollte bitte nicht der einzige Dürrenmatt bleiben, den man liest, da man diesen fantastischen Autor sonst nur schaumgebremst erlebt.
Für eine Schullektüre akzeptabel, aber in meiner Freizeit hätte ich dieses Buch schnell wieder weggelegt
Wir haben das Buch neulich im Deutschunterricht gelesen. Den schreib style fand ich recht komplex und zäh, wo durch man einzelne Segmente mehrmals lesen muss um sie verstehen zu können. Gut fand ich jedoch die schnelle handlungsgeschwindigkeit und den Aufbau der Charaktere.
Ein netter Kriminalroman in Dürrenmatts bekannt genialer Sprache
Dürrenmatt versteht es einfach, auf so wenig Seiten eine durchaus ausgeklügelte Kriminalgeschichte zu schreiben. Wie in seinen anderen Büchern, macht er das mit viel Witz, Wortgewandtheit und herrlich amüsanten Charakteren.
An seine Schauspiele kommt dieses Buch aber nicht ganz ran.
Bisher habe ich nur die Dramen von Dürrenmatt gelesen und bin stets vollkommen baff, wachgerüttelt und beeindruckt aus der Lektüre gegangen. Er ist, was das angeht, wirklich eine Liga für sich.
Ich war also entsprechend gespannt auf die Lektüre eines seiner Kriminalromane. Und was muss ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht. Wir lernen Inspektor Bärlach kennen, einen ganz eigenen Charakter, und begleiten ihn dabei, wie er versucht seine Nemesis endlich zur Strecke zu bringen und parallel einen Mordfall an einem jungen Kollegen aufzuklären. Es wird ein Rennen gegen die Zeit, denn Bärlach bleibt aufgrund einer Erkrankung nicht viel Zeit. Die Suche der Identität des Richters und des Henkers bleibt spannend bis zuletzt, so viel kann ich sagen.
Ich habe zwischenzeitlich auf Spotify das Hörbuch angehört und muss sagen, dass man dieses Buch aufjedenfall eher lesen sollte. Der Hörbuchsprecher hatte eine Art melancholische abschweifende Art...
Anfangs musste ich mich an den Schreibstil gewöhnen. Die abrupten Beschreibungen/Gedankengänge, jedoch hat mir das große ganz gut gefallen.
Wie es sich bei einem guten Krimi gehört konnte man als Leser kaum erahnen wer nun der eigentlich Täter ist. Auch wenn man sich Gedanken um den Titel macht. Wer nun der Richter und wer de Henker ist ändert sich im Laufe des Buches.
Mir gefiel die Art des Kommissar Bärlachs sehr und wie er klug seine Situation zur vermeintlichen Täuschung nutzte.
Ich hab es in der Schule gelesen, bzw. auseinandergenommen und für einen Klassiker hat es mir relativ gut gefallen. Mir hat die Auflösung am Ende sehr zu gesagt, trotzdem aber nicht mein Genre. :(
Wie praktisch alle Schüler der Deutschschweiz haben wir in der Oberstufe dieses Buch gelesen. Ich fand es damals nicht schlecht, was viel heissen mag für eine Schullektüre. Einige Szenen haben mich sogar bis in mein jetziges Erwachsenenleben begleitet. Auch das will etwas heissen.
Nun habe ich es nach gefühlten 20 Jahren (eigentlich sind es "nur" etwa 14) wieder gelesen. Und wurde nicht enttäuscht. Dürrenmatts Kriminalroman funktioniert auf eine ganz eigene Art und Weise. Er spielt mit dem Leser und dessen Erwartungen, genauso wie Bärlach mit den Figuren im Buch spielt.
Dass dieses Buch das berühmteste Werk Dürrenmatts ist, erstaunt nicht. Grundsätzlich sind es vor allem die späten Titel, die überzeugen, und unter diesen sticht der Richter mit seiner Brillianz heraus.
Die Geschichte ist ein wenig langsam aufgebaut (hier könnte man natürlich einen Spruch über Berner anbringen, aber lassen wir das); man sollte aber auch bedenken, dass das Buch unterdessen ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Und vielleicht tut unserer rasanten Gesellschaft ein gemächliches Buch ab und an auch ganz gut.
Ich musste das Buch als Schullektüre lesen und muss sagen, dass es echt schwer zu lesen war und ich ewig für dieses dünne Buch gebraucht habe.
Allerdings waren die letzten 10 Seiten extrem spannend weswegen ich dem Buch 2.5 Sterne gebe.
Nicht empfehlenswert.
Müsste ich das Buch nicht für die Schule lesen hätte ich es nicht gelesen.
Mein zweiter Dürrenmatt. An manchen Stellen hat das Buch doch etwas gezogen, was zum einen am Schreibstil lag, doch das Ende hat mich gefesselt. Man kann das Buch gut in einer Sitzung lesen, aber ein Reread ist doch eher unwahrscheinlich.
Ich fand das Buch sehr spannend (vieleicht weil krimis meine lieblings Bücher sind). Obwohle es altmodisch ist, ist es sehr spannend. Die Verbindung zwischen Mord und Wetten von Freunden ist sehr spannend.
…also habe ich mir mal den guten, alten Dürrenmatt vorgenommen. Was soll ich sagen? Mein Lieblingsbuch wird’s nicht und ich war froh, dass ich das Buch nicht in der Schule gelesen habe und es vollumfänglich interpretieren musste 😅 Dennoch war es ganz interessant und auch der für mich völlig andere Schreibstil war mal ganz spannend zwischendurch.
Ein typischer Dürrenmatt und alles, was ich an ihm mag. Eine kurze Geschichte mit Twist am Ende, in der Mitte im typischen schnörkellosen Stil geschrieben. In diesem Buch versucht Kommissär Bärlach einen Polizistenmord aufzuklären und zugleich seinen alten Widersacher Gastmann zu stellen. Was ich an Dürrenmatt so liebe, ist zum einen, dass man beim Lesen einfach merkt, dass es tolle Literatur ist und zum anderen, dass es sich aber dennoch fantastisch liest.
Lebendig, pointiert und fragend nach Moral und Mensch
Ich denke, dass es wenig gibt, was ein Buch so wertvoll macht, wie dieses Bündel beisammenliegender Seiten als Geschenk zu erhalten, dazu noch von einem der integralsten Personen des eigenen Umfeldes, wenn nicht sogar DIE zentrale Person.
So hatte ich hohe Erwartungen an das Buch, der Titel zu einer Pointe besagter Person und mir umfunktioniert, und kann nun sagen, dass dieses Buch all dies getroffen hat.
In heutigen Zeiten suche ich vergebens nach Büchern, die in ihrer Symbolik, den Charakteren und der Szenerie so eindrücklich sind wie ein klassisches Theaterstück.
Es gibt atmende Personen, eine Geschichte, die sich nicht in Sinnlosigkeit verirrt und Gedankengänge, denen man natürlich folgen kann.
Also das Buch an sich war ganz OK. Ich glaube es ist nichtmal ein richtiger Krimi, aber sowas in der Art ist einfach nicht meins. Die Geschichte war ziemlich gut durchdacht, aber auch sehr verstrickt und am Ende versteht man nicht mehr, wer der eigentliche Mörder von Schmied ist. Ich habe es halt gelesen, weil ich es als Lektüre lesen musste.
Also auf jeden Fall ist es nicht meins aber anderen Leuten gefällt es bestimmt.
Achtung Spoiler ⚠️⚠️⚠️
Also so wie ich es verstanden habe hat Tschanz Schmied getötet, aus Eifersucht um seinen Platz als Polizeileutnant. Alle dachten aber, es wäre Gastmann, was dann wieder Bärlach zu gute kam, der vor 40 Jahren eine Wette, mit dem schwerverbrecher geschlossen hat, dass er ihm irgendwann ein Verbrechen nachweisen kann.
Tschanz schiebt Gastmann alles in die Schuhe und am Ende werden Gastmann und seine 2 Diener von Tschanz getötet, der dem einen Diener aber seine Pistole in die Hand gibt ( als dieser schon tot ist), um zu „beweisen“, dass Gastmann der Täter war, der es jedoch nicht war.
Am Ende hat Gasmann die Wette, die er mit Bärlach geschlossen hat aber trotzdem gewonnen ( auch wenn er tot ist ), weil Bärlach es nie auf LEGALEM Weg geschafft hat zu bestrafen.
Am Ende begeht Tschanz wahrscheinlich selbst mord. Im Buch steht nur er sei mit seinem Auto unter ein Zug gekommen.
So das war’s jetzt und am Ende sind alle tot 😂
Mein erster Dürrenmatt. Und ja, der Schreibstil und die Sprache waren nicht ganz so einfach für mich. Manchmal war ich verwirrt und musste manches nochmal lesen. Aber umso länger ich über diese Geschichte nachdenken, umso besser finde ich sie. Dürrenmatt kreiert sehr spezielle Charaktere und nicht immer versteht man ihre Handlungen, aber am Ende ergibt es ein ganzes Bild. Es ist definitiv kein typischer Kriminalroman, wie z.B ein Sherlock Holmes oder Miss Marple. Trotzdem fand ich die Story interessant und der Schluss war echt super gemacht. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
Es war ganz ok.Ich hab nur nicht alles gecheckt (das Buch ist von 1951 also ja) und dank meiner lehrerin wurde ich gespoilert🤗 danke für nichts! Naja guessed it anyways!!
Wenn Gastmann und Bärlach in der Nacht ihres ersten Treffens nichts mit einander hatten oder die zumindest nicht Gefühle für einander hatten, dann weiß ich auch nicht weiter. This tension zwischen den Beiden
War eine Schullektüre. Ließ sich relativ gut lesen, ich war nur manchmal verwirrt, welche Person wie in welcher Beziehung stand. Mein Typ Buch ist es nicht, aber es gibt schlimmere (Romeo&Julia, Faust)
"Der Richter und sein Henker" war doch ziemlich langatmig, trotz der Kürze habe ich einige Zeit gebraucht, weil die Spannung fehlte. Und dabei mag ich es durchaus ruhig und philosophisch in Verbindung mit einer Krimihandlung.
Der Roman fängt mit dem Mord an einem Streifenpolizisten an. Ich bin gut in die Geschichte hinein gekommen. Zu Beginn war ich etwas verwundert, dass es alle so kalt zu lassen scheint, dass ein Kollege ermordet wurde, aber es spielt natürlich auch zu einer anderen Zeit. Kommissar Bärlach ist hier schon krank und eher der weise Fadenzieher, der aber vordergründig immer wieder in den Hintergrund gerät. Das mysteriöse Haus, in dem Geheimdienstler, Geschäftsmänner und Künstler ein- und ausgehen, fand ich noch am interessantesten - natürlich auch einige kluge Sätze von Bärlach. Alles andere plätschert so dahin. Bärlach hat bereits am Anfang einen Verdacht, will diesen jedoch mit niemandem teilen, nicht einmal mit seinem mitarbeitendem Kollegen Tschanz. So stoßen die beiden in ihren Ermittlungen auf Gastmann. Lange bleibt dieser im Schatten, doch ein dringender Verdacht besteht, dass dieser der Verbrecher ist. Also geht es auf die Suche nach Verhaltensmustern, Manipulation, Zufällen, der Vergangenheit und der Wahrheit. Erst spät kommt ein abenteuerliches Duell ans Licht und man muss sich sehr anstrengen, noch einmal alles zu überdenken. Besser wäre es dann, noch einmal von vorne lesen.
Der Anfang war wirklich sehr schleppend und da das gesamte Buch wie eine reine Handlungsbeschreibung gehalten war und man nicht in die Köpfe der Protagonisten blicken konnte, konnte man auch mit den Charakteren gar nicht warm werden, ihre Verhaltensweisen nachvollziehen oder mitfühlen.
Bärlach ist ein alter, sehr intelligenter, konservativer, manchmal exzentrischer und impulsiver Kommissar, der ein sehr gutes Auge für die Wahrheit hat.
Die Handlung wäre mit mehr Nähe zu dem Protagonisten ab der Hälfte des Buches spannend geworden, da sich auch aufklärt, wer dieser Gastmann überhaupt ist, die Geschichte zwischen Bärlach und Gastmann, dem Protagonist und Antagonist, ist wirklich interessant.
Was mir aber gut gefiel, war der rote Faden (beziehungsweise die zwei roten Fäden), der sich durch das Buch zog.
Die Auflösung geht etwas in die Psyche und auch Philosophie der Menschen, ich war jedoch nicht immer ganz überrascht, da ich so einige Dinge doch geahnt habe.
Erzählerisch ist der Roman enttäuschend: Auch die auktoriale Erzählweise hat ihre Regeln. Was erzähle ich meinem Publikum und was lasse ich weg? Gerade in Krimis liegt es nahe, die Perspektive des Ermittlers einzunehmen oder kapitelweise zu springen. Aber Dürrenmatt ist nicht redlich. Manchmal verrät er uns, was Kommissär Bärlach denkt, sieht, empfindet, und verheimlicht gleichzeitig den Nebengedanken. Das kommt mir wie Verrat am Leser vor.
Was ist also mit der gerühmten sprachlichen Kunst? Ein paar hübsche Stadt- und Landschaftsbeschreibungen, das Erwachen der Stadt Bern. Dann aber wieder Plattheiten, und was das Schlimmste ist: Die Sprache der Figuren klingt gestelzt, teilweise klingen sie sogar gleich. Dann will er Bedeutung suggerieren, und ihm fehlt der Mut, konkret zu werden. Eine fremde Macht wird dann eben immer nur die "fremde Macht" genannt. Industrielle heißen "Industrielle". Letztlich bleiben sie abstrakte Pappfiguren.
Hier und da schöne humoristische Wendungen. Aber das hat mir nicht gereicht.
Fazit: Ab der Mitte ein interessanter Handlungsstrang, jedoch fehlte durch die Art der Erzählung das Fesselnde. Es ist ein kurzer Klassiker, den man mal gelesen haben kann. Er bleibt aber leider viel weniger im Gedächtnis als andere Romane Dürrenmatts.