Interessante Erzählung über das Leben in einem Reservat
Ich war sehr neugierig auf das Buch, vor allem weil es um das Leben in einem Reservat in den USA geht und ich darüber recht wenig weiß. Erzählt wird aus der Perspektive von David, der mit seiner Mutter zurück in ein Reservat zieht. Es wechseln häufig die Zeiten, so dass man auch nicht immer weiß, wie alt David gerade ist und wo man sich innerhalb der Geschichte befindet. Die nicht-linearen Zeitsprünge fand ich sehr herausfordernd, da ich auch aufgrund von Unausgesprochenem manchmal Schwierigkeiten hatte, der Handlung zu folgen. Inhaltlich fand ich die Einblicke in das von Perspektivlosigkeit und Armut, teils auch von erhaltenen indigenen, kulturellen Einflüssen geprägte Leben der Jugendlichen interessant, berührend und sprachlich sehr gut erzählt. Ein durchgehender roter Faden hätte mir allerdings ein größeres Lesevergnügen beschert. Im Nachwort kommt zur Sprache, dass Teile des Romans bereits in Zeitschriften abgedruckt wurden. Vielleicht erscheint das Ganze daher wie ein Flickenteppich. Im letzten Kapitel wird eine Begebenheit aufgegriffen, die erklären könnte, warum Davids Leben von Drogen, Alkohol und Nikotinsucht geprägt ist. Allerdings war das meinem Empfinden nach zu spät, um noch Zusammenhänge herzustellen.

