28. Apr.
Rating:3

Nicht der beste Kehlmann-Roman, trotzdem mehr als lesenswert

Kehlmann führt uns hinter die Kulissen der Propagandamaschine der NS-Zeit. Mit einer Menge Feingefühl schreibt Daniel Kehlmann mit "Lichtspiel" einen Roman, ein Balanceakt zwischen Fiktion und Geschichte. Nach dem er scheiterte in Hollywood Fuss zu fassen, verirrt sich der berühmte Regisseur G.W. Pabst zum wohl schlechtesten Moment zurück in seine Heimat, nach Österreich, um seine kranke Mutter zu besuchen. Deutschland fällt in Polen ein. Die Grenzen gehen zu. Pabst wird vom Ministerium für Propaganda zum Filmemachen gedrängt. Er lässt sich allerlei Schikane gefallen. Aber immerhin darf er weiter seiner Kunst nachgehen. Doch um welchen Preis? Gedreht werden bloss vom Minister abgesegnete "deutsche" Filme. Schon bald wird Pabst mit seiner Doppelmoral und seinem Scheitern als Künstler konfrontiert. Dem Roman muss man etwas Zeit geben. Besonders zu Beginn sind die Kapitel etwas zäh. Mit dem Krieg bricht jedoch auch ein anderes Tempo in der Erzählung an. Der Einsatz wird exponentiell erhöht. Zum Ende wird man mit wundervollen Passagen, einer packenden Erzählung mit vielschichtigen Perspektiven und facettenreichen Figuren belohnt.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
28. Apr.
Rating:5

🎞️🎞️🎞️

Leise und kraftvoll erzählt Kehlmann von den Schrecken des Krieges . Nicht an vorderster Front, nicht im Widerstand und nicht im KZ, sondern in der Kunst. G.W. Pabst, Filmregisseur, einst gefeiert als der „rote Pabst“, kehrt ohne Erfolg mit seiner Familie aus Hollywood zurück nach Deutschland. Und kommt dann nicht mehr raus. Hier erhält er wieder die Möglichkeit Filme zu machen. Welche Kompromisse ist er bereit einzugehen, um das nächste Meisterwerk fertigzustellen? Wen lässt er dafür auf der Strecke? Wie sehr treibt der Ehrgeiz Menschen an? Aus verschiedenen Perspektiven folgen wir als Leser:innen Pabst in dieser Zeit und dürfen dabei auch den Nebenfiguren nah kommen und mit ihnen Abscheu, Angst, Stolz, Macht und Manipulation, Ekel, Wut und Schrecken erleben. Und die Liebe, die Leidenschaft zum Film.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
25. Apr.

Einst zählt er zu den Giganten des Kinos, Vielleicht ist er sogar der bedeutendste Regisseur seiner Zeit. Als in Deutschland die Nationalsozialisten an die Macht gelangen, arbeitet G. W. Pabst bereits in Frankreich. Entsetzt über die Entwicklungen in seiner Heimat, sucht er Zuflucht in Hollywood. Doch im gleißenden Licht Kaliforniens verliert selbst ein Künstler seines Formats plötzlich an Größe; die Traumfabrik lässt ihn fremd wirken, fast bedeutungslos. Nicht einmal Greta Garbo, deren Ruhm er mitgeprägt hat, vermag ihm dort den Weg zu ebnen. So kehrt Pabst, beinahe wider Willen, nach Österreich zurück. In ein Land, das inzwischen zur „Ostmark“ geworden ist. Die Härte und Brutalität des Regimes treffen ihn und seine Familie unmittelbar. Dennoch richtet sich der Blick aus Berlin auf ihn: Der Propagandaminister will den gefeierten Regisseur für seine Zwecke gewinnen, duldet keinen Widerspruch und lockt mit Versprechen. „Bedenken Sie, was ich Ihnen bieten kann”, unterbrach der Minister, „zum Beispiel KZ. Jederzeit. Kein Problem. Aber das meine ich ja gar nicht. Ich meine, bedenken Sie, was ich Ihnen auch bieten kann, nämlich: alles, was Sie wollen. Jedes Budget, jeden Schauspieler…….” Während Pabst noch glaubt, sich diesem Sog entziehen zu können, überzeugt davon, einzig der Kunst verpflichtet zu sein, hat er längst den ersten Schritt getan, hinein in eine Verstrickung, aus der es kein Entkommen mehr gibt. Daniel Kehlmann gelingt mit seinem Roman Lichtspiel ein großer Wurf: eine eindringliche Erkundung der Spannungen zwischen Kunst und Macht, zwischen betörender Schönheit und zerstörerischer Barbarei. Das Werk entfaltet seine Kraft gerade darin, dass es nicht bloß erzählt, sondern sichtbar macht, wozu Literatur fähig ist, nämlich durch die Kunst der Erfindung eine tiefere, vielleicht wahrhaftigere Wirklichkeit freizulegen. Lichtspiel entfaltet sich wie ein Film auf Papier, mit Momenten, die sich ein wenig dehnen, beinahe zögernd wirken, doch gerade daraus erwächst am Ende seine Größe. Was zunächst wie kleine Längen erscheint, fügt sich schließlich zu einem eindrucksvollen Ganzen, das lange nachwirkt und seine ganze Wucht erst im Rückblick offenbart. Eine nachdrückliche Empfehlung für diesen Roman, der es bis auf die Shortlist des Booker Prize geschafft hat!

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
16. Apr.
Strahlende Scheinwelt im dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte
Rating:4.5

Strahlende Scheinwelt im dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte

Licht, Schatten und Bewegung – die Bestandteile des Filmemachens. Daniel Kehlmann erzählt in seinem Roman „Lichtspiel“ nicht nur vom Filmemachen, er bedient sich auch filmischer Erzählweise. Geschickt montiert er einzelne Sequenzen aneinander, wechselt dabei immer wieder Fokus und Erzählperspektive und schafft so bisweilen Bilder, die noch lange nach der Lektüre im Kopf bleiben. Die Handlung folgt dem österreichischen Filmregisseur G.W. Pabst, der nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erst nach Hollywood übersiedelt, dann aber aufgrund eines unglücklichen Umstands zurück ins Deutsche Reich muss. Dort wird er festgehalten und gezwungen, Filme für die Nazis zu drehen – Filmpremieren an der Seite Leni Riefenstahls und Dreharbeiten mit KZ-Insassen als Statisten inklusive. Kehlmann hat nicht nur ein Porträt über die Abgründe der Filmindustrie im Dritten Reich, sondern vor allem eine Auseinandersetzung mit den moralischen Kompromissen eines Künstlers in einem diktatorischen System geschaffen. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass „Lichtspiel“ keine Biografie ist. Kehlmann nutzt zwar die Vita des Regisseurs als roten Faden, füllt die Lücken jedoch mit Dichtung aus. Sprichwörtlich gibt es in diesem Roman viel Licht und Schatten. Es strahlen die deutschen Heile-Welt-Filme im dunkelsten Kapitel der eigenen Geschichte. Nazideutschland wird für den Protagonisten selbst zu einem Lichtspiel – einer bedrohlich-leuchtenden Scheinwelt mit dunkeln Ecken und Abgründen. G.W. Pabst strebt nach dem einen, dem großen Erfolg und er ist bereit, diesem Ziel alles unterzuordnen. Selbst die heranrückende Rote Armee kann ihn nicht davon abhalten, einen Film fertig zu schneiden. Er droht an sich selbst und den Umständen zu zerbrechen. In einem grandiosen Kapitel wird er im Rahmen von Dreharbeiten gemeinsam mit seiner Frau in die tiefe Finsternis einer Höhle hinabsteigen. Pabst blickt dort in die alles verschlingende Dunkelheit und wird mit seiner eigenen Schuld und Verantwortung konfrontiert. Immer tiefer bewegt er sich hinab ins Schwarz, wohl bewusst, dass er Gefahr läuft, sich darin zu verlieren.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
13. Apr.
Rating:4

Tolles Buch mit der richtigen Mischung aus Fiktion mit Realitätsbezug und der Frage was Freiheit der Kunst und Kunst ohne Freiheit bedeutet. Befürchtete , dass mich die Perspektivwechsel stören. Taten sie aber ganz und gar nicht.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
22. März
Rating:4.5

"Aber war er wirklich ein Nazi?", fragte Paul Levy

So ungewöhnlich eine Romanbiographie im 21. Jahrhundert anmutet, so hervorragend gelingt sie Daniel Kehlmann. Überzeugend sind insbesondere die wechselnden Erzählpersperspektiven, vor allem zu Beginn des Buchs, und der lebendige Schreibstil, der, gekoppelt mit den kurzen Blenden und den oftmals schnellen, hektischen Schnitten, die Rastlosigkeit der Figuren verdeutlicht. Tiefe Zweifel der Figuren sind eher randständig: In der Reihe an Widersprüchlichkeiten, die aus Opportunitätserwägungen oftmals hingenommen werden, hätte ich mir teilweise etwas mehr Tiefe gewünscht, mehr Zweifel und mehr Offenheit; dafür konnte ich nicht immer nachvollziehen, warum manche Passagen so in die Länge gezogen wurden - hier hätte wiederum zeitweise der kürzere Schnitt geholfen, um die hohe Geschwindigkeit, mit der Kehlmann so oft so sehr glänzt, noch öfter beibehalten zu können.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
11. März

Ein toller Roman über den berühmten Regisseur G. W. Pabst. Es wird interessantes über die Art ganz am Beginn der Filmindustrie Filme zu machen erzählt. Und die Zerrissenheit eines Nazi Gegners, der nur in seiner Heimat die Möglichkeit sieht, gute Filme zu machen und deshalb Kompromisse eingehen muss, wird glaubhaft beschrieben. Natürlich beschreibt Kehlmann auch, dass Krieg und rassismus alles zerstört.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
2. März
Rating:4.5

Eine Romanbiografie über den Regisseur G.W. Pabst, der vor dem 2. Weltkrieg politisch links stand, dann jedoch mit den Nazis kooperierte, um weiter Filme zu drehen. Wie immer bei Daniel Kehlmann bekommt man ein großartig geschriebenes Werk, eine interessante Geschichte und eine differenzierte Perspektive auf die Personen. Und dabei vermittelt er schwere Kost auch noch sehr zugänglich. Kehlmann ist immer eine Empfehlung!

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
2. Feb.
Rating:4.5

Ein hochinteressanter Roman über Filme und Menschen in einer düsteren historischen Epoche

"Lichtspiel" von Daniel Kehlmann handelt vom berühmten Regisseur G.W. Pabst. Auch wenn die Dialoge und teilweise die Personen fiktiv sind, bedient sich Kehlmann auch Ereignissen die (lose) auch in der Wirklichkeit stattgefunden haben. Die Handlung ist dicht und spannend, vorallem für jeden der sich für Filmgeschichte und/oder die Zeit des Nationalsozialismus interessiert. Der Schreibstil ist flüssig und konstant, die unterschiedlichen POVs sind gut umgesetzt. Das Buch enthält einige richtig starke Kapitel, die gleichzeitig ein Reminder an die Leute sind, die behaupten, dass sie damals viel mutiger als alle anderen gewesen wären. Es war eben damals aus unterschiedlichen Gründen nicht so einfach, zumal man damals nicht wusste, dass die Zeit irgendwann vorbei sein wird. Auch die Darstellung unterschiedlicher Charaktere (seien es Einzelpersonen, oder Personengruppen) ist sehr gut gestaltet und erlaubt viel Raum für Interpretationen. Für mich ist "Lichtspiel" mein erstes Jahreshighlight 2026 und ich werde sicherlich noch einige Zeit darüber nachdenken.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
1. Jan.
Rating:3.5

"Die Filme wurden dann zerschnitten und so zusammengeleimt, dass mehr schlecht als recht eine Geschichte entstand." Als Text über die Unfreiheit der Kunst in der NS-Zeit wirkt der Plot ebenso ermüdend, wie es das künstlerische Leben der lit. Figur Pabst gewesen sein muss. Entsprechend habe ich mit dem Text über 1 Jahr gekämpft. Erzähltechnisch 1a, lädt der Text inhaltlich einen geradezu aus bzw. versetzt die Lesenden in eine Position des passiven den-Schrecken-über-sich-ergehen-lassen. Zur Vermittlung der Banalität des Bösen aus der Sicht von Pabst wäre eine andere Form (Drama, Film) sicherlich besser gewesen.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
11. Dez.
Rating:4

Kunst schaffen unter dem NS Regime

Dieser Roman handelt vom deutsch-österreichischen Regisseur G.W. Pabst. Er versucht in der Amerikanischen Filmbranche Fuß zu fassen, was deutlich schwerer ist als gedacht. Sein erster Film wird ein Flop. Daraufhin sieht er sich gezwungen zurück nach Europa zu gehen. Leider zur falschen Zeit… Pabst lehnt den Nationalsozialismus und seine Ideologien von Anfang an ab. Dennoch fügt er sich zunehmend dem Regime, um sich und seine Familie nicht in Gefahr zu bringen. Kehlmann zeigt, wie Kunstschaffende im Nationalsozialismus benutzt wurden, um die Propaganda des Staats zu verbreiten und auch welche moralischen Dilemma dabei entstehen können. Es zeigt wie viel Mut und Furchtlosigkeit es braucht sich gegen ein solches Regime aufzulehnen. gut geschrieben & sehr lesenswert, vor allem für Geschichts- und Filminteressierte.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
8. Dez.
Rating:4

Tragisch und bisweilen komisch

Vor Jahren hatte ich schon einmal versucht, einen Kehlmann zu lesen. Die Vermessung der Welt war dann aber irgendwie gar nicht mein Fall. Auch in Lichtspiel wird eine historische Persönlichkeit zu einem fiktionalen Charakter - das scheint Kehlmanns Ding zu sein -, jedoch hat mich die Geschichte dieses Mal mehr gepackt. Wir lernen hier, dass man sich ziemlich verbiegen oder gar das Leid Anderer komplett ausblenden kann, wenn es das eigene Überleben oder auch nur Reüssieren sichert. Möglicherweise erklärt sich hieraus, warum die Story so aktuell ist und auch im englischen Sprachraum so gut ankommt. Mir haben besonders die tragikomischen Momente und die Auflösung des verschollenen Films gefallen.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
4. Nov.
Rating:5

Daniel Kehlmann erzählt die tragische Geschichte des Regisseurs Georg Wilhelm Pabst, der vor den Nazis flieht und in Österreich in die Falle des Krieges gerät. Um seines, und das Leben seiner Familie zu retten, wird er gegen seine Überzeugungen und wider Willen für das NS-Regime arbeiten. Ein eindrückliches, intensives Buch über ein Deutschland wie wir es hoffentlich nie wieder erleben müssen. _____

G.W. Pabst, der deutsche Regisseur, flieht mit seiner Frau und seinem Sohn vor den Nazis in die USA. Dort bekommt er leider keinen Fuß auf den Boden. Als ihn ein angebliches Telegramm seiner Mutter erreicht, kehrt er – wider jede Vernunft – mit seiner Familie nach Österreich zurück, um kurz nach seiner dementen Mutter zu sehen und sie in einem guten Altersheim unterzubringen. Doch er befindet sich zur falschen Zeit am falschen Ort: Der Zweite Weltkrieg bricht aus, Österreich wird zur „Ostmark“ – und für ihn und seine Familie zur Falle. Eine Ausreise ist nicht mehr möglich. Daniel Kehlmann erzählt Pabsts tragische Geschichte in atemberaubend und schmerzhaft intensiven Bildern. Um dem Konzentrationslager zu entgehen und sein Leben und das seiner Frau zu retten – wird er wider Willen und gegen jegliche Überzeugung Unterhaltungs- und Durchhaltefilme für das NS-Regime drehen. Kehlmanns Pabst entspricht nicht ganz dem historischen – das Ehepaar Pabst hatte zum Beispiel kein Kind – der Autor erlaubt die künstlerische Freiheit zu zeigen wie es hätte gewesen sein können. Und das macht er ausgesprochen gut.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
7. Okt.
Rating:3.5

Höhen und Tiefen

Einige Kapitel fand ich hervorragend - den Dreh des Molanders, das Aufeinandertreffen mit Goebbels und jenes mit Leni Riefenstahl. Auch das allererste Kapitel war toll und vllt war genau das das Problem: der Kontrast. Die Kapitel haben eine Erwartungshaltung und "Hoffnung" geweckt, die immer wieder nicht eingelöst werden konnte.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
25. Aug.
Rating:4.5

Absolut packend

Eine absolut packende Erzählung – irgendwann konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Durch die wechselnden Perspektiven eröffnet Kehlmann zahlreiche Facetten der Geschichte und ermöglicht es, das Leben im nationalsozialistischen Deutschland aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln zu erleben. Besonders gelungen fand ich die Erzählweise, bei der man dem Erzähler nicht uneingeschränkt trauen kann. Dieses Spiel mit Wahrnehmung und Wahrheit führt dazu, dass man das Gelesene stets hinterfragt und sich aktiv mit den Figuren und ihren Entscheidungen auseinandersetzt. Der Einstieg war für mich allerdings nicht ganz leicht: Die häufigen Perspektivwechsel haben es erschwert, in die Handlung hineinzufinden. Fast hätte ich das Buch zur Seite gelegt – zum Glück habe ich weitergelesen, denn nach kurzer Zeit entfaltet sich eine faszinierende und tiefgründige Geschichte, die nachhaltig beeindruckt.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
20. Aug.
Rating:4

Der Roman (!) zeigt auf, wie Kulturschaffende in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt haben könnten. Eine Perspektive, über die ich bisher nichts las. Mich stört aber, dass Kehlmann den Regisseur G.W.Pabst namentlich als Hauptprotagonist einsetzt, obwohl es sich (klar) um ein fiktionales Buch handelt.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
14. Aug.
Rating:2.5

Geschichtlich interessant, aber literarisch nicht wirklich mein Geschmack.

Das hochgelobte Bild von Daniel Kehrmann hat mich nicht mitgenommen in die Zeit der 20‘er Jahre. Das Thema hat mich grundsätzlich sehr interessiert, aber das Buch hat extreme Längen und Schreibstil hat mir nicht zugesagt. Ich hatte kurz vorher die Traumpalast Bücher von Peter Prange gelesen, die mir sehr gut gefallen haben und hatte mich gefreut im gleichen Themenkomplex weiter lesen zu können. Aber ich war enttäuscht. Wenn ich allerdings die anderen Bewertungen lese, dann stelle ich mal wieder fest, wie unterschiedlich Geschmäcker sein können. Das ist auch gut so.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
9. Aug.
Rating:4

Das Buch dreht sich um den berühmten österreichischen Filmregisseur G.W. Pabst und seine Arbeit vor und während dem Krieg. Sie beruht teilweise auf Fakten und wurde zu einer fiktiven Geschichte ausgebaut. Bereits sicher in den USA, entwickelt sich seine Karierre dort nicht wie gewünscht. Pabst reist mit seiner Familie zurück nach Österreich um nach seiner kranken Mutter zu sehen, eine folgenschwere Entscheidung. Aus der nun dem deutschen Reich angeschlossenen Ostmark schaffen sie es nicht mehr heraus. Es herrscht Krieg. Ein Buch das in das Innere der Menschen vor und während des 2. Weltkriegs blicken lässt. Zuerst der Unglaube, dass alles gar nicht so schlimm und bald wieder vorbei ist. Dann die Erkenntnis, dass ein falsches Wort alleine schon fatale Folgen haben kann. Das Gefühl ständig beobachtet und bewertet zu werden. Wie man immer eine Rolle spielen musste, damit man bloß nicht die falsche Aufmerksamkeit auf sich zieht und man nicht der nächste ist der abgeholt wird. Mir hat das Buch ziemlich gut gefallen und ich kann es absolut weiterempfehlen für jeden der sich für ein Stück unserer Zeitgeschichte interessiert. Natürlich ist es keine leichte Lektüre. Ich denke es bringt die damalige Stimmung und die Zustände gut rüber. Auch der Einblick in die frühe Filmindustrie und welche Auswirkungen der Nationalsozialismus darauf hatte war sehr interessant.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
27. Feb.
Rating:5

Ein großartiges Buch, dass ich jedem nur empfehlen kann. Dieses Buch war so gut, dass ich wünschte ich hätte es nicht gelesen, denn dann könnte ich es nochmal lesen. Schon das erste Kapitel war wundervoll und hat mich nachdenklich gemacht und Emotionen in mir ausgelöst. Die ganze Geschichte war mit so vielen kleinen Details ausgearbeitet, die Sprache die Kehlmann nutzt, ist voller Ästhetik. Das ganze Buch hat mich sehr aufgewühlt und mir Impulse gegeben mir über verschiedenes Gedanken zu machen. Lichtspiel bekommt von mir 5/5 Sternen und einen Platz bei meinen Lieblingsbüchern.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
9. Feb.
Rating:5

Eine tolle Geschichte spannend und geschmackvoll präsentiert!

Das war mein erster Roman von Daniel Kehlmann und es wird nicht mein Letzter sein! Das Thema hat mich eigentlich nicht so sehr interessiert, ich bin nur einer Empfehlung gefolgt und es hat sich sehr gelohnt! Zwischendurch dachte ich, dass es sogar noch mehr für Menschen sind, die eher im Filmthema sind oder eher aus der Zeit, in dem einem die Namen der vorkommenden Proagonisten noch etwas sagen. Ab und zu habe ich mich etwas zu jung gefühlt, dennoch tat es mir aber nicht der Geschichte ab. Es fängt wunderbar humorvoll an mit einem dementen Mann. Ich fand das ganz wunderbar wie authentisch dieser dargestellt wurde in seiner Verfassung. Das Buch hat einen wahnsinnig tollen Spannungsbogen und man taucht tief in diese damalige Zeit ein. Mir auch zudem auch gefallen, wie das Buch endete. Ich habe anschließend erstmal verschiedenste Persönlichkeiten gegoogelt und Daniel Kehlmann direkt wieder auf meine Lesewunschliste geschrieben, da ich so eine Vorfreude weitere Romane von ihm entwickelt habe!

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
23. Dez.
Daniel Kehlmann beschreibt die NS-Zeit anhand von Szenen aus dem Leben des österreichischen Regisseurs Georg Wilhelm Pabst (1885-1967) als auch anderer ProtagonistInnen.
Rating:4

Daniel Kehlmann beschreibt die NS-Zeit anhand von Szenen aus dem Leben des österreichischen Regisseurs Georg Wilhelm Pabst (1885-1967) als auch anderer ProtagonistInnen.

Der Bezug zur grässlichen NS Zeit und damaligem Schaffen der Filmkunst sowie Darstellung persönlicher Drangsalierung der beteiligten Personen gelingt Kehlmann sehr gut, aber teils zu literarisch, teils zu oberflächlich. Sicherlich ist der Roman ein Kunstwerk, auch weil aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Aber genau dieser spontane und in den ersten Absätzen jeweils nicht erkennbare Wechsel der Ich Erzählweise - immer wieder ohne Hinweise auf das Ich - und die teilweise unflüssige Schreibweise hat mich zwar informieren, aber nicht fesseln können.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
21. Okt.
Rating:4

Beeindruckender Roman über den Regisseur G. W. Pabst in der Nazi-Zeit. Sprachlich und stilistisch elegant und souverän, spannendes Spiel mit Erzählperspektiven, die das Filmische aufgreifen. Ein paar Längen, aber auch ein fesselnder Spannungsbogen mit ergreifenden Schlusskapiteln.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
20. Okt.
Rating:5

Die beinahe filmisch perfekt inszenierte Geschichte um den Regisseur G.W. Pabst beschreibt kein einfaches Thema der dunklen Zeit des 2. Weltkriegs in Österreich und Deutschland. Pabst, bereits vor den Nazis nach Amerika geflohen, kehrt mit Ehefrau und Sohn auf Drängen seiner Mutter, die noch in Österreich lebt, zurück und kann bei Ausbruch des Krieges das Land nicht mehr verlassen. Zunächst dem Regime gegenüber ablehnend beginnt er eher aus der Not heraus wieder Filme zu drehen und somit auch indirekt dem Land und seinem Propaganda-Apparat dienlich zu sein. Es ist neben Pabst des Filmen selbst, der hier die Hauptrolle spielt. Neben der genauen Beleuchtung der Arbeit und Leidenschaft des Regisseurs wird immer wieder deutlich, welchen Stellenwert der Film zu dieser Zeit für das Nazi-Regime hatte. Die vordergründige Passion von Pabst erlaubt ihm das Eintauchen in seine Kunst und gleichzeitig aus der Realität zu fliehen, obwohl die Ereignisse ihre Beachtung einfordern und sich mehr und mehr aufdrängen. Daniel Kehlmann versteht es meisterhaft, Fakten und Fiktion zusammenzuführen und eine nahezu perfekte Geschichte daraus zu weben. Zwar wird im Anhang betont, sie sei fiktiv gestaltet, aber es muss klar sein; dass es eine nahe Anlehnung an die zumeist real existierten Personen gibt zumal das Filmmaterial zum grossen Teil heute noch zugänglich ist. Die Hörbuch-Version, meisterhaft gelesen von Ulrich Noethen ist sehr zu empfehlen.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
15. Aug.
Rating:5

Großartiger Kehlmann, wieder einmal. Wer anspruchsvolle und zugleich gute Unterhaltung sucht, ist mit diesem Roman bestens bedient. Erzählt wird die Geschichte eines Filmemachers, der sich und seine Familie ins Nazireich zurückführt, obwohl er den Absprung schon geschafft hatte. Doch unzufrieden mit den begrenzten Möglichkeiten im Ausland kehrt er zurück und opfert seine Überzeugungen und seine Familie dem zweifelhaften Ruhm und einer Kunst, die unmenschliche Wege geht. Absolut lesenswert!

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
4. Juni
Rating:4

Sehr spannendes und interessantes Buch, wenn man sich für Stummfilme und die Zeit des zweiten Weltkriegs interessiert. Etwas surreal geschrieben, aber trotzdem einfach zu lesen - liest sich sehr schnell weg.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
22. Mai
Das Regime und die Kunst
Rating:4.5

Das Regime und die Kunst

»Lichtspiel« folgt der Biographie des Filmemachers Georg Wilhelm Pabst, einer der großen Regisseure der Weimarer Republik. In verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven, mal durch Pabst, mal durch seine Kollegen und Weggefährten, beleuchtet »Lichtspiel« den schmalen Grat und die Abgründe zwischen Kollaboration, Mitverantwortung, Integrität und Charakterstärke. Daniel Kehlmann lässt uns in seinem fiktionalen Roman erneut historische Persönlichkeiten in wunderbarer Sprache und einigen beeindruckenden Szenen begleiten. Das groteske Aufeinandertreffen zwischen Pabst und Goebbels im Berliner Ministerium oder der Konflikt am Set mit Leni Riefenstahl sind für mich absolute Highlights. Keine leichte Kost. Aber mir hat dieser bewusst enge Blickwinkel auf die Gräuel des Nazi-Regimes aus der Sicht von Kunst und Kultur gepackt. Ich hoffe, dass Kehlmann noch viele historische Personen zum Leben erwecken wird.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
3. Mai
Rating:4

Gutes Buch mit kleinen Hindernisse

Die Geschichte vom Regisseur Georg W. Pabst vor und während des 2. Weltkrieges ist keine leichte Sommerlektüre. Mich hat die Sorache begeistert, manchmal hatte ich Probleme mit dem Wechsel der erzählenden Personen. Ansonsten kann ich dieses Buch empfehlen. Ob es dem wahren Leben von Pabst entspricht, müsst ihr selbst rausfinden.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
3. Apr.
Rating:5

Ganz großes Kino!

Die Geschichte des Regisseurs G. W. Pabst, der aus den USA nach Nazi-Deutschland zurückkehrt, um hier seinen - wie er findet - besten Film zu drehen. Leider vergeblich... Bereits das erste Kapitel ist grandios und setzt den Ton für den Rest des Romans: Es sind die 70er Jahre und Franz Wilzek, der ehemalige Assistent von Pabst, wird aus der Seniorenresidenz "Abendruh" abgeholt, um in einer Fernsehsendung über die gemeinsame Arbeit mit dem berühmten Regisseur zu berichten. Die Ich-Perspektive des mittlerweile dementen Wilzek versetzt uns mitten in das löchrige Gehirn des alten Mannes. Die Frage nach dem Film "Der Fall Molander" bringt ihn aus dem Konzept. Den Film hat es nie gegeben und doch tauchen Erinnerungen in seinem unzuverlässigen Hirn auf. Was es mit diesem Film auf sich hat und warum am Ende eine ganze Nation Erinnerungslücken hat, das erfahren wir im weiteren Verlauf dieses großartigen Romans. Die Geschichte von G. W. Pabst wird aus den wechselnden Perspektiven der Beteiligten erzählt. Die Frage, wie sehr man seinen Wahrnehmungen und Erinnerungen trauen kann, spielt dabei immer wieder eine Rolle. Ein Roman wie ein Film. Ganz großes Kino!

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
26. März
Rating:4.5

Kehlmann erzählt die Geschichte des deutschen Stummfilmregisseurs GW Pabst, der in Hollywood Karriere machte. Mit der Erfindung des Tonfilms sank sein Stern in Hollywood rapide und Pabst fällte eine fatale Entscheidung: entgegen dem Rat aller Menschen um ihn herum reist er am Vorabend des 2. WK zurück nach Europa und sogar nach Österreich, um seine alte Mutter zu besuchen und in Europa Karriere zu machen. Sein Sohn landet bei der Wehrmacht, Pabst wird dazu gebracht Propagandafilme für das Naziregime zu machen. Sehr interessante biographische Geschichte über Filme und Künstler*innen im dritten Reich. Hat mir sehr gut gefallen. Den halben Stern Abzug gab es wegen Längen im Mittelteil. Aber es lohnt sich definitiv durchzuhalten!

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
9. März
Rating:4

Schöne Sprache. Leider stimmt die Biographie nicht unbedingt mit der historischen Wirklichkeit überein, daher bleibt fortwährend das Gefühl, ist das, was Kehlmann gekonnt bildhaft beschreibt, nun Fakt oder Fiktion? Stilistisch hervorragend

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt
4. März
Rating:4.5

Inhaltlich und erzählerisch auf ganz hohem Niveau. Ein Roman, der noch lange nachwirkt und mir den Film der späten 20er und 30er Jahre ein bisschen näher gebracht habe. Sehr lesenswert.

Lichtspiel
Lichtspielby Daniel KehlmannRowohlt