21. Dez.
Rating:2

Das Ende des Jahres naht und ich mache nun tabula rasa mit angebrochenen Büchern. Ich bin ja ein Fan japanischer Krimis und nach „Tokio Express“ griff ich gleich zum nächsten Buch, nämlich „Die Tote im Badehaus“. Tja, was soll ich sagen, nach 300 Seiten habe ich dann doch den Krimi zur Seite gelegt. Schade.   Dabei begann das Buch gut: Ich mag das japanische Setting und bin auch stets neugierig, wenn ich mehr über die japanische Kultur erfahre, sei es die von heute oder in alten Krimis um die Nachkriegszeit. Die Geschichte beginnt in einer Pension, in der eine Tote gefunden wird. Die Gäste sind allesamt ein wenig seltsam, sodass es ausreichend Verdächtige gibt.   Generell fand ich es auch nicht uninteressant, als es bei den Ermittlungen in die Vergangenheit Japans ging, nämlich in die Besatzungszeit durch die USA. An der Stelle erinnerte mich die Handlung auch etwas an die isländischen Krimis von Arnaldur Indriðason, in denen es regelmäßig um die Besatzungszeit Islands geht (diese war etwas früher und fand aus einem anderen Grund statt).   Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Rei Shimura. Das Thema Diskriminierung ist ein wichtiges Element in dem Krimi, denn Rei Shimura hat ein nicht japanisches Elternteil: Daher sieht sie phänotypisch nicht klassisch japanisch aus und spricht die Sprache, jedoch nicht wie ein Muttersprachler. Die Andersbehandlung, um es wohlwollend zu formulieren, ist für sie mitunter sehr frustrierend und auch abwertend. (Ich selbst war einmal in Japan und musste ebenfalls feststellen, dass man um uns in der U-Bahn einen weiten Bogen gemacht hat. Frei nach dem Motto: „Wer weiß, vielleicht haben die etwas Ansteckendes.“) Allerdings störte mich ein Detail mehr und mehr, und zwar war es die Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren:  Ein zweiter Protagonist ist Hugh Glendinning. Es war zwar nicht Fourth Wing-Level, aber deren nerviges, andauerndes Techtelmechtel ging mir wirklich gegen den Strich. Einfach, weil es häufig deplatziert und auch nicht authentisch wirkte. Und wie es so ist: Steter Tropfen höhlt den Stein und irgendwann war der Ofen dann bei mir aus, wenn auch die Glut bei den Protagonisten noch heiß war. Das war nichts für mich.   Also habe ich keine Ahnung, wer die Dame im Badehaus umgebracht hat, sollte halt nicht sein.  

Die Tote im Badehaus
Die Tote im Badehausby Sujata MasseyPiper
1. Sept.
Rating:2

Rei Shimura, ihres Zeichens Halb-Amerikanerin, Halb-Japanerin, Englischlehrerin für einen japanischen Großkonzern möchte zu Silvester einen ruhigen Jahreswechsel in einem Badehaus verbringen. Doch dann wird die Leiche der Ehefrau eines japanischen Geschaäftsmannes tot aufgewunden. Wo anfangs noch über Suizid spekuliert wird, eröffnen sich bald größere Probleme und Konflikte, die auf einen Mord hindeuten. Rei fühlt sich verpflichtet, dieses Verbrechen aufzuklären und gerät dabei an den schottischen Anwalt Hugh. Es kommt zu vielerlei Verwicklungen, die nicht nur Reis Spürsinn, sondern auch ihre emotionalen und sexuellen Bedürfnisse ansprechen. Die Erzählung dieses Krimis ist eher ruhig, manchmal ist es aber schnell ein regelrechtes Hin und Her, dem sich Rei Shimura ausgesetzt sieht. Leider ist ihre Unterwürfigkeit ggü. Männern extrem stark und sie lässt sich viel zu leicht einwickeln. Ein wenig mehr Taffheit entwickelt sie m. E. erst zum Ende des Romans, was hoffen lässt, dass der Folgeband eine selbstbewusstere Rei zeichnet. Sehr unterhaltsam, sprachlich okay. Die Nebenfiguren sind leider viel zu stereotyp. Gerade die erste Hälfte des Romans erklärt einem unerfahrenen Japan-Unwissenden sehr viele Begriffe aus den Bereichen Kultur, Kunst, Essen, Namenszusätzen (-san/-kun/-sensei..) und gängigen Traditionen, genauso wird ausführlichst dargestellt, welche Schwierigkeiten Rei mit ihrem leicht ausländischen Aussehen in Japan hat. Sehr authentisch beschrieben.

Die Tote im Badehaus
Die Tote im Badehausby Sujata MasseyPiper