Spannender Krimi mit interessanten Themen, aber erheblichen Schwächen in Plausibilität und schlüssiger Handlung. Gute Unterhaltung, nicht mehr, nicht weniger
Vier Verbrechen ereignen sich in Stockholm, die zunächst wenig mehr verbindet als ihre zeitliche und räumliche Nähe zueinander. Die Gruppe A der Stockholmer Polizei, zuständig für Straftaten mit internationaler Dimension ahnen Zusammenhänge, verzweifeln aber auch an Rätseln. Die Spuren führen in das Milieu des Frauenhandels und der Zwangsprostitution, aber auch in die KZs der Nazis. Der Roman fängt sehr gut an, die Ermittlungsarbeit der verschiedenen Teams sorgt für Spannung und die Hintergründe sind interessant. Die Charaktere der Ermittler erhalten Raum, dominieren aber nicht die Handlung und wirken durchaus plausibel. Die typische skandinavische Sozialstaatskritik scheint zwar manchmal durch, hält sich aber in Grenzen. Für schwedische (weniger internationale) Leser sicher interessant (und vielleicht auch unbequem) sind ein paar historische Ausflüge in eigene ideologische Verirrungen in der Nazi-Zeit Weniger gut: Gegen Ende laufen dem Autor die Dinge aus dem Ruder. Hier werden zuviele zu unwahrscheinliche Zufälle bemüht, Charaktere fallen zu stark aus ihren Rollen. Im Bestreben, auch ja kein 'loses Ende' übrig zu lassen werden arg konstruierte Erklärungen aufgeboten. Weniger wäre hier mehr gewesen. Insoweit ist das Buch spannende Unterhaltungslektüre, routiniert geschrieben und nie langweilig. Einen bleibenden Eindruck wird sie eher nicht hinterlassen.


