
"Richter haben von Aussagepsychologie meist ebensoviel Ahnung wie der Papst vom Heiraten." (Seite 185)
Diesmal hat Herr Dr. Stevens sieben spezielle Fälle genauer beschrieben und analysiert. Es dreht sich natürlich in allen Fällen um das Thema "Aussage gegen Aussage" - wie entscheidet also das Gericht, wenn es keine Beweise gibt? Alles wurde wirklich sehr ausführlich beschrieben, da man diesmal alle "Optionen" des Verhandlungsausgangs erklärt bekommen hat. Das heißt, es wurde erklärt wie es ausgegangen wäre, wenn die Tat überhaupt nicht so stattgefunden hat wie es in der Anklage beschrieben wurde, d.h. wenn die Aussage komplett erfunden wäre, wenn die Tat anders stattgefunden hat als in der Anklage beschrieben wurde oder wenn die Tat genauso stattgefunden hat wie sie zur Anzeige gebracht wurde usw.. Das fand ich persönlich sehr spannend, da ich selbst nicht in einem juristischen Beruf arbeite und daher natürlich naiverweiße davon ausgegangen bin, dass zu 90 % bei den Ermittlungen bereits herauskommt, dass die Tat zum Beispiel erfunden wurde. Das ist allerdings nicht der Fall und wird in den einzelnen Kapiteln auch immer thematisiert. Etliche Fälle wurden in der 2. Staffel des Bayern 3 True Crime Podcasts vertont wiedergegeben. Selbst wenn man den beliebten Podcast mit Jacqueline Belle und Dr. Alexander Stevens von Bayern 3 bereits kennt und liebt (wie ich 😁), ist das Buch zusätzlich eindeutig sehr empfehlenswert und nochmal was ganz anderes, als die Fälle vertont wiedergegeben zu bekommen. Auf jeden Fall wieder eine Empfehlung für True Crime Fans. 👍🏼





