Ein gut zu lesender, humorvoller Einstieg in die griechische Mythologie
Obwohl ich einige Bücher zur griechischen Mythologie (u.a. von Gustav Schwab Zuhause habe, habe ich mir dieses Buch aus der Bibliothek ausgeborgt. Eigentlich nur als Vorbereitung auf den Erzählkunstabend "Geschichtenschätze aus der Bibliothek". Gott, sei Dank, denn dieses Buch bereitet wirklich Vergnügen. Michael Köhlmeier nähert sich der Mythologie wie ein Erzähler, der sich zwar an die wichtigsten Punkte hält,mit dem Stoff jedoch sehr frei umgeht. Er erzählt die Geschichte mit einem modernen Blick und hält sich auch mit seiner Meinung nicht zurück. Als Erzählerin kann ich dieser Vorgehensweise nur zustimmen. In der mündlichen Überlieferung wurden Geschichten immer schon von den Erzähler* innen ganz selbstverständlich auf das Publikum angepasst und bekamen ganz natürlich eine persönliche Note. Erst mit dem Aufschreiben glauben wir manchmal uns starr an die Vorgaben halten z müssen. "Es genügt nicht, sich diese Geschichten anzuhören (zu lesen). Man muss sie selbst erzählen. Man muss sie erzählend weiter Spinnen. So und nur so eignet man sich diesen Schatz an." gibt uns Michael Köhlmeier im Nachwort mit auf den Weg. Und: "Jeder der eine Geschichte weitererzählt dass hat sie im Erzählen zu seinem Eigentum gemacht, hat sie erzählend neu erfunden, hat der Geschichte seine eigene Seele geliehen." Ich werde mir das zu Herzen nehmen. 🤗 Ich werde auf jeden Fall schauen, was der Autor noch bearbeitet hat ("Die Nibelungen" habe ich schon gefunden.)
