Großartiger Roman über die Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern
Zwischen 1981 und 2020.
Marie, Gabriele, Alma, Isabell.
2 Mütter, 2 Töchter – 4 Leben, die von einander beeinflusst werden.
Und die Fragen:
Welche Auswirkungen hat es auf unsere Gegenwart, wenn wir über die Vergangenheit schweigen?
Was macht eine Mutter zu einer Mutter?
Wie spiegelt sich mein Verhältnis zu meiner Mutter in der Beziehung zu meiner Tochter wieder?
Und kann die Gegenwart heilen, was die Vergangenheit verletzt hat?
Ein Roman, der flüssig geschrieben ist, ohne Längen und dennoch auserzählt wirkt. Mit vielen Perspektivwechseln, bei denen man immer ein Stückchen mehr versteht von dem, was in den vergangen Jahren alles so passiert ist. Wie ein Rätsel, ein Puzzle, bei dem sich am Ende alles wunderbar fügt.
Ein Roman, der mir nahe ging, der einen zum Nachdenken, zum Hinterfragen der Beziehungen bringt. Und der – in meinem Fall – unendlich dankbar macht für die eigene Mutter und ihre große Liebe für ihre Kinder.
Mütter und Töchter
Mutter- Tochterbeziehungen, die Prägung der Töchter und die Frage nach der eigenen Herkunft und Identität, darum geht es in Niemands Töchter. Über mehrere Jahrzehnte lesen wir von Gabriele und Marie, von Isabella und Alma.
Wie die Leben dieser vier Frauen, die sowohl Mütter als auch Töchter sind zusammenhängen wird erst im Laufe der Geschichte offenbart.
Letztendlich wird klar, wie tief dieses Band zur eigenen Mutter in den meisten Fällen ist. Auch wenn es Verletzungen gibt, die zunächst unverzeihlich erscheinen, so ist Vieles doch aus Liebe passiert, um sich selbst und sein Kind zu schützen.
Es gibt ziemlich viele Zeit- und Personensprünge, die gerade beim Hörbuch ein sehr konzentriertes Hören erforderlich machen, um den Faden nicht zu verlieren.
Es lohnt sich aber am Ball zu bleiben, denn es macht Spaß, wie nach und nach ein Puzzleteil nach dem anderen zu einem Gesamtbild wächst.
Ich würde allerdings im Nachhinein eher zum Buch greifen, weil es wahrscheinlich einfacher ist der Geschichte zu folgen und weil das Hörbuch von der Autorin selbst gelesen wird, und mich das Ergebnis nicht vollends überzeugt hat, aber das ist meine ganz subjektive Meinung.
Insgesamt ist diese komplexe Familiengeschichte auf jeden Fall empfehlenswert.
Ich habe lange nach einem Buch gesucht,welches mich mal wieder so richtig versinken lässt…Dieses ist mit Abstand eines der wundervollsten ,erzählten Lebensgeschichten….Grosse Empfehlung, wenn man gerne in das menschliche Miteinander eintauchen möchte…
„Niemands Töchter“ hat für mich viele Themen behandelt, die ich eigentlich unglaublich spannend und berührend finde. Besonders dieser Fokus auf Mütter und Töchter, auf familiäre Prägungen, Erwartungen und die Frage, was Mutterschaft überhaupt ausmacht, fand ich wirklich schön erzählt. Gerade die unterschiedlichen Perspektiven von Alma, Isabelle, Gabi und Marie haben gezeigt, wie komplex diese Beziehungen sein können und wie sehr vergangene Entscheidungen noch Generationen später nachwirken.
Auch die Grundidee der Geschichte mochte ich total. Nach und nach zu verstehen, wie all diese Leben miteinander verbunden sind, fand ich richtig interessant und teilweise auch sehr emotional. Es gab immer wieder Szenen, die mich wirklich berührt haben und in denen man gemerkt hat, wie viel Gefühl eigentlich in dieser Geschichte steckt.
Trotzdem hat mich das Buch insgesamt leider nicht so abgeholt, wie ich es mir erhofft hatte. Und ich kann gar nicht einmal genau benennen, woran es lag. Ich fand vieles schön, klug und auch berührend, aber emotional blieb das Buch für mich ein kleines Stück weit auf Abstand. Deshalb ist es am Ende eines dieser Bücher, bei denen ich absolut verstehen kann, warum viele es lieben, bei mir persönlich aber trotzdem nicht ganz der Funke übergesprungen ist.
Am Anfang fiel es mir etwas schwer, in die Geschichte hineinzufinden, aber ab etwa Seite 100 wurde es richtig fesselnd.
Eine tolle, ungewöhnliche Familiengeschichte, die viel komplexer und stärker miteinander verwoben ist, als ich zunächst erwartet hatte. Besonders das Thema Herkunft und die Geheimnisse innerhalb einer Familie fand ich sehr spannend und teilweise auch echt berührend.
Für mich auf jeden Fall eine klare Empfehlung – vor allem für alle, die ruhige, tiefgehende Geschichten mögen. 👍
....besser gefallen als die Geschichte. Eine gute Idee, authentische Protagonisten - aber leider hat es mich gefühlsmäßig nicht ganz gepackt. Dennoch wollte ich wissen, wie es endet und fand die Story stimmig.
Ein wunderschönes Buch über vier Frauen und ihr geheimnisvolles Leben.
Mir wurde wieder einmal sehr bewusst wie wichtig es ist miteinander zu kommunizieren und sich gegenseitig zu Vertrauen.
Irgendwann ist es für Gespräche zu spät und all das ungesagte zwischen uns bleibt für immer ein Geheimnis.
Diesen vielschichtigen Roman mochte ich sehr gern. Als besonders gelungen empfand ich die lebensechten Charaktere und die Darstellung ihrer komplizierten Beziehungen zueinander. Gegen Ende wurde es mir ein klein wenig zu viel des Zufalls, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Judith Hoersch liest ihren Roman selbst ein und das hat mir gut gefallen, insbesondere auch die Dialoge im Mainer Platt.
Ich kann die Begeisterung über dieses Buch leider nicht teilen
Viele Erzählstränge sind leider nicht gut genug herausgearbeitet, bis zum Schluss habe ich keinen klaren Zugriff auf Alma/Isabell gehabt - die Sprache war leider auch nicht so meins, tlw. aufzählend, und mit einfallslosen Vergleichen/Bildern.
Die Zeitsprünge sind hektisch und ruckartig, dadurch fand ich schwer in die Geschichte.
Ganz zu schweigen von den vielen "Zufällen" (vom Therapeuten angefangen bis hin zur Szene im London Eye 😱).
Erfreulich, dass das Buch doch viele Leser findet, die es mochten, ich gehöre nur nicht dazu 🤷♀️
Alma wächst in den 80er Jahren in der Eifel auf. Sie fühlt sich ihre ganze Kindheit und Jugend hindurch "anders" als die anderen, nicht zugehörig. Isabell lernen wir im Jahr 2019 kennen. Sie ist Mutter, die sich in dieser Rolle überfordert fühlt und sich auf Spurensuche im Leben ihrer eigenen Mutter begibt, in der Hoffnung sich so selber besser zu verstehen. Ob und wie die Leben von Alma und Isabell verknüpft sind, lernen wir im Laufe des Romans.
Mir hat die Story leider wenig gegeben. Es gab bedauerlicherweise keine originelle Idee und keine außergewöhnlich bemerkenswerte Figur in dem Buch. Sprachlich macht das ganze leider auch keinen nennenswerten Eindruck, auch wenn durch das einflechten von Dialekt immerhin ein gewisses Maß an Authentizität geschaffen wird.
Das Buch liest sich flott und mäßig unterhaltsam weg und wird sicher sein Publikum finden. Für mich persönlich war es ziemlich enttäuschend.
Bei dem Buch "Niemands Töchter" handelt es sich um ein vielschichtiges Buch, wird die Geschichte doch aus verschiedenen Perspektiven und auf verschiedenen zeitlichen Ebenen erzählt. Dadurch wird die Handlung extrem verdichtet.
Der Erzählstil ist sehr gut gewählt. Zwischendurch fragt man sich manchmal, wie einzelne Handlungsstränge weitergehen, da sie für den Leser abrupt enden, aber da das ganze Buch über zwischen diesen hin und her gesprungen wird, und manchmal die Auflösung im Handlungsstrang einer anderen Person erfolgt, bildet sich ein großes Ganzes.
Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet. Sie wirken authentisch und in den meisten Fällen sympathisch. Manchmal sind einige ihrer Handlungen nicht ganz nachvollziehbar, zum Beispiel Almas Distanziertheit oder auch einige Entscheidungen die Marie trifft, aber mit der Zeit ergeben auch sie einen Sinn.
Wer komplexe und atmosphärische Geschichten mag sollte "Niemands Töchter" unbedingt eine Chance geben.
Eine Suche nach Bedeutung, Verbindung und Klarheit! Das Erkennen von grenzenloser Liebe! Absolut lesenswert!!!
Die undurchdringliche, chaotische Ordnung des Lebens
Ein Titel "Niemands Töchter" der Bedeutung sucht, so wie die vier Frauen Marie, Gabriele, Alma und Isabell es in diesem Roman in vier Jahrzehnten, in denen wir ihrer Geschichte folgen können, auch tun.
Marie, die gerade zu leben beginnt und 1981 das Glück in Berlin sucht; Gabriele die schmerzlich 2019 an die Vergangenheit mit ihrer Tochter denkt und deren Gegenwart nicht kennt. Alma, die eine Verbindung zu sich und ihrem Platz im Leben sucht und die depressive Isabell, die mit den Polaroids ihrer Mutter ein schwarzes Loch in der Erzählung zu füllen versucht. Manchmal vermag das Schicksal undurchdringliche Wege zu gehen, um verschwiegene Wahrheiten aufzudecken...
Sehr viele Blickwinkel von Mutterschaft werden beleuchtet, sei es die körperlichen Veränderungen, die hormonellen und psychischen Nachwirkungen von Schwangerschaft, der körperliche Schmerz von Geburt, die Verzweiflung von Unfruchtbarkeit, das unfassbar zerreißende Gefühl von Schuld dem Kind gegenüber, sei es aufgrund von Unwahrheiten, die aus Schutz erzählt werden oder weil man sein Kind zur Adoption gibt, um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen, oder einfach weil man oft das Gefühl hat alles falsch zu machen und nie die perfekte Mutter ist. Am Ende geht es einzig und allein ums Überleben in einer oftmals unfair erscheinenden Welt!
Nach dem ersten Drittel hatten sich in meinem Kopf leise Vermutungen breit gemacht, wohin die Geschichte der vier Frauen ungefähr führen würde, aber es war sehr interessant erzählt und ich wollte der Auflösung stets näher kommen und so flogen die Seiten dahin!
Obwohl gerade die Thematik von Mutter Tochter Beziehungen am Lesemarkt reichlich ausgeschöpft scheint, wurde ich hier von einer einzigartig, berührenden Geschichte und einem unheimlich emotionalen Zusammenführen der verschiedenen Protagonistinnen überrascht. Besonders beeindruckend war auch die Ausarbeitung von Mut und Klarheit, die alle vier Frauen irgendwann im Laufe der Handlung haben oder erreichen. Ein Fehler bedeutet nicht, nicht doch etwas daraus Lernen zu können, zu wachsen, reflektiert an sich zu arbeiten und Hilfe anzunehmen, das eigene Glück selbst zu suchen und genau das wird manchmal drastisch, manchmal mit feinem Fingerspitzengefühl in vielerlei Ausführungen im Roman von Judith Hoersch transportiert. Auch die Tragik der verschiedenen Schicksale sind fühlbar, traurig, menschlich und nachvollziehbar erzählt, trotzdem schafft sie es, die LeserInnen am Ende mit einer innerlichen Schönheit und Zufriedenheit aus der Geschichte zu entlassen. So verbleibe ich mit der Botschaft von grenzenloser Liebe einer Mutter:
" "Mama?", drang es leise durch das Holz."
Fazit: Die Geschichten der Frauen haben mich tief berührt und besonders das Ende hat mir einige Tränen in die Augen gebracht! Absolut lesenswerter Roman, trotz gefühlt hundertstem Mutter- Tochter Thema!
"Hinter dem Verzeihen wartet machmal eine Menge Glück, weißt du?"
'Manches kann man aber nicht einfach so verzeihen."
"Du kannst ihr verzeihen. Das ist Liebe. Dass wir den anderen Fehler zugestehen und dass wir sie auch dafür lieben" ❤️
Buchrezension: Niemands Töchter ⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)
„Niemands Töchter“ ist ein intensiver, vielschichtiger Roman über das Leben in all seinen Brüchen und Verbindungen 💔✨. Im Zentrum stehen große Themen wie Mutterschaft, Verlust, Identität und die Suche nach den eigenen Wurzeln 🌱. Es geht um das Gefühl, nicht dazuzugehören und um die Wunden, die entstehen, wenn man verletzt wird oder sich selbst verliert 🧩. Gleichzeitig ist es eine Geschichte über das Suchen, Scheitern und Lieben ❤️ – mitten aus dem Leben gegriffen.
Besonders beeindruckend ist die Erzählweise 📖. Die Handlung entfaltet sich über vier Perspektiven und verschiedene Zeitebenen hinweg ⏳. Dadurch entsteht nach und nach ein dichtes Geflecht aus Beziehungen, Erinnerungen und Geheimnissen 🕸️. Die Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig gezeichnet, ihre inneren Konflikte spürbar und emotional greifbar 🧠💬. Auch sprachlich überzeugt der Roman.
✍️.
Die ersten 150 Seiten haben sich für mich wie ein mögliches 5-Sterne-Leseerlebnis angefühlt 🌟. Die Spannung, die Atmosphäre und die Art, wie sich die Geschichte langsam entfaltet, waren wirklich fesselnd 🤍. Allerdings kam dann ein Punkt, an dem ich das Gefühl hatte, die Zusammenhänge und den Ausgang bereits vollständig durchschaut zu haben 🔍. Das war dann auch so ...
Weshalb sich das Ende, die letzen 100 Seiten für mich etwas gezogen haben, weil die große Auflösung keine echten Überraschungen mehr bereithielt 💤.
Das schmälert jedoch nicht die Qualität des Romans insgesamt. „Niemands Töchter“ bleibt ein sehr lesenswertes Buch 📚, das durch seine Themen, seine Sprache und seine komplexe Struktur überzeugt 💫. Auch wenn es am Ende etwas an Spannung verliert, ist es eine eindrucksvolle Geschichte, die lange nachhallt 🌙.
Wow, was für ein bewegendes Buch. Ich hab es als Hörbuch gehört, gelesen von der Autorin und bin bin und weg. Nach und nach entblättert jede neue Seite die Geschichte von Gabriele, Marie, Isabell und Alma. Ich will nicht zu viel verraten, am besten man liest es einfach selbst.
Interessante Protagonistinnen, die alle ihr Päckchen zu tragen haben und deren Fäden nach und nach zusammenlaufen. Inhaltlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Lesefluss war mir durch die wechselnden Perspektiven plus die zeitlichen Sprünge manchmal etwas stolpernd. Trotzdem absolute Leseempfehlung.
Ich hab den Roman als Hörbuch gehört – gesprochen von Judith Hoersch selbst – und das hat mir besonders gut gefallen.
Auch das Cover hat mich gleich angesprochen, es ist wunderschön 🤩.
Zum Inhalt:
Anfangs fiel es mir recht schwer, allen Protagonisten zu folgen, aber nach und nach wird es besser.
Die Geschichte folgt mehreren Frauen über Jahrzehnte hinweg: Marie dokumentiert ihr Leben mit Polaroids, während ihre Tochter später versucht, die dunklen Stellen in ihrer Vergangenheit zu verstehen. Parallel kehrt Gabriele in ihre Heimat zurück und stellt sich dort ihrem Leben. Die Verbindungen zwischen Müttern und Töchtern, Wahrheit und Verschweigen stehen im Mittelpunkt.
Es geht um Herkunft, Identität und die Frage, was wir von unseren Müttern mitbekommen. Nach und nach fügen sich die Perspektiven zu einem spannenden Gesamtbild zusammen.
Ein einfühlsamer, stellenweise ungewöhnlicher Roman, der trotz schwieriger Themen Mut macht und sehr unterhaltsam ist.
Ich habe ihn sehr gerne gehört und werde mir das Buch auf jeden Fall kaufen und nochmal lesen.
Danke an NetGalley ❤️
Am Anfang fand ich es etwas schwer in die story reinzukommen aber als ich ma drinnen war, hab ich es innerhalb 2 Tagen beendet und so geliebt! Wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen!
Von Müttern und Töchtern und Beziehungen samt ihrer Verletzungen
Es dauerte ein wenig, bis ich die Personen auseinanderhalten konnte und wusste, wer mit wem in welcher Beziehung stand. Dann aber konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Am Ende war es mir etwas zu konstruiert, aber dennoch gut irgendwie. Eine Runde Sache.
Besonders fasziniert hat mich die jeweils unterschiedliche Auseinandersetzung mit der Mutterrolle.
Empfehlung für alle Mütter und Töchter und solche, die sie besser verstehen wollen.
Mutterschaft ist ein ziemlich präsentes Thema in der Literatur. In einer Zeit, in der vieles möglich ist, müssen Frauen sich wieder bewusst werden, dass Mutter werden oder eben keine Mutter sein zu wollen, zukünftig an ihre Grenzen stoßen kann, wenn wir nicht alle dagegen aufgehen. In diesem Buch wird deutlich auf welche Probleme sowohl das eine wie das andere stoßen kann, wenn man Grenzen überschreitet.
Vier Frauen, vier mal Auseinandersetzung mit dem Thema. Von Marie, die von einem Mann schwanger wird, von dem sie gar nicht schwanger werden dürfte und die ein Kind allein auf die Welt bringt, weil sie nicht gelernt hat, sich Hilfe zu holen, über Gabriele, die gerne ein Kind hätte, deren Leben aber leider etwas anderes vorgesehen hat und die dann einen Fehler begeht, der ihr ganzes Leben bestimmt, bis zu Isabell, dir eine Entdeckung macht, die sie zu einer Spurensuche animiert. Und dann ist da noch Alma, die sich irgendwie nicht richtig fühlt in ihrer Familie.
Die Geschichte dieser vier Frauen bekommen wir häppchenweise erzählt. Und das sehr ausführlich, aber immer in kleiner Dosierung. Die Kapitel wechseln im schnellen Rhythmus. Der chronologische Zeitpunkt ist in die Kapitelüberschrift integriert. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich die Verknüpfungen erkennen konnte. Das liegt vor allem daran, dass die Erzählstimmen sich ziemlich gleich anhören und die Schauplätze ähnlich sind. Ein paarmal habe ich darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen. Als aber klar wurde, wie vernetzt alle für Frauen miteinander sind, hat es endlich Klick gemacht und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Es war also ein sehr langsamer und manchmal etwas ermüdender Rundumblick auf die einzelnen Schicksale.
Hoersch schreibt leicht verständlich und mit einem großen Blick aufs Detail. Ich hätte mir etwas mehr stilistische Abgrenzung bei den einzelnen Protagonistinnen gewünscht. Zum Ende hin nahm die Geschichte dann fahrt auf, wirken an manchen Stellen aber auch etwas konstruiert.
Insgesamt ein Buch, dass mich nicht restlos begeistern, konnte mir aber trotzdem unterhaltende Lesestunden bereitet hat. Ich empfehle es also allen, die auf der Suche nach einer interessanten Geschichte sind und einen Potpourri vieler Stimmen mit ähnlichem Thema mögen
Niemands Töchter
Ein großartiger und sehr bewegender Roman über Marie und Gabriele und allem was da folgt.
Ergreifend und bewegend ist der 1. Roman von Judith Hoersch und ein echtes Highlight.
Wir begegnen Marie in den 80 und Gaby und begleiten beiden über eine Zeit.
Dann sind da noch Alma und Isabel und wie hängt dies alles zusammen.
Ein Roman über Mütter und Töchter, Liebe, Verlust und Leben.
Eine große Leseempfehlung. 😍
Mutter, Mama, Tochter und Frau.
Wir alle sind Töchter. Manche Frauen sind Mamas. Ich darf beides sein – und oft nicht minder überfordert von beiden Rollen. Beide geben einem so viel und nehmen zugleich noch mehr. Die Rolle der Tochter gibt einem den Blick aufs Leben, auf so viel Innenleben, so viel Prägung. »Wir sind alle, die vor uns da waren. Wir sind ihre Freude und ihr Schmerz. Aber wir sind noch hier. Wir können es anders machen.« S. 371
Die Rolle als Mama schenkt so viel Liebe, so viel Angst und den unbedingten Wunsch, alles richtig machen zu wollen. Ein möglichst unversehrtes und möglichst glückliches Kind in die Welt hinausschicken zu wollen – und sich dabei nur nicht selbst zu verlieren.
Mutterschaft – das größte und zugleich fragilste Geschenk. Ein Geschenk, das man nie ganz zu fassen vermag und niemals festhalten kann, stetiger Veränderung unterworfen. Denn jedes Kind braucht doch eine Mama.
Niemands Tochter erzählt all das und noch so viel mehr. Wir folgen Alma, Gabriele, Marie und Isabell. Alle tragen sie auf so vielfältige Weise ihr Licht in diese Welt.
Dieses Buch hat einen besonderen Platz in meinem Herzen.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten sehr sogkräftig
Mich hat das Cover des Buches sehr angezogen. Anfangs fiel es mir schwer, einen Überblick darüber zu behalten, wer wie mit wem in Verbindung steht. Fragen dieser Art konnte ich mir gegen Ende des Buches sicherer beantworten. Je länger ich gelesen habe, umso schwerer fiel es mir, das Buch ernsthaft aus der Hand zu legen. Mir imponierte, Zugang zu Charakteren zu erhalten, in die ich mich gut einfühlen konnte. Für mich persönlich ist das Judith Hoersch sehr gut gelungen. Ein Buch, das - wie ich finde - mit viel Herz geschrieben wurde. Ein spannendes Leseerlebnis.
Lies dieses Buch, wenn du Geschichten mit mehreren Zeitsträngen magst und Spaß daran hast, die Verbindungen zwischen ihnen nach und nach zu entdecken🌻📸🏞️
Ein Roman, bei dem man wach bleiben muss beim Lesen, denn er springt stark zwischen verschiedensten Zeitebenen hin und her.
Gut und gefühlvoll erzählte Geschichte, vielschichtig um die Themen Mutterschaft, Geheimnisse, Liebe drehend.
Trotzdem hat es mich nicht allzusehr berührt.
Was für eine großartige Erzählung! Hat mir wirklich so sehr gefallen, dass ich es schade fand es zu beenden. Von der ersten bis zur letzten Seite- ganz fabelhaft geschrieben. Einige Tränen sind auch geflossen, na klar! Es war genau so wie ich es mir vorgestellt hatte. Danke an die Autorin für so viel fabelhafte Unterhaltung!
Tolle Geschichte, allerdings sehr viele Charaktere + Verwirrung!
Die Story hat mir gut gefallen, die Handlungsstränge und Personen, die langsam zusammenfinden.
Den Titel "Niemands Töchter" fand ich so toll, genau wie das Cover! Ein absoluter Eyecatcher und der Hauptgrund, warum ich das Buch erst lesen wollte.
Durch die ganzen Personen und Nebenpersonen fand ich es aber zwischendurch unfassbar verwirrend, sie alle auseinander zu halten. Man muss sich hier wirklich konzentrieren, damit man die Story versteht. So viele Handlungsstränge, Zeiten und Personen. Erst am Ende habe ich einige der Zusammenhänge verstanden, davor war alles ein wenig verworren.
Aber wenn ich ehrlich bin: In ein paar Tagen werde ich wahrscheinlich niemandem mehr sagen können, wer zum Beispiel Gabriele oder Marie waren.
Insgesamt also ein schönes Debüt mit tollem Kern, allerdings ziemlich kompliziert und bis zum Ende noch verwirrend.
Darum geht es:
Der Roman erzählt von zwei Frauen, deren Leben von einer gemeinsamen Leerstelle geprägt ist.
Alma wächst in den Achtzigerjahren in der Eifel auf. Sie ist klug und neugierig, fühlt sich jedoch fremd in ihrer Familie. Über ihre Herkunft wird geschwiegen. Fast vierzig Jahre später lebt Isabell in Berlin. Auch sie trägt einen Verlust in sich, der ihr Denken, Fühlen und ihr eigenes Familienleben nachhaltig prägt.
Alma und Isabell spiegeln gemeinsam das Suchen nach Zugehörigkeit, die Sehnsucht nach Nä und die Frage nach dem eigenen Platz im Leben. Zwischen Erinnerungen, Bildern und leisen Momenten der Begegnung entsteht ein dichtes Gewebe aus Vergangenheit und Gegenwart. De Roman zeigt, wie eng Herkunft, Verlust und Selbstfindung miteinander verbunden sind.
Alma und Isabell spiegeln gemeinsam das Suchen nach Zugehörigkeit, die Sehnsucht nach Nähe und die Frage nach dem eigenen Platz im Leben. Zwischen Erinnerungen, Bildern und leisen Momenten der Begegnung entsteht ein dichtes Gewebe aus Vergangenheit und Gegenwart. Der Roman zeigt, wie eng Herkunft, Verlust und Selbstfindung miteinander verbunden sind.
Mein Leseeindruck:
Dieses Debüt von Judith Hoersch war für mich ein echtes Highlight. Ein Roman, der mich nicht nur während des Lesens begleitet hat, sondern darüber hinaus. Die Geschichte ist zart und zugleich von großer innerer Kraft. Sie entfaltet sich ruhig, aber mit einer Intensität, die lange nachwirkt.
Im Zentrum stehen Alma und Isabell, zwei Frauen aus unterschiedlichen Zeiten, deren Leben von Verlust, Schweigen und einer schmerzhaften Leerstelle geprägt ist. Die Autorin erzählt ihre Geschichten mit großer Genauigkeit und einem feinen Gespür für Zwischentöne. Besonders die innere Gefühlswelt von Alma und Isabell wird mir sehr nah gebracht. Ihre Gedanken, ihre Unsicherheiten und ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit sind klar spürbar, ohne je überzeichnet zu wirken.
Schon mit den ersten Seiter bin ich in diesen Roman eingetaucht, Ich habe mich schnell mit den Figuren verbunden und mich ihnen emotional sehr nahe gefühlt. Es war eines dieser Bücher, bei denen man liest und merkt, dass man angekommen ist. Die Geschichte trägt, sie hält, und sie lässt nicht mehr los.
Besonders eindrücklich zeigt der Roman, welche Auswirkungen familiäres Schweigen haben kann.
Das Ungesagte steht zwischen den Generationen und formt Biografien, oft leise, aber nachhaltig.
Der frühe Tod von Isabells Mutter hinterlässt bei ihr eine große Lücke, die ihr Denken, Fühlen und ihr eigenes Familienleben prägt. Diese Leerstelle zieht sich durch den Text und verleiht ihm eine stille Schwere.
Die wechselnden Perspektiven empfand ich als große Stärke. Sie sind klar geführt und fein aufeinander abgestimmt. Dadurch konnte ich mich immer wieder neu in die Figuren hineinversetzen und ihre jeweiligen Sichtweisen verstehen. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander und verdichten sich zu einem stimmigen Gesamtbild.
Für mich ist dieser Roman anspruchsvolle Literatur, die keine lauten Mittel braucht. Er erzählt ruhig, präzise und mit großer emotionaler Tiefe. Ein Buch, das mir im Gedächtnis bleibt und eines der stärksten Leseerlebnisse für mich war.
Fazit:
5/5 ⭐️ Ein leiser, tiefgehender Roman, der mit großer Klarheit von Verlust, Herkunft und der Suche nach Zugehörigkeit erzählt und lange nachhallt.
Lass dich auf Gabriele, Marie, Alma und Isabelle ein und ihre Geschichten werden sich wunderbar klug und fein zu einer Familiengeschichte verweben.
Ich war gefesselt! 🥰
Judith Hoersch hat uns eine Geschichte geschenkt. Über die großen und kleinen, die bitteren und die süßen Momente des Lebens, die sich mit einer Schonungslosigkeit in unser Herz bohren, dass wir es kaum aushalten können.
Es geht um Mutterschaft, um ihre Leichtigkeit und ihre Schwierigkeit und um alle Schattierungen dazwischen. Um Herkunft. Um die Suche nach dem eigenen Platz im Leben.
Hoerschs einfühlsame Sprache trägt uns weich gebettet durch die Dramatik ihrer Geschichte und malt die Figuren so umfassend aus, dass es einen regelrecht in das Buch hineinzieht. Ihre Charaktere wirken so lebendig, ihre Konflikte so greifbar, dass ich am Ende des Buches nur dachte: „Zum Glück hat sie sich das alles nur ausgedacht.“ (hoffentlich) 😮💨
Dieses Buch muss man nicht bis ins Endlose analysieren. Es erzeugt ambivalente Gefühle, die bei jeder von uns anders aussehen können – je nach eigener Geschichte, je nach eigenem Erleben. Deshalb bleibt am Ende vor allem eines zu sagen: Lest selbst.
🎧 Eine ganz besondere Empfehlung möchte ich für das Hörbuch aussprechen - gelesen von der Autorin selbst. Die Betonungen, die Pausen, die leisen Zwischentöne: Alles wirkt genau so, wie es von ihr beabsichtigt ist. Neuerdings bin ich Fan des Mayener Platt. 😉
🌻NIEMANDS TÖCHTER🌻 von Judith Hoersch, PIPER, ET 30.01.2026, 384 Seiten
Über das Schweigen, das uns prägt - und die Wahrheit, die uns befreit
Worum geht’s ?
Judith Hoerschs Debüt erforscht zeitlose Fragen, wie Identität, die Suche nach der eigenen Herkunft und den Einfluss von Familienwunden.
Autorenportrait:
Judith Hoersch verbrachte in ihrer Kindheit viel Zeit in der großelterlichen Bäckerei und erinnert sich lebhaft an den Geruch von frischem Brot und Hefe. Ihre ersten Schreibversuche machte sie bereits als Kind - geprägt durch ihren Vater, der als Journalist arbeitete und Künstlerportraits schrieb. Heute lebt die Schauspielerin mit ihrem Partner und ihrer Tochter in Berlin und schreibt Romane und Drehbücher.
Mein Leseeindruck:
Bei diesem Buch fiel mir zunächst das wunderbare Cover auf, dann die sympathische Autorin Judith Hoersch, welche mir aus der Serie „Lena Lorenz“ bekannt ist. Und so war ich sehr gespannt auf ihr Debüt, in welchem sie die schicksalhaften Mutter-Tochter-Geschichten vierer Frauen berührend, einfühlsam und emotional verhandelt. Sie zeigt unter anderem die Ambivalenz von Mutterschaft anhand dieser vier unterschiedlichen Geschichten auf, die Prägung durch die eigene Mutter und wie diese die Bindung zum eigenen Kind beeinflusst. Ein schöner, flüssiger Stil trägt den Leser und den Hörer durch die kurzen Kapitel. Die Vielseitigkeit von JH zeigt sich, wie ich finde auch daran, dass sie ihr Buch persönlich eingesprochen hat und dieses ihr sehr gut gelungen ist. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg!
Fazit: Ein berührender Roman über das, was wir verlieren, das, was bleibt - und die Kraft, die man daraus schöpft, das eigene Glück zu suchen.
Eure, Claudia
#lesetipp
Kennst du dieses Gefühl, wenn dich ein Hörbuch schon nach wenigen Minuten so leise am Herzen packt – und du plötzlich merkst, dass du ganz still geworden bist? Genau so ging es mir mit Niemands Töchter. Ich saß da, Kopfhörer auf, und hatte dieses eigenartige Ziehen in der Brust, das nicht wehtut – aber auch nicht loslässt.
Was dieses Buch so besonders macht, ist weniger das „Was“, sondern das „Wie“. Es ist eine Geschichte über Frauen, die auf eine unsichtbare Weise miteinander verbunden sind – durch Verletzungen, durch Schweigen, durch Dinge, die nie ausgesprochen wurden. Und während man zuhört, begreift man: Trauma ist kein lautes Wort. Es flüstert. Es sitzt zwischen den Zeilen. Es lebt in Blicken, in Pausen, in dem, was fehlt.
Die Stimmung ist ernst, ja – aber nicht hoffnungslos. Es geht um Wunden, die über Generationen weitergegeben werden, und um die leise, fast zögerliche Kraft der Vergebung. Nicht als kitschige Lösung, sondern als innerer Prozess. Und das fühlt sich erschreckend echt an. Kein Pathos, kein erhobener Zeigefinger. Nur das Leben. Unaufgeräumt, verletzlich, wahr.
Dass die Autorin selbst liest, macht das Ganze noch intensiver. Diese ruhige, warme Stimme. Die bewussten Pausen. Die Betonung, die genau dort verweilt, wo es innerlich wehtut. Man spürt, dass jedes Wort durchlebt ist. Es ist kein Vorlesen – es ist ein Erzählen.
Perfekt ist dieses Buch für alle, die Geschichten mögen, die unter die Haut gehen. Für Menschen, die sich mit familiären Verstrickungen, mit unausgesprochenem Schmerz und mit dem Wunsch nach innerem Frieden auseinandersetzen. Wenn du allerdings gerade etwas Leichtes, Fröhliches suchst, um abzuschalten – dann ist das hier vielleicht nicht der richtige Moment.
Ein Satz, der für mich bleibt: Man kann einander verlieren, ohne sich je wirklich begegnet zu sein.
Wenn du bereit bist, dich berühren zu lassen – dann hör hinein. Manche Geschichten finden genau dann zu uns, wenn wir sie am dringendsten brauchen.
"Wir sind alle, die vor uns da waren. Wir sind ihre Freude und ihr Schmerz. Aber wir sind noch hier. Wir können es anders machen."
Die Schicksale von den Protagonistinnen sind auf eine Art verwoben und durch viele Rückblicke werden die Leben erzählt.
Es hat Spaß gemacht und auch berührt, die Leben von Marie, Gabriele, Isabell und Alma zu begleiten.
“Niemands Töchter” von Judith Hoersch erzählt von Alma und Isabell, die beide mehr oder weniger mutterlos aufwuchsen und auf der Suche nach ihrer Herkunft sind. Dabei entspinnt sich ein eine mehrere Generationen umfassende Familiengeschichte, die auch ein Gesellschaftsporträt Deutschland der 1980er und 1990er Jahre ist.
Die Autorin erzählt das Schicksal der vier Frauen mit so viel Zartheit und Einfühlungsvermögen, dass man meint, neben ihnen zu stehen. Fragen über Identität und den eigenen Platz im Leben werden warmherzig und klug gestellt.
Ein ganz großartiges Hörbuch, das jedoch in meinen Augen bzw. Ohren etwas geschmälert wird, weil es die Autorin selbst liest. Für diesen von ihrer Person losgelösten Text hätte ich mir eine professionelle Sprecherin gewünscht. Ansonsten ein tolles, herzergreifendes, aber unkitschiges Hörerlebnis.
*Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Mir fehlen die richtigen Worte, um diesem wunderbaren Buch gerecht zu werden. Mein Highlight in diesem Jahr, das nicht so schnell zu toppen sein wird.
Erzählt wird die Geschichte von vier Frauen, jeweils aus der Perspektive der Frauen. Sie führen ein mehr oder weniger einsames Leben. In ihrer Vergangenheit sind Dinge passiert, die ihr Leben nachhaltig beeinflusst haben. Wieder ist es das viele Unausgesprochene was das Leben so schwer macht.
Ihre Leben sind miteinander verwoben.
Wie, erfährt man nach und nach.
Ein Buch mit viel Traurigkeit, der Suche nach Identität, geplatzter Lebensentwürfe, Schuld, den Versuchen der Wiedergutmachung und voller Liebe.
Die Autorin hat die besondere Fähigkeit, die Emotionen und Gedanken ihrer Charaktere sensibel und nachvollziehbar zu vermitteln. Ein Buch, das man nicht verpassen sollte.
Eine Geschichte über verschiedene Schicksale von unterschiedlichen Frauen, die doch zusammenhängen. Mir hat es sehr gut gefallen. Alma, eine der Frauen, war mein Lieblingscharakter. Das Gefühl eine Familie zu haben und doch nicht dazu zugehören, ist so eindringlich beschrieben, dass man es sehr gut nach empfinden konnte.
Es geht um mehrere Generationen und wie uns unsere Mütter prägen. Wunderbar lesenswert!
Ich durfte Niemands Töchter von Judith Hoersch Vorablesen. Eins vorweg: ich glaube jetzt schon, dass es ein Lesehighlight des Jahres für mich war.
Worum geht es?
Julia Hoersch verwebt das Leben von vier Frauen miteinander. In einer Zeitspanne von 1980 bis 2020 erleben wir die Biografien. Im Endeffekt tragische Biografien.
Das Cover
Mein Herz blutet, weil der Name der Autorin und der Titel oben und unten abgeschnitten sind, beziehungsweise keinen Raum zum atmen bekommen. Auch das Portrait plus Sonnenblume wirkt beliebig und hätte jeden Frauenroman schmücken können. Mir fehlt da der Bezug zum Buch. Sehr schade!
Der Schreibstil
Das Buch liest sich sehr flüssig. Es hat 367 Seiten und ich war nicht eine einzige Seite gelangweilt. Julia Hoersch gelingt es mit ihrem dichten und tiefen Erzählstil, dass man in die Geschichte eintaucht. Mitfiebert, mitleidet, mit weint, mit wütet. Ja, es ist ein sehr emotionales Buch. Es geht um Schuld, Vergebung, Vererbung, Prägung, Liebe, Lebensläufe die anders sind, als erhofft...
Was mich besonders beeindruckt hat
Im Endeffekt ist es ein wirklich tragisches Buch mit schwerem Stoff, was trotzdem nie ins depressive verfällt und am Ende sogar Hoffnung weckt, verpasste Dinge noch aufzuholen. Es taugt definitiv als Filmmaterial.
Meine Kritik
Das Ende des Buches wirkt ein wenig, als wollte die Autorin schnell zum Ende kommen.
Auch die häufigen Zeit- und Figurensprünge machen das Buch (bis man sich eingelesen hat) zu Beginn etwas schwerer lesbar.
Meine Bewertung
Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben! Es hat mich unheimlich berührt und bis ins Innerste erschüttert. Ich gebe dem Buch eine absolute Leseempfehlung und volle 5 von 5 Sterne.
Ein Buch über die Mütter-Tochterverhältnisse in deren verschiedensten Facetten. Anfangs braucht es beim Lesen/Hören genug Aufmerksamkeit, um dann mehreren Frauenschicksalen nahe zu kommen.
Gabriele Alma, Marie und Isabell sind die vier Frauen um deren Leben es in diesem Buch geht. Sie sind Töchter und Mütter, suchen den richtigen Weg für sich und haben die unterschiedlichsten Probleme in ihren Beziehungen zur eigenen Mutter und Tochter. Sie alle gehen unterschiedliche Wege. Was sie eint ist die Sehnsucht nach Harmonie und Erfüllung im Mutter- Tochtersein. Und jede Mutter möchte es besser machen, als sie es erlebt hat, jede Tochter möchte verstehen, warum die eigene Mutter so handelte. Auch das Wissen um die eigene Herkunft und Familieverhältnisse sind ihnen wichtig, um sich selbst verstehen zu können. Und um Alma und Isabell scheint es ein Geheimnis zu geben.
Verlust, Betrug, Überforderung, verdrängte Wünsche, Lieblosigkeit und Sehnsucht nach Liebe sind einige der Themen, die im Buch behandelt werden.
Anfangs hatte ich Probleme, die Protagonistinnen auseinander zu halten. Auch die rasch wechselnden Zeitebenen machten es nicht leichter. Erzählt wird aus den 1980ger Jahren und ab 2019. Doch als man eine Ahnung bekam, wie die vier zusammenhängen könnten, hat die Geschichte angefangen, mir zu gefallen und das Interesse wuchs, so dass ich gern weiter gehört habe.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Charaktere sind gut geschildert, so dass man deren Handlungen meist nachvollziehen und verstehen kann. Besonders gut gefallen hat mir Gabrielle, in ihrer Liebe und Überforderung.
Nachdenklich machend und tiefgründig erzählt, bleibt der Eindruck, über ein wichtiges Thema gelesen zu haben und man wird motiviert, über das eigene Verhältnis zur Mutter und Tochter nachzudenken. Ein gutes Debüt.
Das Cover von Niemands Töchter finde ich wunderschön, und der Inhalt kann mithalten. Judith Hoersch kenne ich aus der ZDF-Serie Lena Lorenz, die ich sehr gerne schaue. Nun habe ich festgestellt, dass sie nicht nur sehr gut schauspielern, sondern genauso gut schreiben kann.
1981: Nach einem tragischen Vorfall flieht Marie, 16, aus ihrem lieblosen Zuhause. In Berlin schlägt sie sich als Reinigungskraft im Krankenhaus durch, an den Wochenenden stürzt sie sich ins Nachtleben. Im angesagten Club Dschungel lernt sie Leonard kennen und lieben. Die beiden eint die Liebe zu Musik und Literatur. Als Marie feststellt, dass sie im sechsten Monat schwanger ist, beschließt sie, das Kind zu gebären und wegzugeben. Leonard weiß nichts von der Schwangerschaft und Maries schicksalhaften Entscheidung.
Gabriele ist Kinderkrankenschwester, ihr Baby ist gestorben, sie ist verzweifelt und versucht, sich durch die Arbeit von ihrer unendlichen Trauer abzulenken. Eines Abends findet sie auf dem Flur der Neugeborenenstation ein schreiendes Neugeborenes. Sie folgt ihrem ersten Impuls, versorgt es fachgerecht und nimmt es mit nach Hause. Am nächsten Tag verlässt sie Berlin und kehrt in ihre Heimat in der Eifel zurück. Ihre Eltern betreiben in Mayen eine Bäckerei und nehmen Gabriele und Baby Alma bei sich auf.
Gabrieles Mutter Hedwig spürt, dass Alma nicht ihre leibliche Enkelin ist. Je älter Alma wird, desto mehr fällt auf, dass sie keinerlei Ähnlichkeit mit Gabriele hat. Doch Hedwig behält ihre Gedanken für sich und hält stets zu ihrer Tochter und Enkelin.
Isabell ist Maries zweite Tochter. Marie gibt ihr all die Liebe, die sie gerne schon ihrem ersten Kind gegeben hätte. Doch wieder macht ihr das Schicksal einen Strich durch die Rechnung. "Ich werde dich nie im Stich lassen. Versprochen." Sie wusste nicht, dass man manche Dinge nicht versprechen konnte." (S. 163) Isabell kämpft mit Ängsten und Traumata, ihrem Psychotherapeuten vertraut sie an: "Ich will meine große Liebe nicht verlieren. So wie meine Mutter. Nicht an meinem Leben vorbeileben wie meine Mutter." (S. 264)
Niemands Töchter ist eine ergreifende Geschichte über Mütter und Töchter und ihre Beziehung zueinander. Maries Schicksal hat mich sehr berührt, ich hätte ihr mehr Glück und Zeit mit ihren Töchtern gewünscht. Almas Verhalten konnte ich nicht nachvollziehen, wie konnte sie den Kontakt zu der Frau abbrechen, die ihr das Leben ermöglicht hatte, das sich auch Marie für sich und ihre Tochter gewünscht hätte?
Meine Lieblingscharaktere sind Marie, Oma Hedwig und Opa Jupp. Sie leben für ihre Bäckerei, ihr eigenes Wohl ist für sie zweitrangig, wichtig ist ihnen, dass es ihrer Tochter und Enkelin gut geht. Trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten erfüllen sie Alma jeden Wunsch.
Auch Leonard war mir sehr sympathisch. Genau wie Tom, Isabells große Liebe, taucht Leonard im Zeitraum zwischen 1981 und 2020 immer wieder auf, ihm verdanken wir das Ende, bei dem kaum ein Auge trocken bleibt.
Das Buch ist mein erstes Jahreshighlight. Der Schreibstil der Autorin ist sehr poetisch, ich habe mir einige Stellen markiert, so auch diese: "Das ist Liebe. Dass wir den anderen Fehler zugestehen und dass wir sie auch dafür lieben." (S. 368)
Den Roman empfehle ich allen Müttern und Töchtern, denn die Liebe zur Mutter ist die erste Liebe von uns allen.
Ja, es war das Cover.
Mich kann manit solch einer Farbgebung und einer Sonnenblume tatsächlich auf ein Buch aufmerksam machen.
Judith Hoersch war mir bisher eher als Schauspielerin und Sängerin bekannt. Aber "Niemands Töchter" ist nicht ihr erster Roman.
Die Inhaltsangabe fand ich sehr ansprechend und so habe ich mich auf das Buch gefreut.
Es geht um vier Frauen unterschiedlichen Alters.
Von Marie, Gabriela, Alma und Isabell wird dann im Perspektivenwechsel zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben. Zum Glück steht immer der Name der Erzâhlenden sowie ein Datum zu Beginn jedes Kapitels.
Es werden ziemlich viele Themen angesprochen, unter anderem Mutterschaft, Realisieren der eigenen Wünsche, Kummer, die Suche nach dem Platz im Leben und Beziehungen. Dabei beschreibt die Autorin die Charaktere als gegenwärtig, greifbar und authentisch.
Den Schreibstil von Judith Hoersch habe ich als ruhig und einfühlsam empfunden, was der emotionalen Geschichte ausgesprochen gut steht. Wobei es im Verlauf dann auch richtig spannend wird.
Ich vergebe für diesen Roman sehr gerne 4 Sterne. Einen Stern behalte ich ein, weil gerade zu Beginn die Wechsel der Erzählerinnen und Zeiten etwas Verwirrung und Unruhe gebracht haben.
Ein leises Erkunden von Familiendramen und dem Gewicht von Geheimnissen
Alma und Isabell haben eine Gemeinsamkeit: Sie teilen sich eine Leerstelle in ihrem Leben - ihre Mutter. Die eine hat ihre leibliche Mutter nie kennengelernt, die andere hat sie viel zu früh verloren. Sie sind beide Niemands Töchter. Judith Hoerschs Debütroman erzählt ihre Geschichte, beginnt bei den Anfängen und endet genau an dem Punkt, an dem das Leben der beiden Frauen zusammenläuft. Es ist keine laute Erzählung, sondern ein leises Erkunden von Familiendramen, Abgründen, dem Gewicht von Geheimnissen und Entscheidungen, verletzten Gefühlen und Orientierungslosigkeit.
"Niemands Töchter" hat mich trotz des langsamen Erzähltempos direkt in den Bann gezogen und mich durch die knapp 400 Seiten getragen. Obwohl ich Bücher mit Zeitsprüngen und verschiedenen Charakteren oft anstrengend finde, ist dies hier sehr gut gelungen. Man hat das Gefühl, während des Lesens Schicht um Schicht aufzudecken und sich so zum "Kern der Wahrheit" zu bewegen. Und auch wenn es relativ schnell offensichtlich ist, wie die einzelnen Protagonistinnen im Roman in Beziehung zueinander stehen, entdeckt man die ganzen Hintergründe dazu erst später. Judith Hoersch hat vier unglaublich starke Frauenfiguren erschaffen, die mich emotional alle sehr abgeholt haben und mit denen ich mitfühlen konnte. Ein wirklich ganz toller Roman, der definitiv unter meinen Highlights für dieses Jahr sein wird!
Niemands Töchter ist ein schöner Roman welcher die Geschichte von 4 Frauen in 2 Generationen erzählt. Marie und Gabriele sowie deren Töchter Alma und Isabell.
Alma wächst in den 1980er-Jahren in der Eifel bei Gabriele auf, ohne zu wissen, dass sie adoptiert ist. Isabell lebt viele Jahre später in Berlin und trauert um ihre früh verstorbene Mutter Marie.
Ein lange gehütetes Familiengeheimnis wird nach und nach aufgedeckt: Marie ist die leibliche Mutter von Alma, die sie zur Adoption freigegeben hat. Dadurch sind Alma und Isabell Halbschwestern. Das Schweigen ihrer Mütter hat das Leben beider Töchter stark geprägt.
Der Roman thematisiert Herkunft, Identität, Schuld, Verlust und die Folgen von verdrängter Vergangenheit und zeigt, wie schwierig, aber auch befreiend die Wahrheit sein kann.