Insgesamt ist Coming Soon ein modernes, empathisches und praxisnahes Buch über Lust, Beziehungen und Kommunikation.
Mit Coming Soon legt Dania Schiftan ein Sachbuch vor, das Sexualität, Beziehungen und moderne Intimität mit bemerkenswerter Offenheit behandelt. Die Autorin, die als Psychotherapeutin und Sexualtherapeutin arbeitet, verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit alltagsnahen Beobachtungen und schafft damit einen Zugang zu Themen, über die oft entweder zu oberflächlich oder zu verkopft gesprochen wird. Im Zentrum des Buches steht die Frage, warum Lust in vielen Beziehungen mit der Zeit verschwindet – und wie man ihr wieder Raum geben kann. Schiftan beschreibt dabei nicht nur körperliche Aspekte von Sexualität, sondern vor allem emotionale Dynamiken: Stress, Erwartungsdruck, Scham, Kommunikationsprobleme oder gesellschaftliche Vorstellungen von „perfekter“ Intimität. Besonders gelungen ist, dass sie weder moralisierend noch belehrend schreibt. Statt einfache Lösungen anzubieten, regt sie dazu an, die eigene Beziehung zu Lust und Nähe ehrlich zu reflektieren. Sprachlich bleibt Coming Soon zugänglich und direkt. Die Autorin verwendet viele Beispiele aus ihrer therapeutischen Praxis, wodurch die Inhalte lebendig und nachvollziehbar wirken. Gleichzeitig wahrt sie genug Distanz, um nicht voyeuristisch zu werden. Das Buch richtet sich ausdrücklich an Menschen in langfristigen Beziehungen, ist aber auch für Singles oder generell Interessierte an Beziehungsthemen lesenswert. Eine Stärke des Buches liegt in seiner Normalisierung von Unsicherheiten. Schiftan macht deutlich, dass sexuelle Probleme keine Ausnahme sind, sondern zum menschlichen Erleben dazugehören. Dadurch entsteht ein Ton, der entlastend wirkt, ohne Probleme kleinzureden. Manche Leserinnen und Leser könnten sich allerdings an einigen Wiederholungen stören, da zentrale Botschaften mehrfach aufgegriffen werden. Auch bleiben bestimmte psychologische Konzepte eher vereinfacht dargestellt, was für ein breites Publikum zwar hilfreich, für Fachkundige aber etwas oberflächlich sein kann.













