10. Aug.
Rating:5

Matthias Kreienbrink beleuchtet in diesem Sachbuch das Gefühl der Scham in all seinen Facetten – persönlich, gesellschaftlich und digital. Er verknüpft eigene Erfahrungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Beobachtungen aus dem Alltag, um zu zeigen, wie stark Scham unser Denken und Handeln beeinflusst – sei es in Beziehungen, in sozialen Medien oder in unserer Selbstwahrnehmung. Besonders eindrucksvoll sind die Passagen zur digitalen Beschämung, etwa durch Cancel Culture, sowie die Anstöße zur Selbstreflexion und zum gesunden Umgang mit diesem oft verdrängten Gefühl. Die Sprache ist zugänglich, der Ton empathisch. Dennoch ein sehr lesenswertes Buch, das ein tabuisiertes Thema mutig und verständlich aufbereitet. Fazit: Ein einfühlsames, aktuelles Buch über ein Gefühl, das alle betrifft – und das mehr Aufmerksamkeit verdient.

Scham
Schamby Matthias KreienbrinkKösel
12. Juli
Rating:3

Zu wenig Tiefgang

Positiv hervorheben möchte ich den Aufbaus des Buches, das abwechslungsreich zwischen den Gedanken und Analysen des Autors sowie verschiedenen Erfahrungsberichten gewechselt hat. Dies hat das Lesen sehr leichtgängig gemacht. Ich hatte jedoch mehr wissenschaftlichen Kontext und mehr Tiefgang erwartet. Da wissenschaftliche Bezüge zu Studien vielleicht mal nebenher erwähnt wurden aber nie genauer darauf eingegangen wurde, hatte ich mir dann zumindest in der Erzählung persönlicher Erfahrungen und Gedanken mehr Tiefe erwartet. Stattdessen wurden aber häufig recht lapidare Beispiele herangezogen wie das Nach-vorn-an-die-Tafel-gerufen-werden als Kind. Es fallen mir nach Abschluss des Buches spontan mehrere Themenkomplexe und Bereiche ein, die für viele Menschen sehr schambehaftet sind, in dem Buch aber komplett übergangen wurden. Zusammenfassend war mir die Behandlung des Themas Scham zu oberflächlich und inhaltlich sehr lückenhaft.

Scham
Schamby Matthias KreienbrinkKösel
24. Mai
Rating:4

Scham. Jeder kennt sie, keiner mag sie. An sich macht dieses Gefühl durchaus Sinn. Es reguliert, es lässt uns Fehler sehen und sorgt dafür, dass wir diese (im günstigsten Fall) benennen und uns entschuldigen. Es hat einen Lerneffekt und ist damit anerzogen. Und dadurch wird es mitunter zum Problem, denn falsch erlernte Scham hält uns klein, macht uns mitunter handlungsunfähig, wirkt sich aufs Selbstverständnis aus und stresst unser Gehirn. Matthias Kreienbrink geht all dem in „Scham“ auf die Spur. Beginnend mit der Kindheit, über die Jugend, dass Erwachsenenalter, bis hin zum Tod, beleuchtet er verschiedene Aspekte, lässt immer wieder Andere zu Wort kommen, spricht von eigenen Erfahrungen, untermauert mit Beispielen und gibt letztendlich Denkanstöße zur Bewältigung. Einfach und verständlich geschrieben eröffnet der Autor neue Blickwinkel auf ein Gefühl, dass gern verdrängt wird. Ein sehr empfehlenswertes Buch um sich einen Überblick zu verschaffen und eventuell ein Umdenken zu erzeugen.

Scham
Schamby Matthias KreienbrinkKösel
14. Apr.
Rating:4.5

Eine sehr interessante , politische Auseinandersetzung mit dem Gefühl der Scham. Die Themenbereiche, in denen wir der Scham begegnen sind vielseitig und haben mich sehr gut unterhalten.

Scham
Schamby Matthias KreienbrinkKösel
9. Apr.
Rating:4

Ein Buch über ein Thema, das uns allen bestens bekannt ist. Wir alle kennen dieses Gefühl aber irgendwie spricht niemand darüber. Matthias Kreienbrink setzt sich hier mit der Scham auseinander, erläutert was Scham eigentlich ist, beschreibt beschämende Erfahrungen, die wir oft schon in der Kindheit erleben und wie uns dieses Gefühl auch helfen kann. Durch sie werden uns z. B. Grenzen aufgezeigt. Er beschreibt viele Situationen, in denen Scham entstehen kann und lässt verschiedene Menschen zu Wort kommen. Die persönlichen Beispiele haben mir hier sehr gut gefallen. Das macht das Buch auch nahbar und authentisch. Wissenschaftliche Analysen werden gekonnt mit den persönlichen Erlebnissen verknüpft, so ist das Buch informativ und lässt sich einfach lesen. Insgesamt ein interessantes Buch über ein gern verschwiegenes Thema.

Scham
Schamby Matthias KreienbrinkKösel
6. Apr.
»In der Grundstruktur funktioniert unsere Gesellschaft noch recht ähnlich wie damals. Die Scham zeigt uns die Grenzen des Akzeptierbaren und der gesellschaftlich anerkannten Normen auf. Und sie ist ein Sanktionsmittel, mit dem die Menschen bestraft werden, die diese Grenze überschreiten.« (S. 13)
Rating:4.5

»In der Grundstruktur funktioniert unsere Gesellschaft noch recht ähnlich wie damals. Die Scham zeigt uns die Grenzen des Akzeptierbaren und der gesellschaftlich anerkannten Normen auf. Und sie ist ein Sanktionsmittel, mit dem die Menschen bestraft werden, die diese Grenze überschreiten.« (S. 13)

Seit ich das Buch angefangen habe zu lesen, schaue ich ganz anders – und viel intensiver – auf das Gefühl der Scham. Das schaffen echt nur wenige Bücher. Kreienbrink beleuchtet dieses oft verdrängte Gefühl nicht nur analytisch, sondern auch sehr einfühlsam. Besonders spannend ist sein Blick auf Scham in unserer heutigen Welt – gerade im Kontext von Social Media. Was früher privat war, wird heute öffentlich ausgetragen – und genau da wird Scham oft zur Waffe. Mit vielen echten Geschichten und klugen Gedanken macht das Buch klar: Scham betrifft uns alle. Und es ist höchste Zeit, offen damit umzugehen. Nur im letzten Teil, wo es um „Wege aus der Scham“ geht, hätte ich mir ein paar mehr konkrete Anregungen oder Übungen zum Selberanwenden gewünscht. Trotzdem: Sehr empfehlenswert – bewegend, aufschlussreich und wichtig.

Scham
Schamby Matthias KreienbrinkKösel