
Wenn der Sommer plötzlich alles aufreißt
Sommer, Sonne, Sifnos und dann knallt da einfach mal das ganze Innenleben einer Frau auf den Tisch. Fünf Tage im Licht klingt erst nach Urlaub, Meer, Wein und ein bisschen Herzklopfen, aber dieses Buch hat deutlich mehr unter der Haut als Sonnencreme. Sophie reist mit ihren Freundinnen auf eine griechische Insel, kurz bevor das Leben wieder nach Beziehungen, Erwartungen und Erwachsenenpflichten riecht. Und während alle irgendwie versuchen, diese letzten freien Tage zu genießen, hängt bei Sophie schon dieser Druck in der Luft. Greg will Kinder, Sophie will Luft, Kunst, Körper, Freiheit und vielleicht auch einfach mal niemandem erklären müssen, warum sie nicht in die hübsch sortierte Lebensschublade passt. Dann kommt Ky. Natürlich kommt Ky. Und ja, man ahnt sofort, dass das keine kleine harmlose Sommerflamme wird, sondern eher so ein Streichholz im trockenen Olivenhain. Die Affäre ist sinnlich, aufgeladen und manchmal auch herrlich unvernünftig. Beim Lesen denkt man mehr als einmal: Sophie, Mädchen, atme kurz durch. Macht sie natürlich nicht. Wäre ja auch zu einfach. Besonders stark fand ich aber die Kunstebene. Das Porträt von Alessia bringt eine ganz eigene Spannung rein, weil da nicht nur gemalt wird, sondern gesehen, bewertet, gespiegelt und verletzt. Freundschaft wirkt hier nicht wie ein kuscheliges Sicherheitsnetz, sondern wie etwas Lebendiges, Schönes, manchmal Eifersüchtiges und ziemlich Zerbrechliches. Fünf Tage im Licht ist kein leichter Poolrand Roman, obwohl das Setting danach aussieht. Es ist sinnlich, klug, manchmal unbequem und voller flirrender Hitze. Kein perfektes Buch, aber eins, das hängen bleibt wie Salz auf der Haut.



























