26. Dez.
„Die Gleichung des Lebens“ ist kein leicht zugänglicher Roman, sondern ein anspruchsvolles, philosophisches Buch das zum Nachdenken anregt und Zeit in Anspruch nimmt
Rating:3.5

„Die Gleichung des Lebens“ ist kein leicht zugänglicher Roman, sondern ein anspruchsvolles, philosophisches Buch das zum Nachdenken anregt und Zeit in Anspruch nimmt

Mit „Die Gleichung des Lebens“ legt Norman Ohler einen anspruchsvollen, philosophisch geprägten Roman vor, der sich deutlich von seinen bekannten historischen Sachbüchern unterscheidet. Statt Faktenreichtum steht hier die existenzielle Suche nach Sinn, Identität und Ordnung im Chaos des Lebens im Mittelpunkt. Der Roman spielt mit der Idee, dass das Leben – ähnlich einer mathematischen Gleichung – bestimmten Mustern, Gesetzmäßigkeiten oder Variablen folgt, die der Mensch zu entschlüsseln versucht. Ohler verbindet dabei wissenschaftliche Denkmodelle mit persönlichen Erfahrungen, Erinnerungen und inneren Konflikten seiner Figuren. Die Handlung tritt stellenweise bewusst in den Hintergrund und macht Platz für Reflexionen, Gedankensprünge und symbolische Bilder. Sprachlich ist das Buch dicht, präzise und oft poetisch, zugleich aber auch fordernd. Die fragmentarische Struktur und der hohe philosophische Anspruch verlangen Konzentration und Bereitschaft zur eigenen Interpretation. Wer eine klare, linear erzählte Geschichte erwartet, wird sich möglicherweise schwertun. Leserinnen und Leser, die Freude an intellektuellen Romanen mit Tiefgang haben, werden hingegen viel entdecken. „Die Gleichung des Lebens“ ist ein nachdenklicher, vielschichtiger Roman, der weniger unterhalten als zum Denken anregen will. Er eignet sich besonders für Leser, die philosophische Fragestellungen, symbolische Erzählweisen und offene Deutungsräume schätzen.

Die Gleichung des Lebens
Die Gleichung des Lebensby Norman OhlerKiepenheuer & Witsch
15. Aug.
Rating:3.5

In Zeiten der Überschwemmungen auch durch fehlende Überflutungsgebiete nach Jahrzehntelanger Flussbegradigung und der sogenannten Flüchtlingskrise schreibt Oehler ein historischen Roman dessen Mordfall genau heutigen Argumente aufgreift. Am Beginn der Modernen, der Aufklärung die in den meisten Beurteilungen positiv belegt ist. Friedrich der Große will in die Geschichtsbücher eingehen, erhaben es "gut gemacht" soll dort stehen. Damit steht er in einem Zusammenhang Olaf Scholz der eben dies zum Bau des Elbtowers in Hamburg sagte und eine Bauruine hinterließ. Friedrich aus meiner Sicht nicht positiv als aufgeklärter Absolutist sondern als Selbstsüchtig und rücksichtslos und manchmal etwas albern in seinen Marotten, will das Chaos des Sumpfes des Oderbruchs eine Ordnung verwandeln. Daraus soll landwirtschaftliches Gebiet für seien Konisten werden, mit denen er die Bevölkerungszahl und damit die Bedeutung Preuße militärisch steigern will. Wir wissen, dass dies ökologisch keine gute Idee ist, militärisch war es das damals schon und Freidrichs moderne Idee erscheint problematisch. Im Oderbruch beginnen die alteingesessenen, im Einklang mit der Natur als erfolgreiche Fischer lebenden Wenden sich zu wehren. Wir begleiten Oda und ihre Familie und sind auch traurig über den Verlust ihrer atmosphärisch dichten Beschreibung ihres Lebens und ihres wunderschönen Lebensumfeldes. Sie fürchten zu Recht um.ihre wirtschaftliche Existenz und Achtung: haben teilweise Angst vor einer Überfremdung" können unsere Frauen dann noch auf die Straße gehen?" . Heute wissen wir, diese Kultur ist tatsächlich vergessen, die Sumpflandschaft verloren und das Gebiet stark von Überschwemmungen bedroht. Die meisten der schönen Dörfer des Oderbruchs heute sind die Dörfer der Kolonisten Friedrichs. Und hier wurde ich ratlos... Was will mir Ohler sagen? Das Motiv des Mordes führt dann doch in eine andere Richtung und zeigt vielleicht wie andere die Sorgen der Beteiligten ausnutzen, aber ich will nicht Spoilern. Sehr gut recherchiert eine interessante Sicht aber nicht ohne Fragezeichen. Würde mich interessieren, was du dazu sagst!?

Die Gleichung des Lebens
Die Gleichung des Lebensby Norman OhlerKiepenheuer & Witsch
2. Juli
Rating:2

Das war leider gar nicht meines.

Schade, das Setting und das Thema des Buchs waren durchaus ansprechend. Die Erzählstruktur und die Figurenentwicklung blieben leider hinter ihren Möglichkeiten zurück und auch die eigentliche Thematik hat sich mir bis zum Ende nicht richtig erschlossen. Die Handlungsstränge waren vielleicht nicht deutlich genug voneinander abgegrenzt. Mir war zu lange nicht klar, ob ich da nun einen historischen Roman oder eine Kriminalgeschichte lese. Am Ende wollte das Buch wohl beides sein, hat aber keines so richtig erfüllt. Auch wurden einige Charaktere nicht zu Ende erzählt, bzw deren Geschichten verliefen sich einfach im Sande. Sowas frustiert mich leider immer.

Die Gleichung des Lebens
Die Gleichung des Lebensby Norman OhlerKiepenheuer & Witsch