Nicht viele Worte: Ein Buch über Freundschaft, Rassismus, berechtigter Wut, 'die' Gesellschaft und ihre Makel, ein Buch, das den Spiegel gnadenlos vorhält - wenn man es zulässt. Wir sollten es zulassen.
Wichtiges Thema, schlecht erzählt
Prinzipiell ein gesellschaftskritischer Roman über Alltagsrassismus. Leider konnte ich dem Erzählstil so gar nichts abgewinnen. Es wird häufig die vierte Wand durchbrochen, aber auf sehr aggressive Art und die Leserschaft wird als ignorant und einfältig angesprochen. Insgesamt ist die Erzählstruktur sehr schwammig und konfus. Der Einsatz eines unzuverlässigen Erzählers ist meiner Meinung nach auch nicht optimal gelungen, da ja ständig zugeben wird, dass die Figur lügt.

Achtung bisschen Spoiler in meiner Bewertung.
Der Roman erzählt aus der Ich-Perspektive von Kasih, die von einem intensiven Wochenende, in der mehrere Ereignisse passieren. Im Zentrum steht eine Kameradinnenschaft die von Nähe, Vertrauen und gemeinsamen Erfahrungen geprägt ist. Durch die vielschichtige und sprunghafte Erzählweise werden ihre unterschiedlichen Lebenswelten nach und nach sichtbar und greifbar. Dabei verwebt die Autorin Erinnerungen, Gedanken und Gegenwart so, dass ein eindringliches Bild ihrer Realität entsteht. Besonders die spürbare Wut einer der Kameradin wirkt nach und macht die emotionalen Spannungen und Erfahrungen der Figuren intensiv. Anfangs fiel es mir schwer, in das Buch hineinzufinden, weil die Ich Erzählerin Kasi stark zwischen Gedanken, Erinnerungen und Erzählebenen springt und ich lange nicht richtig greifen konnte, worauf die Geschichte hinauswill und wie ich das alles für mich sortieren soll. Trotzdem bin ich drangeblieben und das hat sich sehr gelohnt. Am Ende bin ich nicht mit einem Gefühl von Klarheit oder Zufriedenheit zurückgeblieben, sondern eher ratlos und nachdenklich, und genau das macht dieses Buch für mich so besonders. Kasih spricht den Lesenden direkt an. Sie betont mehrmals, dass wir ihr vertrauen sollen und die Wahrheit schon erfahren werden. Trotzdem hatte ich das Bedürfnis zu googlen und die Geschichte mit der Realität abzuchecken. Der Roman regt zur Reflexion von Rassismus an und tut das auf eine eindringliche Weise, auch wenn es mich ratlos hinterlassen hat.
"Drei Kameradinnen" ist ein gesellschaftskritischer Roman, den ich gerne gelesen habe. Er regt zum Nachdenken des eigenen Verhaltens an und man stellt sich zwangsläufig die Frage, ob man nicht längst viel zu abgestumpft und zu sehr an Rassissmus und Hetze gewohnt ist. Der Schreibstil ist ausdrucksstark, klug und gewitzt - allerdings hat mich das Ende des Romans etwas verwirrt zurückgelassen, so dass ich den Wunsch verspüre, mich mit anderen Lesern darüber auszutauschen.
Artistisches Talent dafür, Figuren realistisch und lebendig darzustellen. Ihre Charaktere wirken glaubwürdig und nahbar, mit Ecken und Kanten, die sie menschlich machen. Dadurch entsteht beim Lesen schnell eine gewisse Nähe, die die Geschichte angenehm greifbar macht.
Man braucht eine Weile, um Zugang zu finden und sich zu orientieren. Dann entwickelt sich ein Sog aus Verstehen und Scham. Bis zuletzt wird man immer wieder ertappt im eigenen Schubladendenken.

Hat Spaß gemacht zu lesen und gleichzeitig meine weisse Sicht zurecht gerückt
Klare Worte und eine Wahrheit, die nicht in Watte gepackt ist. Ich fand es super gut, das Ende war mir nur zu kurz. Verstehe es und es passt zum Buch, aber ich musste erst mal mitkommen, was alles doch nicht passiert ist :-)
challenging, emotional, hopeful, inspiring, reflective, tense
Erschütternd. Augenöffnend. Beschämend. So viele Gefühle, unerträgliche Gleichzeitigkeiten. Wahrheiten und Perspektiven, die mir bisher verborgen waren.
Saya, Hani und die Ich-Erzählerin Kasih haben einen nicht näher spezifizierten Migrationshintergrund und wachsen zusammen in einer eher prekären Vorstadt auf. Aktuell treffen sie sich anlässlich der Hochzeit einer gemeinsamen Freundin in Kasihs Wohnort und verbringen im Vorfeld der Hochzeit ein paar gemeinsame Tage miteinander. Neben der Handlung geht es es in diesem Buch auch viel um die Erfahrungen von Menschen mit Migrationshintergrund, um Alltagsrassismus, Vorurteile der Biodeutschen und Ausgrenzung. Insgesamt eine interessante Lektüre mit viel Haltung und Botschaft, allerdings lässt mich das Ende etwas ratlos zurück...
Es ist ein herausforderndes Buch, das den Lesenden ihre eigenen Rassismen quasi vorführt. Ich würde es eher für Lesende empfehlen, die sich mit dem Thema bereits auseinandergesetzt haben, da es doch starke Widerstände auslösen kann.
Ein Jahreshighlight!
Danke für dieses eindringliche Buch. Es hat etwas Zeit gedauert, hineinzufinden, aber danach konnte ich es nicht mehr weglegen. Gänsehaut, Tränen & Herzklopfen.
Unbedingt lesen. Wichtig.

Wut und Zusammenhalt
Das Buch beschreibt die Geschichte der 3 Freundinnen sehr eindrucksvoll und arbeitet die enthaltenen Themen gut auf. Daher sehr empfehlenswert! Mir persönlich hat einfach der rote Faden mit seinen Spannungskurven gefehlt.
Das Buch ist nicht nur ein Porträt dreier junger Frauen, sondern vor allem eine schonungslose Abrechnung mit Alltagsrassismus und rechter Hetze.
Die Handlung spielt eigentlich nur an einem Abend, aber durch Rückblicke und Gedanken der Erzählerin lernt man viel über das Leben der drei Frauen. Es geht um Freundschaft, Loyalität, Angst – aber vor allem darum, wie es ist, in Deutschland zu leben, wenn man nicht der weißen Norm entspricht. Spannend ist, dass nicht allen drei Freundinnen gleichermaßen der Rassismus, der ihnen widerfährt, aufstößt. Manche von ihnen wollen sich nicht ständig mit diesen Themen beschäftigen, versuchen vielleicht sogar, es wegzuschieben oder zu relativieren. Diese Unterschiede führen zu Konflikten und Gesprächen, die ein jeder von uns nur zu gut kennen müsste. Der Schreibstil ist besonders. Er ist direkt, manchmal fast wie ein Gespräch mit einer Freundin. Es wird nicht viel beschönigt, nicht drumherum geredet. Die Erzählerin sagt, was sie denkt, oft mit Wut, aber auch mit Humor und sehr viel Klarheit. Manchmal springt sie in Gedanken hin und her, aber das passt zur Geschichte. Ein tolles Buch, das zum Nachdenken anregt und vor Augen führt, was niemand von sich freiwillig behaupten würde.
Wenn ich alle (weißen) Menschen dazu zwingen könnte ein Buch zu lesen, wäre es dieses.
Unzuverlässige Erzähler for the win. Unzuverlässige Erzähler die WISSEN, dass sie unzuverlässig sind und mit dem Leser spielen, ihn vorführen und auflaufen lassen - chef's kiss. Ein so wichtiges Buch. Ich habe mich wiederholt ertappt gefühlt und genauso muss es sein. Die Debatte muss unangenehm sein und damit beginnen, sich selbst zu hinterfragen. Ein Schlag in die Magengrube, an den ich noch lange denken werde.
Wütend und schonungslos
Drei Freundinnen, die nicht still sein wollen. Die alle etwas verändern wollen, den Blick schärfen wollen über Rassismus, Ungerechtigkeit und dazu eine große Freundschaft. Es ist ein recht bitteres Buch, weil es manchmal so wahr ist und damit so genau trifft. Da sitzt man dann und denkt noch lange nach über einzelne Dinge. Vom Stil her fand ich es etwas schwieriger zu lesen, hat eine Weile gebraucht und das Ende hat mich nochmal überrascht.
Vielleicht zu hohe Erwartungen gehabt
Der Schreibstil war für mich stellenweise sehr anstrengend. Die Ich-Erzählerin verliert sich oft in verschachtelten Erzählungen, deren Relevanz sich mir nicht immer erschloss. Die Struktur wirkte auf mich teils verworren, was den Lesefluss erheblich erschwert hat. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen. Als Person mit Migrationshintergrund hatte ich gehofft, in der Lektüre einen stärkeren emotionalen oder erkenntnisbringenden Zugang zum Thema Rassismus zu finden – doch das blieb aus. Andere Werke, etwa Dschinns, sprechen diese Themen für mein Empfinden prägnanter, klarer strukturiert und emotional greifbarer an. Mit den Figuren konnte ich mich kaum identifizieren. Zwar enthält das Buch durchaus gelungene Passagen und einzelne interessante Aspekte, aber im Gesamtbild blieb der Eindruck eher blass. Es war für mich letztlich ein „nettes“ Buch – aber weder besonders bewegend noch stilistisch oder inhaltlich herausragend.
Die Premisse ist interessant, aber leider ist mir irgendwie zu wenig passiert. Die vielen Zeitsprünge in die Vergangenheit empfand ich ebenso nervig wie die Charakterinnen.Insgesamt war es interessant zu lesen, hat mich aber nicht so wirklich abgeholt.
Der Roman „Drei Kameradinnen“ erzählt die Geschichte von Hani, Kasih und Saya, drei Freundinnen mit Migrationshintergrund, die in einer namenlosen deutschen Stadt aufwachsen. Sie sind durch ihre Herkunft und die damit verbundenen Erfahrungen miteinander verbunden. Im Mittelpunkt steht ihre unerschütterliche Freundschaft, die ihnen Halt gibt in einer Gesellschaft, die sie ständig als „anders“ wahrnimmt. Durch Kasihs Perspektive erfahren wir von alltäglichem Rassismus, strukturellen Missständen und rechten Gewalttaten, die die Protagonistinnen immer wieder aus ihrer scheinbaren Normalität reißen. Die Geschichte ist nicht linear erzählt, sondern springt zwischen Kindheit, Jugend und Gegenwart, was die Emotionalität und Authentizität der Erzählung verstärkt. 🧑🤝🧑✨ Shida Bazyars Sprache ist kraftvoll und kompromisslos. Sie spielt mit den Erwartungen der Leser:innen, bricht bewusst mit traditionellen Erzählmustern und spricht ihre Leser:innenschaft immer wieder direkt an. Dieser Stil erzeugt eine beeindruckende Nähe zu den Figuren, ohne dabei belehrend zu wirken. Die poetischen, oft metaphorischen Beschreibungen – das innere „Feuer“ der Kameradinnen ist ein zentrales Motiv – verleihen dem Text eine enorme Intensität. Gleichzeitig bleibt die Sprache klar und zugänglich, was die Botschaften des Buches umso eindringlicher macht. Außerdem haben wir mit Kasih eine unzuverlässige Erzählerin, was das Ganze noch spannender gemacht hat. 🖋️🔥 Hani, Kasih und Saya sind vielschichtige, tiefgründige Figuren. Jede von ihnen verkörpert eine andere Art, mit Rassismus und Ausgrenzung umzugehen. Saya ist kämpferisch, ihr inneres Feuer lodert voller Wut und Entschlossenheit. Hani hat sich mit der Welt abgefunden, ihre Flamme brennt auf Sparflamme. Kasih, die Erzählerin, ist sensibel, unsicher und ständig mit sich selbst und der Welt überfordert. Diese Vielfalt an Perspektiven macht das Buch so authentisch und zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich Menschen mit denselben Herausforderungen umgehen können. 🔥📖 Der Roman ist weniger plotgetrieben als charakterzentriert, doch die Geschichte entfaltet eine unglaubliche Sogwirkung. Die dramatische Nacht, die das Leben der drei Frauen verändert, ist der emotionale Höhepunkt, doch ebenso wichtig sind die kleinen Momente: der Alltag im Kindergarten, die Blicke auf der Straße, die unsichtbaren Barrieren in Schule und Beruf. Diese scheinbar banalen Situationen verdeutlichen, wie tief Rassismus in den Alltag in Deutschland verwoben ist. Das Ende ist schockierend und bleibt lange im Gedächtnis – ein extrem guter Abschluss, der die Botschaft des Buches auf den Punkt bringt. 💭 Als Hörbuch war „Drei Kameradinnen“ eine besonders intensive Erfahrung. Ich kann mir aber aktuell gut vorstellen, das Buch auch noch einmal zu lesen - sehr viel Annotationspotenzial. Der Roman hat mich tief berührt, vor allem, weil er die Erfahrungen schildert, die viele Menschen mit Migrationshintergrund machen – das Gefühl, nirgendwo wirklich zuhause zu sein, die ständige Rechtfertigung vor der Mehrheitsgesellschaft. Kasihs innere Kämpfe und Verwirrung waren für mich besonders nachfühlbar. In der aktuellen politischen Lage, in der rechte Gewalt und Rassismus immer präsenter werden, ist dieser Roman ein Weckruf und ein Plädoyer für Solidarität. 📚✨ Fazit: „Drei Kameradinnen“ ist ein aufwühlender, beeindruckender Roman, der die deutsche Gegenwart schonungslos offenlegt. Er richtet sich an alle, die bereit sind, ihre Perspektiven zu hinterfragen und sich mit strukturellen Ungerechtigkeiten auseinanderzusetzen. Besonders Leser:innen, die sich für gesellschaftspolitische Themen interessieren oder sich mit den Erfahrungen von Menschen mit Migrationshintergrund auseinandersetzen wollen, werden diesen Roman mögen. Mit seiner sprachlichen Wucht und emotionalen Tiefe ist dieses Buch ein absolutes Muss – für mich nicht nur eine Leseempfehlung, sondern ein Leseauftrag. ⭐⭐⭐⭐⭐
Shida Bazyar hat mit Drei Kameradinnen ein literarisches Meisterwerk geschaffen, das mich vollkommen begeistert hat. Der Text ist kraftvoll, roh und poetisch zugleich – ein wahrer literarischer Hammer, der tief unter die Haut geht. Bazyar trifft genau den Nerv der Zeit, erzählt von Freundschaft, Widerstand und dem zermürbenden Ringen um Zugehörigkeit in einer Gesellschaft, die ständig zwischen Akzeptanz und Ausgrenzung schwankt. Dieses Buch ist für bisher mein Lese-Highlight des Jahres. Die Erzählung sprengt mit ihrem Spiel zwischen lyrischem Ich und Wirklichkeit sämtliche Konventionen und ist absolut spannend zu lesen und zu hören. (Shoutout an Banafshe Hourmazdi, die das Buch absolut phänomenal vorgelesen hat.) Ist das Erzählte gerade wirklich passiert? Wahrscheinlich schon, irgendwo. Vielleicht auch nicht. Die direkte Ansprache der Leser*innen spielt direkt in die erzählende, grobe Art des Textes hinein. Man sitzt förmlich mit Kasih am Schreibtisch, liest mit und macht eine kurze Raucherpause am Späti. Selten hatte ich das Gefühl, Figuren so gut verstehen zu können. Das liegt nicht an meinen persönlichen Erfahrungen, sondern daran, wie Bazyar es schafft, durch Nuancen und Anekdoten (wahr oder erfunden), die Leser*innen in das Seelenleben der Figuren eintauchen zu lassen. An alle, die sich in den Kommentaren beschweren, woher Kasih denn wisse, ob die Leser*innen "weis" sind...Bist du es nicht? Und ist das überhaupt wichtig? Vielleicht ist das Absicht? Von ihren verallgemeinerten Aussagen offended zu sein untermauert ihre Argumentation und (so cringe die Formulierung auch ist) "hält den Spiegel vor". TLDR: Absolut packend, fesselnd, wichtig, witzig, traurig, spannend, schlau. Ich liebe es.
wichtiges Thema gut verpackt
Perspektivwechsel mit Provokation, sehr ernst bis berührende Geschicht, die (leider) definitiv aktueller denn je ist. Hat ein paar Längen für meinen Geschmack und erzählt in großen bis kleinen Schleifen, wobei die Zeitsprünge den Spannungsaufbau gestalten. Greift die eigenen Muster im Kopf an und macht auf eine gute Art nachdenklich.
TW: Rassimus, Terrorismus, Sexismus Ein sehr beeindruckenden Buch über Rassismus in Deutschland. Die letzten 30 Seiten haben mir den Atem stocken lassen.
Regt zur Reflexion des eigenen Denken an
Ein lesenswertes und gut geschriebenes Buch!
2nd read, 02/2024: 4 v. 5 Sternen Hab irgendwie mehr gecheckt als letztes Mal lol ----------------------------- First read, 10/2022: 3 v. 5 Sternen Was soll ich sagen, dieser Roman hat mich irgendwie irritiert zurückgelassen. Ich mochte die Sprache und die direkte, provokante Adressierung der Leserschaft, aber den Aufbau der Geschichte fand ich schwierig - viel zu lange dauerte das Build-Up, das Erklären des Drumrum, das eigentliche Geschehnis wurde hingegen erst auf den letzten Seiten abgehandelt und so wird man mit einigen offenen Fragen zurückgelassen. Nichtsdestotrotz lesenswert!
Dieses Buch hat mich eingesogen und durchgekaut und auf den Boden gespuckt. Wow. (Und ein paar der Rezensionen hier regen mich wirklich auf.)
Eine Einladung den eigenen Horizont zu erweitern und zu hinterfragen.
Es ist ein gutes Buch mit ganz wichtigen Themen und der Frage wie wir mit Vorurteilen umgehen. Am Anfang bin ich schlecht reingekommen in das Buch, aber am Ende musste ich ein paar Seiten überspringen, da ich sie schwer ertragen konnte....Ein sehr wichtiges und ungewöhnliches Buch.
Ich bin ratlos was ich zu diesem Buch schreiben soll. Einerseits inhaltlich tiefgehen, schwere Kost, die nachdenklich stimmt. Es dreht sich viel um Alltagsrassismus, mit dem ich mich als weiße Kartoffel wenig auseinandersetzen muss. Insofern für alle die betroffen und nicht betroffen sind, wichtig es zu lesen, um dafür sensibilisiert zu werden. Auf der anderen Seite ist der Schreibstil so anstrengend. Puh, die Ich-Erzählerin verliert sich lang und breit in Geschichten, die mir teilweise nicht relevant erschienen. Das Ende hat mir gar nicht gefallen. Ich habe das Buch nur nicht abgebrochen, weil ich wissen wollte wie es ausgeht. Nach diesem Ende weiß ich wirklich nicht, warum ich dran geblieben bin.

Absolut lesenswert.
Es ist ein wirklich gutes Buch. Es erzählt Geschichten über Lebensrealitäten von MigrantInnen, Rassismus und spielt mit den Erwartungen der LeserInnen.

FreundInnenschaft, Solidarität, Vorurteile und Rassismuserfahrung. Dieses Buch ist eine Achterbahn der Gefühle.

Wow, ein starkes Buch über Rassismus und Vorurteile.
Inhaltlich wichtig, stilistisch großartig umgesetzt. Das Ende fand ich etwas zu offen, aber vermutlich war es so gedacht die Leser*innen mit so einem "hmpf ok" Gefühl zurückzulassen.
Eine Achterbahn der Gefühle. Sympathien, Antipathien, Genervtheit, Verständnis. Fragezeichen! Aber das Buch funktioniert. Ich war im Flow, ich war entertained, ich wurde irgendwie berührt…
Die Stärke freundinnenschaftlicher Solidarität und das Hinterfragen von allem immer.
Ein Spiegel aus zerbrechenden Vorurteilen. Ein Schlag der kurz vorm Gesicht stoppt. Eine Irritation jagt die nächste. Shida Bazyar hält einen mit ihrer Schreibweise auf den Zehenspitzen und in den Schatten dreier Freundinnen gefangen. Wir begleiten Kasih, Saya und Hani durch ihr Leben und ihre Verschiedenheiten, die jedoch nicht ihre Freundinnenschaft überdecken.
Sehr sehr wichtiges Thema, das hier angesprochen wird. Der Erzählstil hat mir nicht immer gefallen, ich hätte die Geschichte, zumindest in Teilen gerne aus Sayas Sicht gelesen.
„Drei Kameradinnen“ ist geschrieben wie ein langer Brief. Ohne Unterteilungen in Kapitel berichtet die Ich-Erzählerin Kasih dem Leser von ihrer langen und intensiven Freundschaft mit Hani und Saya und all den Steinen, die den drei jungen Frauen immer wieder in den Weg geworfen werden. Dabei springt die Geschichte zwischen Gegenwart, später Kindheit und Teenagerzeit hin und her, ohne sich an eine chronologische Reihenfolge zu halten. Verschiedenste Erinnerungsfetzen sprudeln aus Kasih heraus und sie teilt alles ungefiltert mit. Dabei spricht sie den Leser immer wieder direkt an. Ich empfand den Erzählstil als sehr bildhaft und lebendig und dass, obwohl die Autorin viele Details, die man in einem Roman erwartet, auslässt. Zum Beispiel erfährt man nie, aus welchem Land die Protagonistinnen stammen (es wird nur vom „anderen Land“ gesprochen), in welchem Ort das Ganze spielt und auch die Jahreszahlen kann man nur an Hand der beschriebenen Szenarien grob schätzen. Dies ist eine sehr eigenwillige Art des Erzählens. Auch spielt die Autorin mit den Grenzen von Fantasie und Wahrheit. Man kann sich nie ganz sicher sein, was tatsächlich Kasihs Erinnerungen entspringt und was sie sich gerade ausgedacht hat. Ich verstehe es so, dass es hier nicht um Kasih, Hani und Saya im Speziellen geht, sondern dass diese fiktiven jungen Frauen stellvertretend stehen für all die Menschen, die in Deutschland ein neues Zuhause suchen und täglich mit Rassismus, Ausgrenzungen und Vorurteilen wegen ihrer Herkunft konfrontiert sind. „Drei Kameradinnen“ macht nachdenklich. Hier werden Personen beschrieben, denen Chancen genommen bzw. gar nicht erst gegeben werden, weil sie pauschal abgestempelt und in Schubladen geschoben werden. Diese Ungerechtigkeit ist unglaublich traurig. Mir fällt es verhältnismäßig schwer, diesen Roman zu rezensieren, da ich mir wünschte, ich könnte mich genauso intelligent ausdrücken wie Shida Bazyar. Das zentrale Thema sind Vorurteile aufgrund der eigenen Herkunft. Interessant ist hier, dass die Ich-Erzählerin Kasih sich im Grunde genauso verhält, wie sie es ihr ganzes Leben lang erfahren hat. Denn während sie ihr Schicksal beschreibt, steckt sie ebenfalls alle Deutsche und alle Migranten in eine Schublade. Rassismus ist ein großes Problem unserer Gesellschaft. Dennoch bin ich überzeugt, dass nicht alle Deutschen Rassisten sind sowie es auch Migranten gibt, die in Deutschland oder anderen Ländern beruflich erfolgreich sind. Ansonsten wäre die Welt ein Ort ohne Hoffnung. Für mich ist „Drei Kameradinnen“ eine Form von Kunst, die mit kraftvoller, intelligenter Sprache provoziert und durch eine überspitzte Zeichnung auf die oft verleugneten Schattenseiten unserer Gesellschaft hinweist.
Shida Bazyar "Drei Kameradinnen" . . Erzählt wird die Geschichte von drei jungen Frauen, mit unterschiedlichem Hintergrund, die gemeinsam in einer Wohngegend aufwachsen und sich stigmatisiert fühlen durch ihre Herkunft und eventuell auch ihr Geschlecht. So glaube ich es heraus gelesen zu haben. Denn eins macht die Autorin sehr deutlich, als privilegierte Weiße werde ich nie auch nur erahnen, geschweige denn verstehen können, was sie tatsächlich fühlt. Und so ist es schade, dass die Schilderungen alltäglicher Verletzungen durch Ignoranz, Borniertheit und Arroganz oder auch Hilflosigkeit gegenüber einer unmenschlichen Bürokratie, unterschwelligem Sexismus und offen gezeigtem Rassismus, laut Shida Bazyar nicht meine Themen sind, da ich sonst kulturelle Aneignung betreibe. Von daher bleibt mir als Fazit, dass ich ein zutiefst berührendes und emotionales Buch gelesen habe, das mir ständig die Tür vor der Nase zugeschlagen hat. #lesen #dbp21

#unbezahlteWerbung 《D R E I K A M E R A D I N N E N》 von Shida Bazyar Kasih, Saya & Hani sind seit ihrer Kindheit beste Freundinnen. Zusammen aufgewachsen in derselben Siedlung, versteht niemand besser den Rassismus welchen sie immer wieder erfahren als die drei selbst. Für eine bevorstehenden Hochzeit treffen sich die Drei erneut - bis es zu einem Brand kommt & Saya festgenommen wird. Achronologisch erzählt Kasih was passiert (ist). Shida Bazyars Roman hat mich absolut überrascht & mitgenommen. Während es zunächst sachlich beginnt, wird die Ich-Erzählerin Kasih immer emotionaler. Hierbei spricht sie Lesende auch direkt an, ermahnt sie & hat eine manchmal passiv-aggressive Haltung. Im Verlaufe des Buches erfährt man nie woher unsere ProtagonistInnen kommen & so sehr mich diese Frage auch oft reizte, stellt sich mir am Ende die Frage, ob es denn so viel geändert hätte? Die Geschichte regt absolut zum Nachdenken an. Frau Bazyars Roman ist eindringlich & konnte mich wirklich sehr begeistern.
Eine packende Geschichte über Diskriminierung, Freundschaft und Hilflosigkeit
Kasih, Hani und Saya sind vollkommen unterschiedlich und doch enge Freundinnen. Mit Ironie aber auch bedrückender Ehrlichkeit erzählt Kasih von der gemeinsamen Jugend, der Diskriminierung im Alltag und der Hilflosigkeit, der sich jede der drei Frauen stellen muss. Während Hani und Kasih versuchen, den Alltag zu bewältigen und ein sicheres, unaufgeregtes Leben zu führen, spürt Saya nur eines: Wut. Mit Spannung habe ich verfolgt, wie Bazyar ihre drei Protagonistinnen darstellt, die man alle für sich in ihrer Individualität und Unterschiedlichkeit zu schätzen lernt. Auch wenn Saya durch ihre direkte und manchmal auch ungehobelte Art aneckt, wurde sie doch genau richtig gezeichnet, um Probleme anzusprechen. Auch die Straftat, die den Rahmen der Geschichte bildet, wirkte abrundend und erzeugte durch die Interaktion der Erzählerin einen Lerneffekt. Was ich besonders geschätzt habe, ist die perfekte Mischung aus Unterhaltung und Gesellschaftskritik, welche aber nie mit erhobenem Zeigefinger daherkam, sondern zeigte, wie sich Betroffene fühlen und welche Konsequenzen dies nach sich ziehen kann.
TW/CN: Rassismuserfahrungen Inhalt: Shida Bazyar hat mit „Drei Kameradinnen“ einen Roman geschrieben, der die bedingungslose Freundschaft feiert. Im Mittelpunkt stehen drei junge Frauen, die im Alltag Hass und Gewalt erfahren, sowie Blicken und Sprüchen ausgesetzt sind. Nicht ihre Herkunft ist das Problem, sondern rechte Hetze. Was ihnen im Alltag hilft, ist der gegenseitige Halt und das Verständnis, welches sie auffängt, wie ein Sprungtuch. „Drei Kameradinnen“ ist ein Roman, der wachrüttelt und schonungslos das ausspricht, was ausgesprochen werden muss. Meine Meinung: Ich muss leider sagen, dass mir der Roman nicht so gut gefallen hat. Damit möchte ich weder den Inhalt noch die Autorin kritisieren, die sicher großartig ist. Des Weiteren werde ich aufgrund meiner Privilegien nicht über die Erlebnisse und die Aussagen urteilen, sondern meinen Fokus auf den Schreibstil und den Aufbau legen. Bezüglich letzterem fiel es mir schwer, dem scheinbar roten Faden zu folgen. Zumindest beginnt Shida Bazyar ihre Geschichte mit einem Zeitungsartikel über einen Brand, in dem Saya, eine der drei Freundinnen, als Täterin beschuldigt wird. Anschließend lernen wir die Freundinnen näher kennen. Die einzige Orientierungshilfe für den Lesenden sind Wochentage, entlang derer langsam erzählt wird, was mit Saya passiert ist. Dazu kommen Rückblicke in die Vergangenheit, Gedanken und Erlebnisse von jeweils einer der Frauen. Manchmal wusste ich nicht mehr, wo ich zeitlich bin, was zuletzt in der Gegenwart passiert ist und worauf das alles hinauslaufen soll. Gegen Ende wurde mir klarer, dass es nicht darum ging einen roten Faden zu verfolgen, sondern um jedes einzelne noch so kleine Erlebnis an sich. In Summe werden jedes bisschen Hass, jedes Vorurteil, jeder Blick und jeder Kommentar zu viel, zu Wut und Frust. Die unverblümte Schreibweise ist da allzu verständlich, wobei ich es teilweise als zu extrem wahrgenommen habe. Es wurden viele Vorurteile zurückgeschossen, die damit zur Spaltung beitragen anstatt dazu aufrufen, zusammenzurücken. Insgesamt werde ich weder eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen noch vom Kauf abraten.
Dieses Buch lässt mich sehr zwiespältig zurück. Die Erzählerin, eine der 3 Freundinnen, über die in diesem Buch in Rückblenden erzählt wird, durchbricht hier regelmäßig die vierte Wand und spricht mich als Leserin direkt an - allerdings häufig nur, um mir zu erklären, warum ich gar nicht verstehen kann und will, welche Probleme sie aufgrund ihrer Situation als Frauen mit Migrationshintergrund haben, oder um mir zu erklären, dass sie sich eine gerade geschilderte Situation nur ausgedacht hat Zudem werden bewusst - und auch durch die Erzählerin so kommentiert - Informationen über die Figuren vorenthalten, weil man sie als Leser ja doch nur nutzen würde, um sie in Schubladen einzusortieren. Ja, das mag sein, da will ich mich auch nicht von freisprechen - aber das Ergebnis sind hier leider drei Figuren, die mir völlig fremd bleiben und fast schon wie Klischees wirken - die Erzählerin, die kaum wirklich relevante Informationen über sich herausgibt, sowie eine angepasste und eine unangepasste, rebellierende Freundin. Ich hätte dieses Buch an einigen Stellen beinahe abgebrochen und war schließlich froh, am Ende angekommen zu sein. Die Botschaft, die für mich hier am deutlichsten hervorsticht, ist, dass die "wir gegen die"-Mentalität und die Vorurteile von beiden Seiten gleichermaßen ausgehen. Die Missstände, die Thema dieses Buches ist, der Alltagsrassismus, die Fremdenfeindlichkeit existieren und sind definitiv ein Problem unserer Gesellschaft. Und ja, ich erwarte auch von solchen Büchern, dass sie mich dazu bringen, mich und meine Einstellungen zu hinterfragen. Das darf dann auch gerne unangenehm und unbequem sein. Das gelingt vielen Büchern auch, diesem allerdings nicht.
Grandioses Buch, große Empfehlung! Ich mag den Schreibstil sehr, es klingt wie ein Gespräch, oder eher Monolog, so als würde die Ich-Erzählerin neben mir sitzen und frei raus erzählen. Die Charaktere sind toll, tiefgängig, stark dargestellt/beschrieben. Die Geschichte wird nicht linear erzählt, es werden nicht alle Fragen beantwortet und am Ende bleibt eine gewisse Verwirrung zurück. Aber grade das macht es auch spannend und authentisch - und bei dem Thema auch so passend. Die Geschichte(n) ist/sind schmerzhaft und unangenehm, die Beschreibungen der Situationen voll Rassismus nicht immer leicht erträglich. Aber genau das sollen sie ja auch sein, weil sie es in echt auch nicht sind. Dieses Buch ist eine Wucht und hätte den deutschen Buchpreis verdient gehabt! Der bittere Beigeschmack der Realotätsnähe geht auch nach Beenden der Lektüre nicht so schnell weg.
Sehr eindrückliches Buch
Dieses Frühjahr überzeugt mit grandiosen Titeln - allen voran Shida Bazyars neuer Roman „Drei Kameradinnen“. Mit unglaublicher erzählerischer Wucht tauchen wir ein, in eine Welt, die uns gleichzeitig bewusst doch deren gesamtes Ausmaß Weißen Personen teilweise verborgen ist oder das sie nur selten spüren müssen. Durch die Feder der Protagonistin Kasih und vor allem durch das, was nicht ausformuliert wird, werden die strukturellen Probleme der gegenwärtigen Welt vor Augen geführt. Die Freundinnen Kasih, Hani und Saya wachsen in einer namenlos bleibenden Stadt Deutschlands auf. Gefunden haben sie sich, da sie immer wieder von der Gesellschaft als anders gelesen werden. Sie aufgrund ihrer Herkunft immer wieder unter Verdacht geraten, beäugt werden. Was aber bleibt, ist ihre außergewöhnliche Freundschaft, die bedingungslos ist und Halt verspricht. Nach einigen Jahren treffen sie sich wieder, um ein paar Tage die gemeinsame Zeit zu genießen. Doch auch in der Gegenwart hat sich die Haltung in Deutschland kaum verändert. Nicht als Weiße Deutsche gelesen zu werden, bedeutet jederzeit: Blicke, Sprüche, Hass und rechter Terror. Die Nacht, die alles ins Wanken bringt, bricht an... Bazyar erzählt kompromisslos von den Missständen in Deutschland. Von Ausgrenzung, strukturellem Rassismus und rechtem Terror. Dabei spricht sie die Leser*innen direkt an. Durch die Augen der Protagonistinnen erhält man einen schonungslosen Einblick in ihre Gegenwart. Wiederholt kreiert die Erzählerin dennoch Distanz durch direkte Ansprachen aber auch durch Reflektionen zum eigenen Schreibverhalten. Schon früh macht sie klar, dass sie dem erlernten Schreibmuster (der deutschen Schulen) von Einleitung, Hauptteil und Schluss nicht folgen will. Mich hat dieser grandiose Roman von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Sprachgewaltig lässt die Autorin zahlreiche wichtige Themen und Informationen in den Romantext einfließen, sodass man fast eine Hybridform aus Roman, Sachbuch und Augenzeugenbericht liest. Ein Buch, was für mich ein Highlight sondergleichen war. Um dieses Buch kommt man in diesem Frühling nicht herum! Absolute Leseempfehlung- besser noch Leseauftrag!
Was für ein wunderbares, schockierendes, konfrontierendes, kluges Buch! Das leseerlebnis muss ich erstmal verarbeiten.

















































