Ich habe diesen spannenden Kriminalroman sehr gerne gelesen. Es geht um einen undurchsichtigen, komplexen Mordfall, dessen logische Auflösung von der Gegenwart, bis weit in die Vergangenheit zurückreicht.
Die von ihrer Persönlichkeit her unterschiedlichen Hauptprotagonistinnen Nyström und Forss ermitteln mit Frauenpower und Intuition.
Auch die anderen Mitglieder des Ermitterteams werden dem Leser nahegebracht.
Der Leser findet nicht nur Einblick in das Erleben und der fallspezifischen Erkenntnisse von und Nyström und Forss, sondern auch die aller anderen Ermittler. Desweiteren werden die Gedanken einer unbekannten Frau und eines unbekannten Mannes geschildert.
Durch diese Erzählweisen der verschiedenen Akteure habe ich als Leserin Informationen erhalten, die die Ermittler nicht haben und meinte zwischenzeitlich die Lösung zu wissen.Dass es dann immer wieder alles anders kommt, als gedacht, hat mich um so mehr überrascht.
Was zunächst als undurchsichtiges Puzzle erscheint, fügt sich zu einem Ganzen zusammen und endet in einen spannenden Countdown.
🇸🇪🦋♟️ Sehr solider Schwedenkrimi, ein echter Pageturner geradezu. Außerdem haben mir die Ermittlerinnen sehr gut gefallen, nicht auf die sympathische Art (eher das Gegenteil), sondern aufgrund der Tatsache, dass sie nicht so eindimensional und nach dem klassischen Skandi-Thriller-Schema waren (brilliant, aber kaputt). Das mag noch kommen, aber zumindest in diesem ersten Teil der Reihe stand das nicht so im Vordergrund. Auch der Fall an sich war schön verschachtelt. Sehr lesenswert und macht Lust auf weitere Bücher.
Toller Auftakt einer schwedischen Reihe um zwei interessante Ermittlerinnen. Die Fälle haben historisch, gesellschaftliche Bezüge und sind gut umgesetzt.
Stina Forss (warum muss man seiner Ermittlerin ausgerechnet einen solchen Namen verpassen?!) ist Deutsch-Schwedin, hat Probleme in der Liebe und ein traumatisiertes Verhältnis zu ihrem Vater, sie ist hübsch und ungewöhnlich und avanciert zur Lara Croft der schwedischen Kriminalpolizei. Bis auf das Deutsch-Schwedischsein nichts besonderes zu Zeiten von Fernsehserien wie "Castle" oder den gefühlten 500 verschiendenen CSI-Varianten. Auch der Fall - brutaler Mord an altem Mann, viele Schmetterlinge, irrer Mörder, Fäden bis nach Nahost und in den Holocaust - wirkt ein bisschen wie ein Zusammenspiel von "Navy CIS" und "Das Schweigen der Lämmer" (immerhin sprechen die Autoren die Parallelen zu letzterem offen an, das macht schon mal sympathisch). Trotzdem ist alles irgendwie anders und der Fall sehr spannend, nur das Drumherum war definitiv nichts für mich.
Die Autoren versuchen sich von dem Schwedenkrimi-Hype abzugrenzen...indem sie einen Schwedenkrimi schreiben, den aber durch eine "schiefe" Berlinerschwedin aufpeppen und mit allerhand brisanten Themen und vermeintlichen Tabubrüchen anreichern. Eigentlich keine schlechte Idee, meiner Meinung nach aber stark mangelhaft umgesetzt. Die brisanten Themen finden scheinbar nur durch die Ignoranz der Hauptfigur in den Krimi hinein und es sind definitiv zu viele, die zudem auch noch äußerst fragwürdig behandelt werden: Im ach so liberalen Schweden gibt es noch Rassisten und Homophobe...wer hätte das gedacht. Natürlich, die gibt es überall, und ich finde es auch gut, dass ein Krimi das zur Sprache bringt. Wenn dabei aber Rassismus flapsig abgetan und ein Uralt-Klischee von Homosexuellen (Frauen, die aussehen wie Männer und Männer, die aussehen wie Frauen) aufgetragen wird, dann geht der Schuss doch irgendwie nach hinten los. Als wäre das nicht genug, wird sich über Vegetarismus, Veganismus und Massentierhaltung amüsiert. Vielleicht sollte man den Autoren mal ein Memo schicken: "Nicht jeder Vegetarier hat ungepflegte Haare, wohnt im Wald und wäscht sich nicht, und ja: der westliche Fleischkonsum und die Fast-Food-Industrie ist wirklich nicht gut für die Welt!" Wie kann man sich denn über Naturschutz lustig machen?! Und obendrauf wird auch noch der Holocaust und ein SA-Opa gesetzt - die deutsche Schuld über Generationen vererbt. Ach, da hätte ich doch auch fast noch die häusliche Gewalt vergessen... Möglicherweise wäre es einfacher gewesen, sich auf ein Thema zu beschränken, denn dann hätte es auch nicht nur oberflächlich behandelt werden können.
Alles in allem ist der Fall wirklich spannend und mir hat die Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart, von Växjö und Jerusalem gut gefallen. Wahnsinnig gestört haben mich aber die billigen Klischees, die unsympathische Ermittlerin (damit meine ich nur Stina Forss...schon allein der Name! Ingrid Nyström war realer, glaubhafter) und das Vollpacken des Buches mit ungenügend bearbeiteten aktuell sehr relevanten Themen. Daher kommt der Krimi in meiner Wertung nicht über ein "okay" hinaus.
War nicht schlecht, aber nicht so fesselnd wie andere Schweden Krimis
Wow!
Mit diesem Ende hatte ich nicht gerechnet!
Interessante Geschichte. Die vielen Personen haben es nicht geschafft, das ich unbedingt weiterlesen möchte.
Vielleicht höre ich Mal weiter...