
Umbrüche auf Isländisch
Die Protagonistin Alba, Linguistin und Übersetzerin, zieht aus der isländischen Hauptstadt in das ehemalige Haus einer Krimiautorin in der weiten Landschaft der Insel. Wir Leser begleiten sie dabei, wie sie das Haus renoviert, in der kargen Landschaft Islands versucht, Bäume zu pflanzen und die ansässige Bevölkerung immer besser kennenlernt, zu der auch ein geflüchteter Teenager gehört, der sich immer mehr einen Weg in Albas Leben bahnt. Wer eine tempo- und spannungsreiche Handlung sucht, wird in diesem Buch nicht fündig werden. Dafür erhält man eine atmosphärisches Leseerlebnis, das ich sehr geschätzt habe. Die Charakteristik der isländischen Landschaft war nicht nur in den tollen Naturbeobachtungen spürbar. Es fühlt sich an, als ob sich der stille und karge Reichtum der Landschaft auch auf die Figuren übertragen hat, die jede für sich besonders war: Alba, ihr Vater, dessen bester Freund, der Verkäufer im Dorf… jeder hat seine eigene Poesie und Kraft. Ich mochte außerdem die Ausflüge in die Linguistik, die immer wieder eingestreut wurden sowie den unterschwelligen Humor, der sich durch die Figuren, aber auch die Geschehnisse zieht. In diesem Buch wird auch in den Momenten viel erzählt, in denen nichts passiert wird. Wer einmal in diese atmosphärische Stille hören bzw. lesen möchte, dem kann dieses Buch nur empfohlen werden.























