19. Dez.
Rating:5

Bezauberndes Buch über die Einzigartigkeit und Besonderheiten von Schnee

 Ich bin ja eher der Sommer Typ und kann Schnee nur über die Weihnachtsfeiertage etwas abgewinnen. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich im Kölner Raum eher mit Schneematsch zu tun habe. Nancy Campbell aber hat mit diesem wunderbaren Buch meine Begeisterung für die einzigartigen Flocken wecken können. Im kurzen Kapitel erfahren wir interessante Fakten über die weiße Pracht und auch mystisches verbindet sich hier mit Linguistik. Einmal rund um den Globus schweben wir mit Schneeflocken auf zu neuem Wissen. Zum Beispiel erklärt man uns, wie man einen Iglu baut, wann es in Estland Eisstraßen gibt, dass in Grönland Bier und geschmolzener Schnee gleich heißen. Viel Know-how stammt von indigenen Völkern. Und sogar Thailand hat ein Wort für Schnee, obwohl es diesen dort so gut wie gar nicht gibt. Selten habe ich ein so kurzweiliges und ansprechendes Werk über einunddasselbe Element gelesen. Ganz verzaubert bin ich von den Illustrationen, die von dem Fotografien von Wilson Bentley stammen, dem ersten Schneeflockenfotografen der Welt. Auch das hübsche Vorsatz, Papier und der dazu passende Einband haben es mir angetan. Eine Freude für den Geist und für die Augen. Und für alle, die noch ein tolles buchiges Geschenk suchen: Let it Snow – wenn schon nicht auf, dann wenigstens unter den Weihnachtsbaum.

Fünfzig Wörter für Schnee
Fünfzig Wörter für Schneeby Nancy CampbellHoffmann und Campe
9. Mai
Rating:2

Schaut euch dieses wunderschöne Buch an. Und dann auch noch zum Thema Schnee! Wenn draußen schon keiner mehr liegt, kann ich mich wenigstens in eisige Welten einträumen. So dachte ich… In Fünfzig kleinen Kapitel nimmt Nancy Campbell einzelne schneeverwandte Wörter unterschiedlichster Sprachen und Kulturen zum Anlass, kleine Anekdoten zum Besten zu geben. Sei es über Kunstschnee, Snowboarden, über “hundsohrgroße” Schneeflocken oder Bergbesteigungen auf dem Kilimandscharo. Zu beschreiben, was genau mich daran gestört hat, ist schwer, denn im Endeffekt war es leider das große Ganze: Die Texte waren für mich anorganisch, die gestreuten Fakten willkürlich und mit der Sprache zu gewollt in einen poetischen Ton gezwungen. Wir springen von einem Setting ins nächste, machen dann innerhalb der kleinen Geschichten nochmals Abstecher, sodass der Zusammenhang zu Schnee oft schon völlig abhanden gekommen scheint - um dann des Themas Willen mit zwei pseudobedeutungsvollen Sätzen wieder aufgegriffen zu werden. Für mich hat das überhaupt nicht funktioniert. Ich habe weder Interessantes mitgenommen, noch Bezauberndes fürs Herz gefunden. Meine Schnee-Melancholie ist am Straßenrand verhungert. Mit der wirklich ganz tollen Aufmachung des Buches wird der spärliche Inhalt leider nicht mehr wettgemacht und ich musste nach ca. zwei Dritteln abbrechen. Einzig der Schneemann. Der Schneemann von Hans Christian Andersen hat mich etwas länger verweilen lassen. Für den wertvollen Hinweis, der mich zum Originalmärchen gebracht hat, gibt’s noch einen Gnadenstern. Ansonsten leider ein dicker Flop für mich.

Fünfzig Wörter für Schnee
Fünfzig Wörter für Schneeby Nancy CampbellHoffmann und Campe