Zäher Einstieg, fesselnde Entwicklung – Durchbeißen lohnt sich!
Dieses Buch steht schon so lange in meinem Regal, dass man es eindeutig als SuB-Leiche bezeichnen kann. Auch wenn ich am Ende nur 3,5 Sterne vergeben habe, hat sich das Lesen dennoch gelohnt. Die Geschichte begleitet die Hauptperson Dubhe in zwei Handlungssträngen: einer spielt in der Gegenwart, der andere beleuchtet ihre Vergangenheit. Letzterer, der interessanterweise überwiegend im Präsens erzählt wird, hat mich sofort gepackt. Wir lernen Dubhe als zunächst Achtjährige kennen, die Schreckliches durchlebt. Diese Passagen waren emotional sehr intensiv und haben mich immer mehr zum Nachdenken gebracht. Ihre dramatische Kindheit zeigt eindrücklich, wie sie zu der Person geworden ist, die sie in der Gegenwart darstellt. Die Gegenwartshandlung, die hingegen im Präteritum geschrieben ist, konzentriert sich zunächst stark auf den Aufbau der Welt und die Einführung der Handlung. Das Worldbuilding ist komplex und die Vielzahl an Namen zu Beginn war für mich wirklich verwirrend. Dadurch fiel es mir lange schwer zu greifen, wer Dubhe eigentlich ist und welches Ziel sie verfolgt. Besser wurde dies erst, als Vergangenheit und Gegenwart sich immer mehr annäherten. Insgesamt ist das Buch in drei Teile gegliedert und besonders durch den ersten musste ich mich regelrecht durchkämpfen. Ab dem zweiten Teil wird es jedoch deutlich besser und die Geschichte gewinnt an Dynamik. Erzählt wird größtenteils aus Dubhes Perspektive in der dritten Person, später kommt noch eine weitere Sichtweise hinzu. Diese Perspektivwechsel finden innerhalb der Kapitel ohne Zwischenüberschriften statt, waren aber glücklicherweise gut nachvollziehbar und nicht verwirrend. Dubhe selbst ist eine spannende und trotz ihrer Härte sympathische Protagonistin. Gerade durch die Einblicke in ihre Vergangenheit fällt es leicht, mit ihr mitzufühlen. Außerdem hat sie mich stark an Celaena Sardothien erinnert, was bei mir direkt ToG-Vibes ausgelöst hat. Auch wenn ich mich besonders zu Beginn – zumindest mit der Gegenwartshandlung – schwergetan habe, konnte mich die Geschichte im Verlauf immer mehr fesseln. Am Ende hat sie sogar meine Neugier auf die Fortsetzungen geweckt. Wer bereit ist, sich durch ein langwierigeres Worldbuilding und einen etwas zähen Einstieg zu kämpfen und Lust auf eine dramatische, intensive Geschichte über eine junge Assassinin hat, dem kann ich das Buch durchaus empfehlen.





