Wie man es vom Autor kennt, eine gelungene Adaptation der Geschichte in einer fiktiven Geschichte. Kleinere Längen, die zur detaillierteren Beschreibung des Frankreichs zur Jahrhundertwende dienen, lassen an wenigen Stellen den Spannungsbogen etwas hängen.
Anfangs fiel es mir extrem schwer mich in die Handlung reinzudenken. Ich hatte schon fast die Lust am Lesen verloren, bis es irgendwann doch spannender wurde. Ab diesem Punkt habe ich das Buch verschlungen und konnte nicht abwarten, wie es weiter geht.
Eine tolle Geschichte mit historischem Hintergrund!
An manchen Stellen etwas arg langatmig geraten, weniger Seiten hätten dem Roman meiner Meinung nach sehr gut getan. Alles in allem aber eine sehr gute Darstellung des größten Justizirrtums Frankreichs. Die Anklage und auch der gesamte weitere Verlauf legen sehr schnell offen, welche Mechanismen hinter der Verurteilung steckten. Der Antisemitismus und die Angst der Verschwörer Macht abgeben zu müssen, haben dazu geführt das Dreyfus keine Chance hatte. Erst durch die Hartnäckigkeit von Picquart haben ihm überhaupt erst neue Wege eröffnet, seine Unschuld doch noch beweisen zu können.
Unfassbar für mich, wie durch eine Fälschung das Leben eines Menschen zertört wurde. Auch wenn er später die rehabilitiert werden konnte, die öffentliche Demütigung, die Verurteilung in den Medien, das wird er sicher Zeit seines Lebens nicht vergessen haben.
Gerade in Zeiten von Fakenews, wieder erstarken von Antisemitismus in de Öffentlichkeit, lesenswert. Denn der Fall hat auf jedenfall einiges, das uns auch unsere eigene Gesellschaft hinterfragen lässt.
Die Geschichte entfaltet sich zu Beginn recht langsam, wenn nicht zäh.
Aber wenn man einmal in das Geflecht von Lügen eingetaucht ist und Oberstleutnant Picquart bei seinen Untersuchungen begleitet, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Der historische Hintergrund ist gut recherchiert und wirft einen weiten Blick auf die Atmosphäre in Frankreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Es hätte so ein gutes Buch werden können. 100 Seiten weniger, dann das wiederholen und die Geschichte mit Pauline weg und schwupps wäre es Mega geworden