Fantasy trifft Space-Age. Ein Teaser für die Cosmeer-Zukunft.
Im vierten und letzten der „Secret Projects“ von Brandon Sanderson begleiten wir den Charakter Nomad in der Space-Age Zukunft des Cosmeers. Dieser ist einer der Weltenspringer in Sandersons Universum Cosmeer, er kann also zwischen den verschiedenen Planeten, auf denen die Handlung der einzelnen Romanreihen spielt, hin und her wechseln. Woher er kommt und woher er die Fähigkeiten dazu hat gehört zu den Mysterien, dessen Aufklärung Sanderson gerne in seine Handlung einwebt. Nomad strandet zu Beginn des Buches auf einem bislang unbekannten Planeten. Er ist auf der Flucht vor der „Nachtbrigade“, doch anstatt sich hier kurz ausruhen zu können bekommt er die nächsten Probleme. Das Sonnenlicht ist hier tödlich, die Bevölkerung lebt in fliegenden Städten und ist auf der permanenten Flucht vor dem Tageslicht. In diesem ewigen Schatten wird Nomad in einen Konflikt zwischen dem tyrannischen „Zunderkönig“ und einer Gruppe Rebellen hineingezogen, der so rasant erzählt wird, dass weder Nomad noch die Leser:innen zur Ruhe kommen. Zu allem Überfluss geht Nomads „Investitur“, also seine magische Kraftquelle, zur Neige und er kann seine magischen Fähigkeiten nicht zum Kampf einsetzen. Die letzten Einträge von Sanderson haben meiner Meinung nach leider in Ihrer Qualität nachgelassen. Die Entwicklung von kreativen eigenständigen Handlungen mit kleineren Anspielungen an andere Einträge des Cosmeers hin zu einer weniger subtilen Erzählweise tut den Büchern nicht gut. Jeder Figur im Cosmeer benutzt nun die gleichen Begriffe wie „Investitur“, „Atemwerteinheiten“ etc. Der Mystery Aspekt an Sandersons Schreibstil ist eine seiner großen Stärken. Diese werden hier durch pseudowissenschaftliche Erklärungen und Vereinheitlichungen kaputt gemacht. Die kosmischen Ereignisse überschatten die planetaren und lassen den Leser das Interesse an der eigentlichen Handlung der Romane verlieren. Am stärksten ist mir dies im zweiten Zyklus der Nebelgeborenen Reihe aufgefallen. Was auf Scadriel passiert erscheint einfach nicht so wichtig im Vergleich zu den vielen Anspielungen auf andere Welten und Ereignisse, während im grandiosen ersten Zyklus die Welt selbst mit ihren individuellen Besonderheiten die Bücher zu dem gemacht haben als was sie heute gefeiert werden. So ging es mir auch mit „Das Herz der Sonne“. Mein Interesse galt weniger den neuen Figuren als viel mehr den alten. Wer ist Nomad? Warum kann er nicht Kämpfen? Wer ist die Nachtbrigade und warum ist sie hinter ihm her? Der Autor schreibt gewohnt gut. Der Roman hat ein hohes Erzähltempo und springt nur von einer Action-Sequenz zur nächsten. Trotzdem kommt die Charakterentwicklung von Nomad nicht zu kurz. Für Cosmeer Fans eine Art Teaser auf das, was uns in der Zukunft der Reihe erwartet. Für neue Leser:innen ein gut geschriebener Roman, dessen rasantes Tempo allerdings über fehlende Tiefe hinwegtäuscht. Auch glaube ich, dass die vielen Cosmeer-Anteile der Handlung, vor allem die Anspielungen auf die Sturmlicht Chroniken, für Sanderson-Erstleser:innen verwirrend sein können, auch wenn diese keine Spoiler enthalten. Ich würde daher eher empfehlen „Das Herz der Sonne“ erst zu lesen, wenn man vorher zumindest die ersten 3 Nebelgeborenen Romane, die ersten 6 Bände der Sturmlicht Chroniken und „Sturmklänge“ gelesen hat. Kann man gut zwischendrin mal lesen. Kein Cosmeer-Essential.




































