
Die Gesellschaftskritik ist hier wirklich gut umgesetzt, aber das Buch zieht sich so
Auch in der heutigen Zeit gibt es keine vollkommene Gleichberechtigung in der Gesellschaft. Schon alleine die Schere zwischen Arm und Reich zeigt diese Diskrepanz. Kunkel zeigt diese Ungleichheit und treibt dies massiv auf die Spitze in der er im Berliner Grunewald das Römische Reich mit seiner Slavenhaltung wieder auferstehen lässt. Im Mittelpunkt stehen Claus und Evelyn, gehobene Mittelschicht, und Bartos und Lana, ihre Sklaven. Ich finde die Gesellschaftskritik, die Kunkel hier erzählt, wirklich gut und sie regt auch zum nachdenken an. Er geht auf Ausbeutung, sexuellen Missbrauch, Kindesmisshandlung, rechtliche Ungleichheit und Machtmissbrauch ein. Es ist also kein leichter Stoff den man hier wegsnacken könnte. ABER: Die Geschichte zieht sich so massiv. Das kommt vor allem durch die "philosophischen" Diskurse, der die Figuren hier oft in Monologen oder Dialogen nachgehen. Das macht das Buch massiv langatmig. Weniger wäre da mehr gewesen. Mein Fazit: Die Plotidee war echt gut, aber an der gut lesbaren Umsetzung hat es gemangelt.
