Starker Anfang, dann nur noch zähe Wiederholungen – nach 186 Seiten fehlte mir jede Spannung.
Ich habe das Buch nach 186 von 272 Seiten abgebrochen. Die ersten etwa 80 Seiten fand ich wirklich interessant: atmosphärisch, ungewöhnlich und stellenweise sogar spannend erzählt. Die Figur von Karl V. und die Grundidee des Romans haben mich anfangs sehr neugierig gemacht. Danach verlor sich das Buch für mich jedoch immer mehr in Wiederholungen. Viele Gedanken, Motive und innere Klagen wirkten auf mich wie endlose Schleifen derselben Aussage. Ich hatte das Gefühl, bereits früh verstanden zu haben, worauf der Roman hinausmöchte — dennoch wurden die gleichen Stimmungen und Betrachtungen immer wieder neu durchgespielt. Dadurch kippte für mich der Spannungsbogen komplett. Die Erzählweise empfand ich zudem als sehr schwerfällig und wenig flüssig. Statt Tiefe entstand bei mir zunehmend Ermüdung. Vielleicht trifft das Buch einfach nicht den richtigen Zeitpunkt bei mir. Gerade in einer Zeit, in der einem vielerorts wieder sehr dominante, alte männliche Sichtweisen begegnen, fehlte mir hier eine Perspektive, die mich emotional wirklich erreicht oder überrascht. Trotzdem kann ich verstehen, warum andere Leser:innen den Roman mögen — besonders, wenn man ruhige, philosophische und entschleunigte Literatur schätzt. Für mich persönlich war es leider zu monoton.

















