Ich bin leider so wenig in dieses Buch reingekommen, dass ich es nicht beendet habe.
Die Geschichte hat mich nicht gepackt und leider konnte ich von denen im Klappentext beschriebenen Fragen keine beantwortet wissen nach der Hälfte des Buches. Schade
Interessanter Klappentext, der leider wenig hergibt und rüberbringt als Roman. Irgendwie unausgegoren und verwirrend vom Schreibstil her, da nie ganz klar ist, wann gesprochen wird und wann nicht. Zusätzlich wird in den Erzählperspektiven hin- und hergewechselt.
Nach dem sehr guten "Babylone" leider eher enttäuschend.
Mich hat das Buch leider nicht abgeholt. Ich hab mich mit dem Schreibstil schwer getan, wurde mit den Charakteren nicht warm & der Humor war auch nicht meiner.
Schade, aber ich fand das Buch langweilig.
Ich fand es nicht fesselnd, nicht lustig. Ich bin nicht in den plot eingetaucht. Icvvkonnte keine innere Bühne dntwickeln. Schade, ich hatte mich sehr drauf gefreut.
Der Klappentext von „Serge“ verspricht Antworten auf „große Fragen“: „Was bedeutet Familie? Was heißt jüdisch sein? Wie umgehen mit Alter, Krankheit und Tod?“ Tja, was soll ich sagen, auch nach der Lektüre von „Serge“ weiß ich nicht mehr über diese Themen.
Zur Frage nach der Bedeutung von Familie: Nach Yasmin Reza ist Familie ein mehr oder weniger loser Menschenverbund aus Geschwistern samt Anhang, die sehr wenig voneinander wissen, sich nicht besonders leiden können, nicht gut miteinander umgehen, sich gegenseitig unter Druck setzen und, um Zusammenhalt zu beschwören, in unregelmäßigen Abständen in Anekdoten aus der Vergangenheit schwelgen.
Was jüdisch sein bedeutet, kann ich dem Roman beim besten Willen nicht entnehmen. Die, durchaus zentrale, Reise nach Auschwitz begründet keine jüdische Identität, sie dient der Autorin vielmehr als berechtigte Kritik an der massentauglichen Inszenierung von Gedenkstätten und dem damit verbundenen wenig sensiblen Tourismus.
Bezüglich des Umgangs mit den bedrückenden Drei - Alter, Krankheit und Tod - hat „Serge“ mir nur sehr eindrucksvoll und überspitzt dargelegt, dass Männer offensichtlich gar nicht mit diesen Themen umgehen können. Mit zunehmendem Alter offenbart sich die Unreife der männlichen Figuren stärker, im Angesicht der Krankheit werden Untersuchungen am liebsten vertagt und Tod ist etwas das eher abgewickelt und absolviert wird – wobei ich zugeben muss, dass ausgerechnet die Einäscherung der Mutter noch die „humorvollste“ Episode dieses Romans, der angeblich „bissig, zärtlich und herzzerreißend komisch“ ist, darstellt.
Bissig mag der Roman in Passagen sein, vor allem in seinem tatsächlich besten Augenblick, dem Auschwitz-Aufenthalt von Serge, seinen Geschwistern und der Nichte. Hier wird nicht nur schonungslos der Umgang mit Erinnerung und Gedenken enthüllt, sondern es kommt auch so etwas wie eine sinnvolle, durchgängige und nachvollziehbare Handlung auf – das einzige Mal im gesamten Roman. Leider ist die Reise recht kurz und mit der Heimkehr nach Paris gleitet der Roman wieder in öde, langweilig zu lesende und willkürlich erscheinende Alltagsepisoden ab, die sich vor allem durch Banalität auszeichnen.
Die Hauptfiguren dieses Romans, der Erzähler Jean und sein Bruder Serge, sind träge, langweilige, alternde Männer aus der Kategorie nerviger Onkel, neben dem man auf Familienfesten ungern sitzen würde, weil er nur an sich selbst interessiert ist und nichts geregelt bekommt, aber immer noch der verklärten Selbstwahrnehmung verhaftet ist, sehr bald ganz groß rauszukommen.
Sprachlich und stilistisch ist der Roman ebenfalls enttäuschend. Der Humor mag für viele Leute funktionieren – meiner ist es nicht, von der angeblichen Zärtlichkeit ist allenfalls auf den letzten, sehr bemühten Seiten etwas zu spüren. Diese sind dann aber inhaltlich so mit künstlicher Tragik überfrachtet, dass man den Eindruck bekommt, die Autorin hätte auf den letzten Metern an ihren Figuren noch etwas gutmachen wollen.
Eine langweilige Leserfahrung, die ich nicht weiterempfehlen kann.
Serge ist ein Roman über Familie und Erinnerung. Die drei Geschwister Jean, Serge und Nana könnten unterschiedlicher kaum sein. Dennoch begeben sie sich, nach dem Tod ihrer Mutter, auf eine gemeinsame Reise nach Polen. In Auschwitz wurden die Vorfahren ihrer ungarischen Mutter ermordet. Die drei jüdischen Franzosen machen sich also auf die Suche ihrer eigenen Vergangenheit bzw. Identität.
In der Gedenkstätte Auschwitz erleben sie, wie aus diesem Ort eine Attraktion für Touristen geworden ist. Und müssen sich selbst die Frage stellen, wie man denn überhaupt angemessen gedenken kann.
Die Autorin schafft es wunderbar, die unterschiedlichen Charaktere darzustellen. Man verfolgt sehr gerne ihre Dialoge. Oft ist es komisch, oft auch tragisch. Es gibt Spannungen und Meinungsverschiedenheiten.
Dies war mein erstes Buch von Yasmina Reza. Ich fand den Schreibstil sehr ansprechend. Am Anfang hatte ich aber meine Probleme damit, wer nun wer ist und wer mit wem verwandt ist. Das liegt daran, dass alles aus der Sicht von Jean geschrieben ist.
Der Besuch von Auschwitz und der Gedenkstätte, aus der Sicht von Jean, hat mir am besten Gefallen. Und den Schluss fand ich auch sehr geschickt.
Insgesamt fand ich das Buch sehr amüsant, tragisch und melancholisch. Keine leichte Lektüre, aber durchaus empfehlenswert.