Auf der fiktiven Insel Minger bricht 1901 die Pest aus und ein hingeschickter Quarantänearzt wird ermordet. Daraufhin sendet der Sultan seine Nichte und ihren erst vor kurzem geehelichten Mann (ebenfalls Seuchenarzt) zur Aufklärung hin. Daraufhin nehmen wir Teil an der weiteren Entwicklung der Insel.
Dieses Buch ist sehr gut geschrieben. Der Leser bleibt aber immer etwas distanziert und man schaut aus der Zukunft zurück auf die Vergangenheit. Die Erzählerin berichtet auch, dass sie Historikerin ist und die Geschichte der Entstehung des Staates Mingers aufschreiben will. Durch diese Distanziertheit baute sich nur gering ein Spannungsbogen auf und ich musste mich doch schon motivieren dieses dicke Buch durchzulesen. Dabei sind die Themen durchaus sehr spannend: Wie reagieren Menschen auf die Pest, warum halten sie sich nicht an die Quarantäne, Widerspruch Aberglaube Wissenschaft. Viele Punkte haben mich auch an die Corona-Pandemie erinnert. Auch die Entstehung des Staates Mingers war in seiner Widersprüchlichkeit sehr interessant. Fazit: für Geschichtsinteressierte auf alle Fälle eine Leseempfehlung, aber definitiv nichts zum schnell weglesen.


