Mehr persönliche Einblicke als erwartet
Ich habe Daniel Schreiber in der deutschen sobriet-Community als Vorreiter wahrgenommen. Viele der Bücher und Quellen, die ich bisher zum Thema Nüchternheit gelesen habe weisen immer wieder auf Daniel Schreiber. Aber ich muss sagen, dass man merkt, dass das Buch schon 10 Jahre alt ist. Ich bin dankbar und habe großen Respekt vor dem Werk. Die öffentliche Auseinandersetzung mit einem damals noch größeren Tabu-Thema erfordert viel Mut. Trotzdem war ich insofern vom Buch enttäuscht, dass ich mir mehr Struktur gewünscht hätte. Es wirkt weniger wie ein Aufklärungsbuch, mehr wie ein Werk der eigenen Reflexion seiner Krankheit. Vielleicht hatte ich auch nur falsche Erwartungen. Aber davon abgesehen finde ich, dass man in der 10. Auflage (2023) diskriminierende Sprache auf jeden Fall hätte bemerken müssen (z.B das „I“-Wort für „Native Americans“). Auch finde ich, dass die AA überhaupt nicht kritisch betrachtet wurden. Auch wenn sie Daniel Schreiber persönlich geholfen haben, gibt es genug Kritikpunkte, die meiner Meinung nach mindestens erwähnt hätten werden müssen. Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um ein wichtiges Buch mit einem wichtigen Thema. Trotzdem sollte man darüberhinaus weitere Inhalte zum Thema Abstinenz lesen um einen noch differenzierteren Blick zu bekommen.

























