Im Süden - James Lee Burke Die Südstaaten der USA zur Zeit des Bürgerkriegs: Die Sklavin Hannah wird des Mordes beschuldigt und verhaftet. Sie wird von der abolitionistischen Lehrerin Florence befreit und gemeinsam fliehen die beiden Frauen. Ihre Flucht ist gefährlich - überall lauern Sklavenfänger, Soldaten, Hunger und Krankheit. Zeitgleich verliert der idealistische junge Wade Lufkin bei einem von ihm angezettelten Duell durch eine Fehlzündung seiner Pistole sein Gesicht und kämpft danach gegen seine Dämonen und den Alkohol. Währenddessen verliebt sich der Gesetzeshüter Pierre Cauchon, der Hannah ins Gefängnis gebracht hat, in die ehemalige Sklavin Darla, kämpft gegen sein schlechtes Gewissen und Minderwertigkeitskomplexe. Die Handlungsstränge nähern sich immer weiter an, bis sich am Ende alle Protagonisten gegenüberstehen. Es steht viel auf dem Spiel, ein Kampf um Leben und Tod scheint unvermeidlich. Dieses Buch war eine Herausforderung. Burkes gnadenlos bildhafte Sprache führt einen direkt in die schwüle Hitze der amerikanischen Südstaaten und die brutale Realität des Bürgerkriegs. Sie ist blutig, ehrenlos und tödlich. Ich war anhand der Schilderungen nicht nur einmal schockiert, stellenweise auch angewidert. Die Ambivalenz der Charaktere war oft schwer auszuhalten. Warum ich trotzdem weitergelesen habe? Dieses Buch zeigt einen brutalen Teil amerikanischer Geschichte. Diese zu verstehen kann vor allem heute wichtig sein. Es zeigt das Böse gnadenlos ohne jegliche Südstaaten-Romantik und auch, wie nah Gut und Böse beieinander liegen und wie schnell die Grenzen verwischen. Ich kann „Im Süden“ nicht uneingeschränkt empfehlen. Wer aber historisch interessiert ist und amerikanische Geschichte verstehen möchte, sollte es unbedingt lesen.
26. Apr.Apr 26, 2026
Im Südenby James Lee Burkebtb
