Gute Geschichte über die eigenen Wurzeln und dem Gefühl der Zugehörigkeit (oder dem Fehlen davon).
Stark geschrieben, sehr „dichter“ Inhalt und nicht immer einfach zu lesen. Großer Interpretationsspielraum, interessanter Schreibstil, bei dem Ereignisse immer wieder aufgegriffen und ausführlicher dargestellt werden.
In 16 Wörtern Iran verstehen
Auch wenn ich’s durch die vielen Zeitsprünge etwas schwierig fand, liest sich das Buch sprachlich doch gut weg. Die Story hat mich jetzt nicht so sehr beeindruckt, aber das Wissen über die iranische Kultur, das Leben vor Ort und das aufwachsen zwischen und in zwei Kulturen, fand ich sehr interessant.
Die eigenen Wurzeln finden
Ich kam erstaunlich gut in das Buch rein und fand es sehr angenehm und leicht zu lesen. Es war interessant Mona dabei zu begleiten einen Teil ihrer Geschichte durch 16 Wörter zu erfahren. Tatsächlich konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Ich fand es auch interessant ein bisschen von der iranischen Kultur zu erfahren, da hätte ich gerne mehr davon gehabt. Mit den Zeitsprüngen tat ich mir auch nicht schwer, könnte aber für manch andere verwirrend sein. Im Großen und Ganzen empfand ich es als ein erfrischendes und mal ein etwas anderes Lesevergnügen.
Ruhige Geschichte über eine deutsch-persische Familie. Leider ging der grosse Knall direkt vorm Ende irgendwie ein bisschen unter. Mich hätte das Erkunden der schrecklichen Erkenntnis noch interessiert.
Sechzehn Wörter, die mich immer näher an Mona bringen Der Einstieg ins Buch war echt schwer. Die plötzlichen Zeitsprünge, die ich so erst mal nicht erkannt habe, haben mir das Gefühl gegeben, ich werd hier nie reinkommen. Und dann war es nur noch WOW! Kaum hab ich das „System“ verstanden, war ich gefangen in dem Zwiespalt zwischen der Liebe zum Land Iran und dem beklemmenden Gefühl, die ich durch die Unfreiheiten des Landes und dem Regime hier verspüre. Hab mich zusammen mit der Protagonistin Mona mit ihrer Herkunft auseinandergesetzt, dem Gefühl der Zugehörigkeit, der Identität, bin auf die Suche gegangen nach der Vergangenheit ihrer Eltern, ihrer Großmutter und ihrer eigenen. Begleitet von ihrer Mutter, besucht sie Iran um ihre Oma zu beerdigen, komme ihr selbst dadurch immer näher und zum Schluss war ich einfach nur traurig, dass es schon endet. Ein gelungener Roman, eine besondere Stimmung und absolut lesenswert. S.118 „Ich male mir aus, wie in Deutschland mein Foto die Titelseite der Bild-Zeitung ziert, „Deutsche Journalistin in den Kerkern der Mullahs“, um dann in einer Schrecksekunde darauf zu kommen, dass ich im Iran nicht als Deutsche gelte, sondern als Iranerin. Ausgerechnet im Iran, wo ich mich so deutsch fühle wie sonst nirgends.“ S.278 „ „Von einem neuen Ort angezogen werden allein reicht nicht. Der alte Ort muss einen auch wegschieben.“ […] Ich glaube […] dass man immer eher weggeschoben wird, auch, wenn man glaubt, angezogen zu werden.“
Gut zu lesen, aber irgendwie ziellos...
Es hat mir so gut gefallen! Man lernt viel über die Iranische Kultur, aber auch über die Problematik der Identität bzw. des Zugehörigkeitgefühls von Menschen, die zwar ihre Wurzeln kennen, aber im Ausland aufgewachsen sind. Das wurde meiner Meinung nach sehr großartig dargestellt. Die Erzählung ist überraschend humorvoll und ich musste einige Male sehr lachen. Die Großmutter ist ein zentrales Thema - und manche Aussagen ... aiaiai, einfach köstlich! Trotzdem schafft es die Autorin, den Ernst der Handlung zu transportieren.
Ein absolut lesenswertes Buch über die Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen, über Familie und das Leben. Anhand der Wörter erzählt die Autorin eine Geschichte in Ausschnitten, die sich oft erst in späteren Kapiteln erklären und verständlich werden.
Gut zu lesen, aber irgendwie ziellos...
Dieses Buch ist die Geschichte einer jungen Frau, die im Iran geboren ist, in ihrer Kindheit nach Deutschland gezogen ist und dort nun lebt. Anlässlich des Todes ihrer Großmutter reist sie gemeinsam mit ihrer Mutter in den Iran. Der Rückflug ist schon gebucht und doch beginnt dort ein wenig auch die Suche nach ihrer eigenen Identität, inmitten dieser beiden Länder. Und das ist auch der zentrale Punkt: Mona, ihr Leben und ihre Suche nach ihrer Identität. Das Buch ist sehr ruhig, ohne wirklichen Spannungsbogen und besteht aus sehr vielen Rückblicken. Anhand sechzehn einzelner persischer Worte, die den Kapiteln vorangestellt das Buch strukturieren, verknüpft Mona Erinnerungen – an ihren Vater, der nie wirklich in Deutschland angekommen ist, an Alltagsrassismus, an ihre Kindheit, an das Jahr, das sie im Iran gelebt hat. Und trotz des so eher flachen Spannungsbogens habe ich das Buch keineswegs als langweilig empfunden – vielmehr entpuppte sich der Schreibstil als sehr fesselnd, sodass ich ein paar Seiten lesen wollte und dann nur schwerlich von dem Buch wieder losgekommen bin. Lediglich hin und wieder hatte ich Probleme, die Gegenwart von einem Rückblick zu unterscheiden, wobei das eigentlich durch die gewählte Zeitform deutlich wird. Obgleich man die ganze Geschichte aus Monas Sicht liest und durch die Rückblicke und Reflexionen auch sehr tief in ihrem Inneren versunken ist, werden nicht alle Zusammenhänge offengelegt und manchmal weiß das Buch mit Enthüllungen zu überraschen. An der Authentizität der Geschichte habe ich dabei keinen Zweifel, denn die Autorin Nava Ebrahimi teilt wesentliche Eigenschaften mit der Protagonistin. Auch sie ist im Iran geboren und als Kind nach Deutschland gekommen, auch sie hat in Köln gelebt und Journalismus studiert. Es wird ein Bild von dem Iran gezeichnet, das ein wenig einlädt, dieses Land und seine Kultur kennenzulernen, was vielleicht manchmal etwas kritisch ist, manchmal ironisch, aber manchmal eben auch von einer unterschwelligen Sehnsucht Monas geprägt. Mit Sexualität wird relativ offen umgegangen. Besonders Monas Großmutter charakterisiert sich dabei durch sehr unverfrorene sexualisierte Sprüche und empört sich darüber, dass ihre Enkelin noch keinen Mann gefunden hat. Mona wiederum hat während ihres Jahres in Teheran mehrere Nächte mit einem verheirateten Mann verbracht, ganz unverbindlich, was kaum problematisiert wird. Fazit: Die Reise in ihr Geburtsland, dem Iran, wird für die Protagonistin auch ein wenig zu einer Identitätssuche - ein eher ruhiges, aber dennoch fesselndes Buch mit leicht poetischem Schreibstil, das ein ganz eigenes Bild von dem Iran zeichnet, aber auch das Aufwachsen in Deutschland als Migrantin reflektiert, und das nicht zuletzt durch die eigenen Erfahrungen der Autorin authentisch wirkt.











