7. Juni
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Das Buch weiß nicht so recht, was es will. Ist es historische Fiktion? Ein Thriller? Eine Anleitung zum Zeppelinbauen? Eine Liebesgeschichte? Oder alles zusammen? Überlebender Journalist des Unglückes der Hindenburg geht den Ursachen auf dem Grund und gelangt schließlich zu der Überzeugung, dass die Deutschen sich selbst sabotiert haben, weil Hitler sich von den symbolischen Friedensbringern (den Zeppelinen) gestört fühlt. Teile des Buches erzählen auch von seiner Liebesgeschichte mit einer Passagerierin namens Martha, sowie die Geschichte des Höhenruderer Boysen. Der Aufbau des Buches funktioniert dabei aber nicht: statt chronologisch vorzugehen, setzt die Handlung Ende der 40er ein, springt dann zum Anfang des 20.Jahrhunderts, um dann die Ereignisse auf der Hindenburg zu erzählen. Der spannendste Teil ist somit relativ kurzgehalten. Dazwischen schwadroniert Boetius immer wieder philosophisch, durchbricht mit seinen Vorstellungen über Liebe, Ehre oder Sonstiges den Erzählfluss. Auch der Teil zu Zeppelinen allgemein gelingt nicht. Man muss ihm zwar die lebhaften Vergleiche zugute halten aber mich haben die langen Abschnitte über die Funktionsweise nur gelangweilt und dafür gesorgt, dass ich die Funktion des Buches hinterfrage. Im Vordergrund steht immer der Zeppelin, nicht seine Passagiere oder Boysen, was schade ist, weil beide Geschichten vielversprechend anfangen. Aber die Liebesgeschichte zwischen Irene und Boysen ist schnell erzählt und wird hinter sich gelassen. Fast wirkt es so als wollte Boetius mehrere Geschichten auf einmal erzählen, während er den Mythos der Hindeburg aufklärt. Das funktioniert aber nicht so einfach.

Phönix aus Asche
Phönix aus Ascheby Henning Boëtiusbtb