
Eine außergewöhnliche Familiengeschichte
Die Farbe von Wasser von James McBride erzählt die Geschichte seiner Mutter Ruth, von ihm selbst und seinen elf Geschwistern – und damit auch eine sehr besondere Familiengeschichte. Ruth ist eine weiße, jüdische Frau, die in den 1940er-Jahren einen schwarzen Mann heiratet. Eine Entscheidung, die damals alles andere als selbstverständlich war und die ihr und ihrer Familie viel Rassismus und Ablehnung eingebracht hat. Das Buch zeigt eindrücklich, unter welchen Umständen sie gelebt haben und wie sehr diese Erfahrungen das Leben der ganzen Familie geprägt haben. Besonders berührt haben mich die Kapitel, in denen Ruth selbst ihre Geschichte erzählt. Diese Teile fand ich unglaublich stark – ehrlich, direkt und sehr bewegend. Man spürt, wie sehr sie ihre Kinder geliebt hat und wie entschlossen sie war, ihnen trotz aller Schwierigkeiten ein gutes Leben zu ermöglichen. Stellenweise fand ich das Buch etwas langatmig, aber insgesamt ist es eine sehr beeindruckende und berührende Geschichte über Familie, Herkunft und Identität. Für mich auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung – und ich bin neugierig geworden auf weitere Bücher von James McBride.




