⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5/5 Sterne
Stella ist eines dieser Bücher, das man beendet – und das trotzdem noch lange nachhallt.
Es ist schon eine Weile her, seit ich es gelesen habe, aber bis heute gehört es zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.
Die Geschichte spielt im Jahr 1942 – mitten in einer der dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte. Zwischen dem Verbot, dass Juden keine Haustiere halten dürfen, der Schließung der letzten jüdischen Schulen, den ersten Deportationen nach Auschwitz und dem Erlass von Heinrich Himmler, dass in Auschwitz nun Menschen und Tiere zu Versuchszwecken freigegeben sind, lesen wir über eine junge Liebe.
Das Buch ist so intensiv.
Während man liest, vergisst man nie, in welcher Zeit man sich befindet. Dieses bedrückende Gefühl zieht sich durch jede Seite. Gleichzeitig schafft Würger es mit seinem einzigartigen Schreibstil, eine Geschichte zu erzählen, die emotional komplett mitreißt.
Nach dem Buch habe ich direkt eine Dokumentation über Stella gesucht, weil mich die Geschichte und vor allem die reale Person dahinter nicht mehr losgelassen haben.
Ganz wichtig:
Lest unbedingt den Epilog‼️
Ich verstehe absolut, warum dieses Buch damals eine große Debatte ausgelöst hat. Die Frage, wer über diese Zeit schreiben „darf“ und wie man mit realen Personen aus dieser Epoche literarisch umgeht, ist sicher diskutabel. Aber ich persönlich finde solche Bücher unglaublich wichtig. Diese Zeit darf niemals vergessen werden. Und sie darf NIE WIEDER passieren.
Für mich war Takis Würger damals eine völlige Neuentdeckung. „Stella“ war mein erstes Buch von ihm – und danach mussten sofort alle anderen folgen, weil mich sein Schreibstil so überzeugt hat.
Ein schwieriges, bedrückendes Buch. Auf der einen Seite das große Talent des Autors das sich auch in diesem Buch wieder zeigt. Auf der anderen Seite dieses Thema um die historische Figur Stella Goldschlag und Friedrich, der sich verliebt in eine Projektion und deshalb die immer offensichtlichere Wahrheit verdrängt. Ein Roman, der sich um die Frage dreht, wie Menschen unter extremem Druck moralisch handeln oder scheitern. Der Roman kreist um Schuld, Verdrängung, Mitläufertum und die gefährliche Sehnsucht, die Realität nicht sehen zu wollen. Das Böse erscheint oft nicht eindeutig oder „monströs“. Der Roman zeigt Menschen, die gleichzeitig Opfer und Täter sein können. Gerade das macht es so verstörend. Takis Würger schreibt in einer fast emotionslosen Sprache, was das Grauen für mich noch klarer zeigt . Ich habe das Buch nur gelesen weil es von Takis Würger ist und es mir geliehen wurde. Genießen kann man diese Geschichte nicht. Ich möchte es als Warnung sehen vor Verdrängung und moralischer Passivität. Gerade heutzutage wieder eine wichtige Botschaft!
Wozu ist man bereit, um das Leben seiner Familie zu schützen?
Es tut weh, hinzuschauen und zu erkennen. Genau damit tut sich der Protagonist sehr schwer, weil es um seine Liebe Stella geht.
Ich habe jede Sekunde mit gelitten - ein emotionaler Roman basierend auf einer wahren Biografie.
Friedrich und Stella
Schein und Sein
Idealismus* versus brutale Realität
Eine Geschichte des Verrats in Berlin in Zeiten des Holocausts.
*oder Naivität ?
Bei Erscheinen hat der Roman eine heftige Literaturdebatte ausgelöst - bei einem derart fragilen Thema wie dem Holocaust sind kritische Stimmen im Grunde vorprogrammiert.
Die bereits oft gestellte Frage, wie, vllt. sogar wer, darf über den Holocaust schreiben, wurde heftigst diskutiert.
Würger bedient sich einer realen historischen Person als Protagonostin.
Hinter der Romanfigur Kristin verbirgt sich die Jüdin Stella Goldschlag, eine sog. "Greiferin" im 3. Reich, eine skrupellose
Denunziantin der eigenen jüdischen Leute, zunächst um das Leben der eigenen Eltern zu schützen.
Belegt wird dies durch Protokollauszüge aus Gerichtsakten im Kursivdruck, die die Tragik des Verrats durch Goldschlag verdeutlichen.
Warum der Autor sich ausgerechnet einer realen Person verschrieben hat, erschließt sich mir nicht unbedingt - jede x-beliebige, gleich angelegte Romanfigur, wäre ebenso authentisch gewesen ...aber das möchte ich gar nicht weiter hinterfragen.
Der Roman trägt stlistisch Würgers Handschrift, was mir bislang in all seinen Romanen gut gefallen hat.
Auch wenn Stella nicht mein Lieblingstitel des Autors ist, ist es ein unterhaltsamer, spannender Roman und e i n e Sicht, e i n e Stimme zum Thema Nazi Deutschland / Holocaust.
Den Großverriss des Buches kann ich nicht zu 100% nachvollziehen.
Kein leichtes Buch, aber sehr lesenswert und ein wichtiger Teil deutscher Geschichte.
Ich kannte Stella Goldschlag vorher gar nicht und war am Ende total schockiert als ich ihre Geschichte noch ein bisschen nachgeforscht habe.
Im Buch kommt sie zwar unnahbar rüber, aber irgendwie auch zerbrechlich. Unglaublich was sie eigentlich getan hat.
Eine junge Frau ist nicht die , die sie vorgibt zu sein . Sie ist Jüdin. Wir sind Beobachter von aussen und sehen die Geschehnisse bewusst subjektiv und verzerrt. Was „Stella“ denkt oder zu ihrem Handeln bewegt erfahren wir nicht. Das Buch wirft Fragen auf : Wie weit darf man gehen, um sich selbst und die Liebsten zu retten? Wo beginnt Schuld, wo endet Verantwortung?
Ich fand es grandios und werde sicher noch eine Weile darüber nachdenken.
Für mich war das Buch einfach ein Ärgernis und am liebsten hätte ich das Geld vom Verlag zurück gefordert. Lähmend langweilig sowohl vom Inhalt als auch vom Schreibstil. Den vom Klappen- und Rückentext angeteaserten Inhalt konnte ich bei den ersten knapp 100 Seiten nicht entdecken - was zugegebenermaßen auch schon mal eine Kunst ist, diesen bis zur in etwa der Hälfte des Buches als Autor für sich zu behalten. Warum das Feuilleton so auf das Buch angesprungen ist, habe ich bis heute nicht verstanden.
Stella von Takis Würger
In Stella erzählt Takis Würger eine Liebesgeschichte im Berlin der NS-Zeit, die sich mit Fragen von Schuld, Nähe und moralischer Verantwortung verknüpfen will. Der Roman setzt dabei weniger auf Handlung als auf Atmosphäre und Momentaufnahmen.
Was ich dem Buch klar zugutehalte, ist die Sprache. Sie ist poetisch, ruhig und sehr angenehm zu lesen, fast schwebend. Viele Sätze sind schön formuliert und erzeugen eine gewisse Leichtigkeit, die das Lesen zunächst mühelos macht. Genau diese sprachliche Eleganz hat mich anfangs getragen und neugierig gehalten.
Inhaltlich jedoch hat mich das Buch zunehmend verwirrt zurückgelassen. Für mich ließ sich keine klare Geschichte erkennen, keine nachvollziehbare Entwicklung der Handlung oder der Figuren. Die Charaktere wirkten, als würden sie jeweils für sich existieren, sich zwischendurch berühren oder begegnen, ohne dass daraus echte Beziehungen, Hintergründe oder eine erkennbare Persönlichkeitsentwicklung entstanden. Motivation, innere Konflikte oder Veränderung blieben für mich weitgehend aus.
Besonders das Ende hat diese Irritation verstärkt. Es blieb für mich unverständlich und ließ viele offene Fragen zurück, ohne dass ich das Gefühl hatte, dies sei eine bewusste erzählerische Offenheit. Insgesamt fühlte sich das Buch eher an wie eine einzelne Episode aus einem noch nicht fertigen Roman – sprachlich ausgearbeitet, aber inhaltlich erstaunlich leer. Viel Text, wenig Substanz, wenig Bewegung.
Am Ende bleibt Stella für mich ein Roman mit schöner Sprache, aber ohne erzählerische Klarheit oder emotionale Tiefe. Die ästhetische Oberfläche konnte die inhaltlichen Leerstellen nicht auffangen, weshalb mich das Buch trotz seines literarischen Anspruchs nicht überzeugt hat.
★★☆☆☆ (2 von 5 Sternen)
Nach „Für Polina“ war „Stella“ mein zweites Buch von Takis Würger. Interessant zu lesen ist es jedenfalls, vor allem auch angesichts der heftigen Kritik, der sich der Autor stellen musste. Begeistert hat mich die Lektüre allerdings nicht, dafür ist die Geschichte zu sehr in der historischen Wahrheit verankert.
Nachdenklich und beklemmend
„Stella“ hinterlässt ein Gefühl von Unruhe und vielen Fragen. Die Geschichte wirft intensiv die Frage auf, wie weit Menschen in Extremsituationen gehen – und was moralisch überhaupt noch möglich ist. Manchmal etwas holprig , aber die Wirkung bleibt.
Das war mein drittes Buch von Takis Würger und ganz sicher nicht das letzte. Ich liebe seinen Schreibstil: klar, intensiv, und gleichzeitig so feinfühlig, dass man fast vergisst zu atmen. Kaum jemand schafft es, Figuren so komplex, so widersprüchlich und menschlich zu zeichnen.
„Stella“ beruht auf einer wahren Geschichte und genau das macht das Buch so beklemmend. Es zeigt, wie nah Täter- und Opferrollen manchmal beieinander liegen und wie schwer es ist, über Schuld zu sprechen, wenn sie aus Angst, Zwang oder Liebe entsteht.
Ich fand das Buch richtig gut und würde es unbedingt weiterempfehlen, gerade weil es so wichtig ist. Und doch hätte ich mir an manchen Stellen mehr Fakten im Text selbst gewünscht – nicht als Beleg, sondern als Orientierung. Es gibt zwar ein Literaturverzeichnis am Ende, aber während des Lesens wollte ich einfach nicht raus aus der Geschichte. Dafür schreibt Würger zu fesselnd.
Ein Buch, das nachhallt, weil es keine einfachen Antworten gibt. Paradox vielleicht. Aber eine absolute Empfehlung.
"Erst wenn nicht mehr über sie erzählt wird, ist eine Epoche wirklich vergangen und mit ihr die Lehren, die wir aus ihr ziehen können."
Harte Kost aus einem etwas anderen Blickwinkel. Erzählt wird die Geschichte von Stella Goldschlag, einer Jüdin, die in die Rolle einer "Greiferin" gezwungen wurde und andere Juden denunzierte. Eine Mischung aus fiktiven (Friedrich) und realen Charaktereren (Stella).
Sehr interessant und nach wie vor ein wichtiges Thema, was nie in Vergessenheit geraten werden sollte.
Doch insgesamt hat mir was gefehlt. Trotzdem handelt es sich hier um eine wahre Geschichte. Moralisch sollte hier jeder für sich entscheiden ob richtig oder falsch war.
Trotzdem schlimm solche Szenen zu lesen…sowas sollte nie wieder passieren!!
Ich weiß nicht so recht.
Ich finde die Hintergründe sehr interessant und es unglaublich wichtig, dass man mehr darüber erfährt. Alleine deshalb halte ich auch das Buch für wichtig.
Mit der Liebesgeschichte und deren Aufbau konnte ich aber überhaupt nichts anfangen.
I N H A L T
1942 kommt Friedrich nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in verbotene Jazzclubs, trinkt mit ihm Kognak, stillt seinen Hunger nach Erfahrungen. Die beiden werden ein Paar. Bei Kristin kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft sie an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht und sagt: „Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt.“ Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Um ihre Familie zu retten, soll sie untergetauchte Juden denunzieren. Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht.
L E S E E I N D R U C K
Puh… Das Buch war anders als erwartet. Zum einen war mir nicht klar, dass es eine teils wahre Geschichte ist und ich dachte, der Fokus läge auf der (fiktiven) Liebesgeschichte. Durch den nüchternen Schreibstil war die Geschichte allerdings weniger gefühlvoll als erwartet. Die Emotionen wurden nicht rübergebracht.
Was mir aber gut gefallen hat, ist die Mischung aus Fiktion und Realem. Die Geschichte hat mich neugierig gemacht und nach einzelnen Personen recherchieren lassen: u.a. Stella Goldschlag, die sich als Jüdin in einen Außendienst der Gestapo stellen ließ und viele Juden denunzierte und Janusz Korczak, der in einem jüdischen Waisenhaus arbeitete und freiwillig die Kinder bei der Deportation in ein Vernichtungslager begleitete, obwohl das auch für ihn selbst den Tod bedeutete. Ich werde definitiv im Anschluss noch eine Dokumentation über Stella ansehen! Ebenfalls gefallen hat mir die Einteilung des Jahres 1942 in Monate und die dazugehörigen kurzen Zusammenfassungen darüber, was in der Zeit alles passiert ist, z.B. eine Familie, die Selbstmord begeht, um der Deportation nach Auschwitz zu entgehen. Oder neue Regeln, politische Veränderungen, usw. Auch interessant sowie schockierend waren die echten Ausschnitte aus Gerichtsprozessen, die gezeigt haben aus welchen lapidaren Gründen Juden festgenommen, deportiert und getötet wurden.
F A Z I T
Stella ist Täter und Opfer zugleich. Und das macht es so schwer, die Figur einzuordnen. Ihre Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar, aber irgendwie auch verständlich, denn letztendlich befindet sie sich in einer verzwickten Situation. Der Roman fällt kein endgültiges Urteil, und zeichnet die Figuren nicht nur schwarz oder weiß. Wenn ihr das Buch lest, dann lest unbedingt auch den Epilog! Das Buch regt zum Nachdenken an: Wie weit darf man gehen, um sich selbst und die Liebsten zu retten? Wo beginnt Schuld, wo endet Verantwortung?
Kann Spoiler enthalten - Falls ihr komplett unvoreingenommen lesen wollt.
1922 wurde Adolf Hitler wegen Landfriedensbruch verurteilt. James Joyce veröffentlicht Ulysses und Josef Stalin wurde Generalsekretär. Und ein Junge in Genf wurde geboren.
Friedrich wächst mit einer seltsamen Mutter und einem liebenden Vater auf. Er bewunderte von weitem die Stärke der Deutschen und wollte als junger Erwachsener nur eins. Kunst in Deutschland studieren und mit eigenen Augen sehen wie toll die Nazis waren. Doch dort angekommen, fand er das Gegenteil. Er war in das Land gekommen, weil er sich die Stärke gewünscht hat. Doch wenn das Stärke war, will er sie nicht.
Denn es ist Schwäche, die dazu führt anderen Weh tu tun.
Takis Würgers Schreibstil ist einmalig. Er beschreibt was Friedrich hier erlebt und wen er geliebt hat. Über Stella muss ich mir jetzt erst mal eine Dokumentation ansehen.
Das Buch ist wahnsinnig gut geschrieben und der Autor kann es wie kein anderen absolut trocken, sachlich und faktisch (nicht negativ gemeint) solche Gefühle rüberbringen. Dann die Gerichtsakten zwischen dem Geschehenen und was auf der Welt vor sich ging, während die Nazis Juden abgeschlachtet haben. Hier ein paar Auszüge, um das Makabre der Vergangenheit nochmal zu veranschaulichen.
Ich kann euch das Buch nur empfehlen, mich wird es nachhaltig beschäftigen. Ein Roman zwischen Realität und Fiktion.
Februar1942 - Voice of America strahlt zum ersten mal in deutscher Sprache aus. Den Juden in Deutschland wird das halten von Haustieren verboten.
Glenn Miller erhält die erste goldene Schallplatte. Walt Disney gewinnt einen Oscar.
Aus Oberschlesien rollt der erste Zug nach Auschwitz.
Mai 1942 - Mexiko erklärt Deutschland den Krieg.
In New York wird der Song "White Christmas" aufgenommen.
Reinhard Heydrich überlebt ein Attentat.
Juni 1942 - 1000 Bomber der britischen Luftwaffe bombardieren Bremen.
Die letzten jüdischen Schulen werden geschlossen. Paul McCartney wird geboren.
In München wird "Die weiße Rose" gegründet. Reinhard Heydrich stirbt an den Folgen des Attentats. Daraufhin verschleppen deutsche Polzisten als Vergeltung Kinder und Frauen ins KZ und die töten alle Männer in Lidice. Die Attentäter hatten keine Verbindung zu diesem Ort.
Juli 1942 - Der FC Schalke 04 gewinnt 2:0 gegen Vienna Wien und wird zum 6. mal Deutscher Meister. Heinrich Himmler teilt seinen Kollegen mit, dass nun Menschen und Tiere zu Versuchszwecken in Auschwitz freigegeben sind.
August 1942 - Die industrielle Produktion von Penicillin startet.
Der Leiter des Waisenhauses im Warschauer Ghetto geht freiwillig mit seinen 200 Kindern ins KZ Treblinka und lässt sich ermorden. Er trägt zwei der kleinsten auf dem Arm.
Luftwaffengrau wird die neue Farbe der deutschen Feuerwehrautos.
September 1942 - Wolfgang Schäuble wird geboren. Die KZs laufen auf Hochtouren.
Die Nationalmannschaft verliert 2:3 gegen Schweden.
Oktober 1942 - 2000 Frauen werden in Birkenau vergast.
Auf Usedom startet die erste Großrakete der Welt.
In italienischen Spielzeugfabriken werden ab jetzt Waffen hergestellt.
Dezember 1942 - Heinrich Himmler befielt die Deportation aller in Deutschland lebenden Sinti und Roma nach Auschwitz.
In Tokio wird die Oper Lohengrin von Richard Wagner aufgeführt. Die Royal Airforce beginnt Berlin zu bombardieren.
Und in zwischen all dem, lesen wir im Jahr 1942 über eine junge Liebe, zwischen der jüdischen Naziagentin und dem Schweizer, der voller Hoffnung nach Deutschland kam.
SuB Nr.85 ✍️
Stella ...
endlich kenne ich auch diese zum Teil wahren jüdischen Geschichte.
Solche Bücher sind immer etwas schwer zu lesen ,allein die Sprache in der SS Zeit ...
Hier sind wahre Aktenausschnitte in Kursivschrift dargelegt,die wirklich erschreckend und grauenhaft sind.
Wie Menschen weg kamen und warum ...
Was Menschen für Strafen bekamen ....
Dann wurde teilweise Seitenlang dokumentiert, was an manchen Tagen geschah zb. Selbstmord an seiner eigenen Familie um nicht ins Zuchthaus zu kommen ....
Oder welche grossen Menschen wann geboren wurden .. .Menschen die für andere Menschen was getan haben und leider dafür büssen mussten....
Stella ist eine jüdische Frau ....gibt sich aber als jemand anderen aus und verriet andere Juden ...hunderte ....die durch ihren Verrat starben.
Eine Geschichte die ich nicht nachvollziehen kann ,aus Stellas Sicht....trotzdem eine Geschichte die nicht vergessen werden sollte.
Ich bin froh sie gelesen zu haben.
S.210
》Frage:
Welche Schuld messen Sie sich nun selbst zu in Anbetracht Ihres abgelegten Geständnisse?《
》Antwort:
Als ich in den Zeitungen gelesen habe,dass ich soviele Frauen,Kinder und Männer ins Unglück gebracht haben soll,da hat mich das wahnsinnig beunruhigt,da habe ich mal selbst mit meinem Gewissen gesprochen und bin zur Überzeugung gekommen,dass die einzigste Schuld und das einzigste Verbrechen,welches ich begangen habe,das war,dass ich mich als Jüdin in einen Außendienst der Gestapo stellen liess.
Ich bemerke aber ,dass ohne mein eigenes Wollen ich zu diesem Gestapodienst kam.
Soweit ich mich erinnere ,habe ich alle Fälle,von denen ich wusste ,freiwillig geschildert.
Die Zeit ist aber zu lang ,um mich jeder Einzelheit genau zu erinnern.
Ich habe einstweilen keine weiteren Angaben zu machen.
8März 1946,
Kriminalkomissariat Berlin,Dienstelle KJ F -zbV-》
Noch ein Gedanke ....ihr müsst den Epilog unbedingt mit lesen !
Leseempfehlung 🩶
"Ich war ein junger Mann aus der Schweiz, der seinen Vater vermisste, der eine Jüdin liebte und dessen mutigste Tat es gewesen war, einen alten Ziegenbock von einem Berg zu tragen. Ich verstand nicht, was in Deutschland geschah, warum Bomben fielen, warum Juden gehasst werden mussten und wie ich hineingeraten war in diesen Krieg."
Takis Würgers 'Stella' wurde bei Erscheinen kontrovers diskutiert. Ich will mich gar nicht darauf einlassen, denn mich konnte der Roman nachhaltig berühren.
Ich fand das Buch sehr irritierend. Nachdem ich schon zwei Bücher von Takis Würger gelesen habe, die ich sehr mochte, konnte mich dieses Buch nicht so erreichen auch wenn ich es sehr schnell durchgelesen habe. Der Schreibstil war überhaupt nicht meins, Sätze die nicht zusammen passten und eine Hauptfigur die mir persönlich zu sympathisch gezeichnet war.
Warum habe ich so lange gebraucht, um dieses Buch zu lesen?
Die zwölf Monate in Berlin mit Friedrich haben ausgereicht ein ganzes Leben und eine traurige und schockierende Geschichte zu erzählen. Nichts melodramatisches, sondern auf den Punkt gebracht.
📚 Inhalt
Fritz erlebt eine herausfordernde Kindheit in der Schweiz in den 1920er Jahren. Als Erwachsener geht er für ein Kunststudium nach Berlin und lernt Nazideutschland kennen. Er lernt eine Frau kennen und verliebt sich in sie. Die beiden verbringen viele schöne Stunden und geniessen den Luxus, den man sich nur noch mit viel Geld leisten kann. Immer wieder erlebt Fritz Antisemitismus und weiss nicht, wie er damit umgehen soll.
Als seine Liebelei Stella ihm offenbart, dass auch sie eine Jüdin ist, bekommt er es mit der Angst zu tun. Als ihre Eltern in ein Konzentrationslager gebracht werden, möchte er mit das Land verlassen, doch Stella will ihre Eltern nicht im Stich lassen.
Fritz spürt, dass Stella ihm etwas verheimlicht. Früher oder später wird er es erfahren.
📖 Meinung
Wow, was soll ich zu diesem Buch sagen? Also zu aller erst finde ich das Cover gruselig. Die Dame erinnert mich sehr an die Darstellenden des Horrorfilms «Smile», ich kann einfach an nichts anderes denken. Das Buch habe ich bei einem Ausflug nach Mailand gefunden und es hat mich sehr angesprochen. Ich habe es praktisch direkt nach dem Kauf angefangen zu lesen. Nun war ich kürzlich in der Bücherbrocky und habe den Titel mindestens drei Mal entdeckt. Ich frage mich, ob die Titel vorher schon da war und ich sie jedes Mal übersehen habe. Denn eigentlich finde ich das Buch sehr auffällig, das es fast komplett schwarz ist. Aber sei’s drum, der Kauf hat sich jedenfalls gelohnt.
Ich mag den langsamen Einstieg in die Geschichte und mir gefiel es, Fritz besser kennen zu lernen. Die Geschichte beruht auf wahren Ereignissen, hat aber auch sehr viele fiktionale Anteile. Immer wieder findet man an den Enden der Kapitel Gerichtsakten, die aufzeigen, wie Jüdinnen und Juden ausfindig gemacht wurden, wo sie hin deportiert wurden und was mit ihnen geschehen ist.
Besonders das Ende und damit meine ich Stellas Geheimnis fand ich sehr schockierend. Ich finde es unfassbar, dass Menschen zu solchen Taten fähig sind. Es ist auf eine Art nachvollziehbar aber bei vertiefterem Auseinandersetzen finde ich, dass es keinerlei Gründe gibt, so zu handeln, wie es Stella getan hat.
Gerade in der heutigen Zeit finde ich das Thema wieder sehr aktuell und es darf nicht in Vergessenheit geraten. Fritz erlebt immer wieder Antisemitismus und spürt, wie ihm dieses missfällt. Doch er äussert sich praktisch nie dagegen.
Das Buch ist absolut lesenswert. Eine klare Empfehlung von mir.
Was für ein aktuelles Buch trotz der Vergangenheit und was für ein Twist. Es schmerzt das zu lesen und raubt einem an den Höhepunkten den Abend, so dass man aus Furcht fast nicht weiterblättern mag - aber wir können uns dem nicht entziehen und deutsche Geschichte vergessen.
Ein absolutes Highlight. Dieses Buch unterscheidet sich gänzlich von dem was ich sonst lese. Doch es war unglaublich gut. Der Schreibstiel von Takis Würger ist angenehm und tiefgreifend. Diese Geschichte ist so ergreifend und mit den ganzen wahren Geschichten die er hier aufgreift, es macht dieses Buch zu etwas ganz besonderem. Es ist schrecklich zu lesen/sehen was alles so passiert ist in dieser Zeit und man fragt sich wie es so weit kommen konnte. Doch man bekommt noch einmal eine ganz neu Perspektive
Ich liebe dieses Buch und ich würde es JEDEM empfehlen. Absolut unglaublich!!!!!
Nazikitsch, Schundroman, deprimierend schlecht – das ist nur eine kleine Auswahl an vernichtenden Urteilen über Takis Würgers Stella. Was für eine giftige Hexenjagd.
Der Wirbel um Stella hat mich neugierig gemacht, und ich habe mir übers Wochenende – eingestimmt durch den Film „Die Frau in Gold“ – das Hörbuch zu Gemüte geführt. Und ich muss sagen: unter Schundroman stelle ich mir definitiv etwas anderes vor.
Kurzinhalt
Die Geschichte wurde schon oft rezensiert, deshalb hier nur kurz: Der junge, naive Schweizer Friedrich reist 1942 nach Berlin. Er will herausfinden, was an den Gerüchten über Judentransporte dran ist. Eigentlich will er nur kurz bleiben, verliebt sich dann aber in die attraktive und rätselhafte Kristin. Sie trinken zusammen Champagner, besuchen verbotene Jazzclubs und lassen sich das Essen vom Schwarzmarkt schmecken. Doch dann verschwindet Kristin für einige Tage spurlos. Als sie zurückkommt, sind ihre Haare rasiert und sie weist zahlreiche Verletzungen von erlittenen Folterungen auf. Kristin ist Jüdin und heisst in Wahrheit Stella. Erst nach und nach findet Friedrich heraus, dass sie seit ihrer Gefangennahme versucht, ihr eigenes Leben und das ihrer Eltern zu retten, in dem sie andere Juden an die Gestapo verrät. In die Geschichte um Stella und Friedrich webt Würger Zeugenaussagen aus den Prozessakten ein und kurze Aufzählungen von Ereignissen der jeweiligen Monate, in denen der Roman spielt.
„Wie konnte ich so naiv sein? Fragt man sich das nicht immer, wenn man zurück schaut?“
Ich muss sagen, mir hat der Roman sehr gut gefallen. Ich mag Würgers reduzierten Schreibstil, die Art, wie er seine Bilder malt. Seine zurückhaltende Erzählweise, die Annäherung an Stella Goldschlag, ohne Partei zu ergreifen, ohne zu erklären. Gerade darin erscheint mir der Wert dieses Romans, dass er Fragen aufwirft, zum nachdenken, nachforschen und weiterlesen anregt. Stella bleibt rätselhaft, undurchsichtig, schwer fassbar. Das zeugt vom Respekt des Autors vor der realen Figur der Stella Goldschlag. Er masst sich nicht an, ihr Handeln erklären zu wollen oder sie gar zu verurteilen, und lässt den Leser mit ambivalenten Gefühlen zurück.
Dass er die Geschichte über Stella aus der Sicht des naiven, farbenblinden, verliebten Friedrichs erzählt, hat mich nicht gestört. Je länger ich darüber nachdenke, desto genialer erscheint mir diese Erzählperspektive. Denn dadurch erfahren wir nicht, wir es in Stellas Innerem ausgesehen hat. Ich hätte es unseriös, kitschig und als Schund empfunden, hätte sich Würger über Stellas Innenleben ausgelassen. So scheint es, als wollte er sich und den Leser fragen, was wohl in ihr vorgegangen sein mag. Eine äusserst zurückhaltende und bescheidene Art, über eine Figur wie Stella zu schreiben.
Ich habe es auch nie so empfunden, dass Würger hier auf Kosten des Holocausts eine billige Liebesgeschichte auftischt. Im Gegenteil. Mir scheint, er will den Holocaust und Stellas Schicksal auf Kosten einer Liebesgeschichte erzählen. Und das finde ich ein gelungener Kunstgriff. Ja, Stella ist auch eine Liebesgeschichte, und als solche stellenweise sentimental. Aber kitschig? Nicht wirklich. Die Liebesgeschichte ist in meinen Augen das Fundament, auf dem Würger den Holocaust und eine Periode aus dem Leben der Stella aufbaut. Weder der zweite Weltkrieg noch der Verrat von Stella werden dabei vernachlässigt. Klar, Stella ist ein Roman, keine Biografie. Steht ja auch auf dem Cover drauf. Eine Biografie gibt es schon.
Ich kann nicht nachvollziehen, dass sich so viele Leser und Feuilletonisten derart schwer tun damit, dass Takis Würger der realen Stella eine fiktive Liebesgeschichte andichtet. In vielen historischen Romanen werden Figuren zu realen dazu gestellt, fiktive Liebesgeschichte zu realen Begebenheiten dazu gemischt. So zum Beispiel bei Daniel Kehlmann, Eveline Hasler, Philipp Vandenberg oder Liv Winterberg. Selbstverständlich muss man das nicht unbedingt mögen. Aber derart verwerflich ist das doch auch wieder nicht. Ich selber bin zwar auch hin und her gerissen, was ich von solcherlei Mischungen halten soll. Bei Liv Winterberg beispielsweise hat es mich gestört. Bei Würger nicht, weil ich in Friedrich gelungenes Symbol für all die Menschen sehe, die vor dem Holocaust den Kopf in den Sand gesteckt haben.
Ich finde das Buch sehr gelungen, wichtig und empfehlenswert!
"Wir zahlten Schwarzmarktpreise und assen Austern und Bienenstich. Wir tranken Cognac, zeichneten mit Kohle, hörten Swing. Und selten tanzten wir. Manchmal schafften wir es, Stellas Eltern zu vergessen. Wir machten uns schuldig. Jeder auf seine Art."
Gehört im Februar 2019
Nachtrag 18.2.2019:
Eine differenzierte, empfehlenswerte Besprechung von Stella habe ich hier (https://literaturkritik.de/wuerger-stella-candide-berlin-1942-takis-wuerger-erzaehlt-stella-wie-naivitaet-schuld-aufeinanderprallen,25359.html) gefunden:
Die daraus entnommene Beurteilung kann ich voll und ganz unterstützen:
Würger [hat] mit Stella einen in ästhetischer Hinsicht gut konzipierten und ausgeführten Roman vorgelegt. Die hohe atmosphärische Dichte in der Fiktion, immer wieder destruiert und in Frage gestellt mittels Konfrontation mit den Prozessakten und den summierten historischen Fakten, unterstreicht die Ambivalenz der historischen Figur Stella, ohne ihr die Schuld zu nehmen. Würger erweist sich darüber hinaus als Meister der Parataxen und lakonischen Dialoge, die den Roman sprachlich leicht, aber paradoxerweise alles andere als einfach machen (was aber eine einfache Lektüre nicht ausschließt). So kann man in letzter Konsequenz dafür plädieren, sich auf die Konstruktion (des zweifelsohne kulturindustriell geprägten) Ästhetischen einzulassen.
Meine Gedanken zum Buch:
Selten greife ich zu einem Buch, das Feuilletons kontrovers diskutiert wird und noch seltener zu einer Geschichte aus der Kriegszeit. Doch bei „Stella“ wurde ich neugierig, insbesondere als die Erben der publizistischen Persönlichkeitsrechte von Stella Goldschlag forderten, Stellen in diesem Roman schwärzen zu lassen. So etwas passiert nur noch ausgesprochen selten und ich wollte mir selbst ein Bild machen.
Das zentrale Thema
Der Titel will uns weismachen, diese Erzählung handle von der historischen Figur Stella Goldschlag, zumal auch ihr Antlitz auf dem Cover abgedruckt ist.
Doch eigentlich steht hier etwas ganz anderes im Vordergrund. Alles dreht sich um die Frage „Was ist Wahrheit?“ oder „Wann wird etwas zu einer Lüge?“.
Würger greift diese Thematik schon sehr früh auf, als sein Protagonist sich zu einem Dummjungenstreich bekennt und dabei feststellen muss: „Manchmal tut es weh, wenn man das Richtige tut“ (S. 23).
Im Laufe seiner stetigen Suche nach Wahrheit („Jemand muss die Gerüchte von der Wirklichkeit trennen“, S. 34) begegnet Fritz unterschiedlichen Facetten der Realität. Er lernt junge Leute im Krieg kennen, die nach das Verbotene kosten und tagsüber Teil der Gewaltmaschinerie sind. Er beobachtet sein eigenes Tun mit Verwunderung („Ich fragte mich, warum ich den Degen in die falsche Hand genommen hatte und ob das eine Lüge war“, S. 75) und lernt schließlich Stella kennen, eine Frau voller Widersprüche, die er in seiner Naivität und Unbefangenheit jedoch erst sehr spät entdeckt.
Letzten Endes gelangt Fritz zu der deprimierenden Einsicht: „Das Leben formt uns zu Lügnern“ (S. 208).
Diese These wird gestützt von der zweiten Hauptfigur…
Stella
An Stella stoßen sich seit jeher die Geister, fragt man sich doch, wie sie als Jüdin die eigenen Leute verraten konnte, selbst als die Situation, die sie dazu gezwungen hatte, vorüber war.
Aber diese Frau lernen wir in diesem Buch gar nicht gut genug kennen, um ums eine Meinung über sie bilden zu können. Wir sehen sie vielmehr durch die rosarote Brille von Friedrich, dessen erste große Liebe sie wohl sein dürfte und dessen Leichtgläubigkeit das Bild von ihr stark verklärt.
Die reale Person Stella Goldschlag wird hier allerhöchstens angedeutet. Wir sehen eine mögliche Version einer möglichen Liebesbeziehung inmitten eines Krieges.
Nun kreidet man dem Autor genau aus diesem Grund an, er habe die Schuldfrage heruntergespielt, was er in Interviews jedoch weit von sich weist.
Problematisch ist allerdings, dass er sich eines erzählerischen Mittels bedient, das genau diese Gefahr heraufbeschwört.
Fakt und Fiktion
Takis Würger vermischt in „Stella“ konsequent Fakten mit Fiktion, beginnend mit dem Cover, dem Setting und schließlich der Erwähnung tatsächlich stattgefundener Ereignisse und Auszügen aus real existierenden Akten.
Eigentlich hat Würger so sein eigenes Genre erschaffen.
Was man üblicherweise bislang aus der Literatur oder auch dem Film kennt, entstammt in erster Linie dem SciFi-Bereich, nennt sich „Alternate History“ und stellt sehr deutlich erkennbar ein Gedankenspiel dar: Was wäre passiert, hätte sich die Geschichte anders entwickelt?
Hier gibt es zwar eine Anlehnung an Fakten, die aber eine eher symbolhafte Rolle spielen. Das Verhältnis von Fakten zu Fiktion fällt zugunsten der Fiktion aus.
„Stella“ ist ein recht kurzer Roman, in den so viele Fakten verwoben werden, dass das Verhältnis zur Fiktion ins Wanken gerät.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass so viele LeserInnen nun die „falsche Darstellung der Realität“ anmahnen und die Figur Friedrich mit der Person des Autors gleichsetzen.
Würger ist mit diesem erzählerischen Mittel ein großes Wagnis eingegangen, sollte man als Schreibender doch stets darauf achten, dass die erschaffene Welt in sich stimmig ist. Hier bewegt sie sich zu nah an der Welt des Lesenden und unterliegt deswegen nicht mehr unbedingt der fiktiven sondern eher der realen Logik.
Diese schriftstellerische Entscheidung wurde folglich zum Auslöser der öffentlichen Diskussion über „Stella“ – Fakten und Fiktion lassen sich für die LeserInnen nicht klar voneinander trennen und das gesamte „Kunstwerk“ wird nun infrage gestellt.
Alles andere
Man mag den erzählerischen Kniff „ungeschickt“ oder Marketing“ nennen, er lenkt letzten Endes jedenfalls genug davon ab, dass der fiktionale Teil der Erzählung an so einigen Schwächen leidet.
Wieso, beispielsweise, erfahren wir vom besonderen Geruchssinn von Friedrich, wenn das überhaupt keine Rolle in der weiteren Geschichte spielt?
Warum nimmt die Kindheit des Protagonisten einen so großen Teil ein, wenn auch so genügend zur Geltung kommt, dass Fritz gutgläubig und naiv ist?
Wieso treten zwei behinderte Kinder auf, die am Rande erwähnt werden?
Sehr viele dieser Erscheinungen sollen vermutlich Symbole für den Charakter oder die Situation des Protagonisten sein, wirken aber im Zusammenhang mit einer verkünstelten Sprache insgesamt zu überladen.
Weder Friedrich noch Stella haben am Ende etwas aus ihrer Beziehung gelernt oder mitgenommen, sie trennen sich so schnell wie sie sich begegneten, sodass es eigentlich nur eine bedeutungslose Liebesgeschichte vor bedeutsamer Kulisse ist.
Mein Fazit
„Stella“ von Takis Würger ist definitiv kein Buch, das man gelesen haben muss, wenngleich die Thematik „Wahrheit und Lüge“ interessant behandelt wurde.
Sinn des Werkes erschließt sich mir nicht... Beim nächsten Mal wäre eine Dokumentation besser!
Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
Ich kannte bereits die Geschichte von Stella Goldschlag und war interessiert, wie der Autor sie darstellen würde.
Cover:
Das Cover ist leider nicht so mein Fall... Mir ist vorhin aufgefallen, dass es das Buch theoretisch auch auf Vorablesen.de gab, da habe ich es aber übersehen. Ich finde es eher langweilig und hätte mir vielleicht noch was anderes als nur den Kopf gewünscht. "Stella" könnte ja theoretisch jeder sein.
Inhalt:
Friedrich kommt 1942 nach Berlin um dort die Wahrheit über den Krieg zu finden und um eine Kunstschule zu besuchen. Dort trifft er auf Kristin, die ihm hilft, dass es so wirkt als wären sie nicht im Krieg. Kristin schleicht sich jedoch immer weg und kommt sogar eines Tages mit etlichen Striemen am Körper zurück.
Handlung und Thematik:
Es handelt sich hierbei um ein sehr ernstes Thema, da Stella Goldschlag untergetauchte Juden denunziert hat und somit an ihrem Tod beteiligt war. Der Autor hat zwischendrin immer wieder Protokolle zu den Verhaftungen der Opfer mit eingebaut. Diese Protokolle sorgen zwar dafür, dass man in die Stimmung dazu kommt, es würde aber auch reichen, wenn nicht wirklich die Namen der Opfer genannt werden würden. Die Handlung an sich ist leider nicht ganz so fesselnd wie erwartet sondern plätschert nur so dahin.
Charaktere:
Friedrich ist ein armer Junge, ihm ergeht es in seiner Kindheit nicht gerade gut. Auch seine Eltern stehen nicht hinter ihm, seine Mutter trinkt und sein Vater reist viel. Anfangs hatte ich Mitleid, aber ich wurde irgendwie nicht wirklich mit ihm warm. Er ist naiv und ohne Hirn unterwegs.
Kristin wirkt irgendwie kalt, hirn- und gefühllos. Auch ihre Gesprächsdialoge waren nicht wirklich sinnhaft.
Schreibstil:
Leider konnte mich der Schreibstil des Autors gar nicht fesseln. Zu Beginn war es toll, die einfachen Sätze und auch das Kurze half, dass man sich in Friedrichs Leben hineindeckt. Mit der Zeit war es aber viel zu wenig. Obwohl das Ganze aus der Ich-Perspektive von Friedrich geschrieben wurde, kamen absolut Null Gefühle oder Gedanken vor. Auch Stellas Hintergründe wurden nicht erläutert.
Persönliche Gesamtbewertung:
Leider ein sehr enttäuschender Roman! Mir erschließt sich im Nachhinein nicht, was der Autor mit diesem Werk bezwecken wollte. Man konnte weder Stellas mögliche Hintergründe erkennen, noch konnte man Friedrich verstehen, der ja mit ihr zusammen war. Wegen der Opfer-Erwähnungen in den Protokollen laufen aktuell ebenso hitzige Diskussionen, dies war das Einzige, das einem wirklich das Gefühl des zweiten Weltkrieges und der Ungerechtigkeiten gegenüber der Juden näherbringen hätte können und wenn ich sowas will, lese ich eine Dokumentation. Leider absolut gar nicht mein Fall. Keine Empfehlung von mir!
Ein sehr eindrücklicher Roman, der viele Fragen aufwirft. Obwohl im Zentrum der Geschichte eine reale Person steht, sollte man sich darüber bewusst sein, dass es sich nach wie vor um eine fiktive Auseinandersetzung mit der Person Stella Goldschlag handelt. Sie ist sicherlich kein Charakter der hier mit besonderen Sympathie rechnen darf. Dennoch wirft der Roman bei aller Grausamkeit für mich im Zentrum zwei interessante Fragen auf: 1. Wie weit würde jeder gehen, um seine Familie zu retten? 2. Kann man eine Person, die sich auf diese Art schuldig gemacht hat, lieben? Der Roman findet hier seine ganz eigene Art von Antworten. Ich fand die Art und Weise, wie hier die unterschiedlichen Personen beschrieben wurden sehr eindringlich und ich hatte sie sehr klar vor Augen stehen. Diese Geschichte wird mich mit Sicherheit in den nächsten Tagen gedanklich noch weiter beschäftigen.
Der 23 jähriges Friedrich ist Schweizer und beschließt 1942 nach Berlin zu reisen. Er möchte sich diese starken Deutschen aus der Nähe ansehen. Dort begegnet ihm Kristin und die beiden beginnen eine Liebesbeziehung. Bis sie ihm eines Tages gesteht dass sie eigentlich Stella heißt und Jüdin ist.
Zuerst hat mich einfach der Klappentext angesprochen und die Tatsache das es besagte Stella wirklich gab. Dann habe ich erfahren das dieses Buch eine ziemlich intensive Diskussion hervor gerufen hat. Ich möchte im Folgenden erklären wie ich dazu stehe.
Ich möchte mit dem 'besten' Teil des Buches beginnen, der Schreibstil. Ich liebe einen solchen rasanten und kompakten Stil. Zum einen liest sich das Buch aus dem Grund sehr schnell und zu anderen unterstützt es die Art der Geschichte.
Der Schreibstil ist also der große Pluspunkt des Buches für mich.
Auch der Gedanke hinter der Geschichte ist sehr interessant. Stella fand ich sehr spannend vom ersten Moment an. Das ihre Geschichte auf wahren Begebenheiten basiert macht das Ganze besonders erschreckend.
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Hier kommen wir aber zu dem Problem mit dem Buch. Die beiden Protagonisten!
Beginnen wir mit Friedrich. Allein die Vorstellung 1942 nach Berlin zu reisen 'um sich das Ganze mal anzuschauen' als wäre der zweite Weltkrieg eine Theatervorstellung. Ich kann mir tatsächlich vorstellen das es so 'blauäugige' reiche Jünglinge gab die das Ganze nicht greifen konnten. Doch als Leser war ich entsetzt über die Belanglosigkeit die der Krieg für ihn zu haben scheint.
Doch mit Friedrich hätte ich leben können. Denn er ist fiktiv. Und in der Beziehung müssen Autoren freie Hand haben. Das ist der tiefste Kern der Literatur. Schriftstellerische Freiheit.
ABER das gilt nicht für Stella. Stella ist eine reale Person und wenn man sich mit ihr nach dem Lesen des Buches befasst zu sympathisch dargestellt.
Nun auch hier kann man anbringen dass ich persönlich Stella nicht kenne und mir daher kein Urteil erlauben könne wie sie richtig oder falsch dargestellt ist. Korrekt.
Doch verstehe ich die Kritiker die sagen: So sollte man nicht über den Krieg schreiben.
Stella, die echte, war antisemitisch, sie hätte wenn sie könnte ihre jüdischen Wurzeln sofort gegen arische ausgetauscht und hat auch nach dem fehlenden Druckmittel mit den Nazis zusammen gearbeitet.
Ich hätte das Buch gut gefunden, wenn Stella als die dargestellt worden wäre die sie war. Wenn das Buch ihren 'Verrat' kritisch betrachtet hätte.
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Toll geschrieben, doch für mich zu weit von der wahren Person entfernt.
Ein kleines aber sehr feines Buch. Eine sehr berührende, in Teilen fiktive Geschichte über die historische Person Stella Goldschlag, die mir vorher nicht bekannt war. Emotional anstrengend, da die Nazizeit ein schwieriges Thema ist, in dem so viele Gräueltaten geschehen sind und auch hier werden die Leser nicht geschont. Takis Würger hat einen sehr eigenen Schreibstil, sehr kurze aber inhaltlich sehr tiefe Sätze. Er erzählt ohne zu werten, so dass man als Leser trotz der Kürze des Buches viel zum Nachdenken hat. Die Charaktere sind facettenreich und meist nicht schwarzweiß. Ich hätte mir vielleicht noch ein paar Seiten mehr gewünscht für noch etwas mehr Tiefe der Geschichte und Personen.
Oh mein Gott! Ich hatte mir ja schon beim lesen der Inhaltsangabe gedacht, dass wird harter Stoff zum Lesen werden und es war echt hart. Manchmal unerträglich.
Aber das Ende! Das Ende war der absolute Hammer! Mit genau so einer Wendung hätte ich definitiv nicht gerechnet.
Toller Roman, aber definitiv Punktabzug für die Benutzung des N-Wortes. Auch wenn es ein historischer Roman ist und vermutlich die damalige Sprache widerspiegeln sollte, hätte es zumindest eine Bermerkung/Einordnung geben müssen. Wenn man schon meint es ausschreiben zu müssen.
Ich fand das Buch gut aber ich hatte Probleme mich mit den Charakteren des Buches anzufreunden und weiß bis jetzt nicht nicht ganz was ich von Stella halten soll. Aber die Geschichte die erzählt wurde war sehr bewegend und ich hätte mir noch ein paar Seiten mehr gewünscht um noch mehr über die Geschichte zu erfahren.
Sehr schockierend und berührend. Hatte gar nicht so hohe Erwartungen an das Buch, aber es hat mich total begeistert. Muss unbedingt mehr von dem Autor lernen
Zum Buch:
Friedrich ist 1922 in der Schweiz geboren und lebt mit seinen Eltern in einem Haus am Genfer See. Als der zweite Weltkrieg in vollem Gange ist, hört er ein Gerücht über einen Möbelwagen, der in Berlin Juden einsammelt. So reist er nach Berlin und die Wahrheit zu suchen und findet Stella, die unter dem Pseudonym Kristin in Berlin lebt.
Meine Meinung:
Ich las den KlappenText nicht und war nur wegen den total unterschiedlich Meinungen neugierig auf das Buch. Nachdem ich las, dass Takis Würger eventuell verklagt wird, wollte ich mir eine eigene Meinung bilden. Ich brauchte bestimmt die Hälfte des Ncihes, bis ich endlich verstand, wer Stella ist, mit Klappentext hätte ich es von Beginn an gewusst.
Die Geschichte hat mich teilweise sehr berührt, vor allem die "Tatsachenberichte" der Juden, was ihnen zugestoßen ist, wieviel sterben müssten, wie wenig überlebten.
Friedrich/Fritz fand ich ein wenig farblos und total unbedarft. War es, weil er in der Schweiz aufgewachsen ist, oder war es ihm tatsächlich so egal, wie andere Menschen gelitten haben. Stella hingegen war egoistisch, wie es ein Mensch im Krieg mit großet Wahrscheinliche ist, wenn er genau weiß, sein Leben steht auf dem Spiel. Daher fällt es mir sehr schwer, das Buch zu beurteilen.
Ich kann es nicht gutheißen was Stella hat, ich kann es aber auch nicht verurteilen.
Alles in allem war das Bcih dann doch nur Mittelmaß, denn ich hätte sehr gerne gehabt, dass es mehr in die Tiefe geht. So war es eine Erzählung ohne Teofgang, das aneinanderreihen von Ereignissen, völlig belanglos erzählt.
Fast wie ein Geschichtsbuch.
„Stella“ von Takis Würger wurde mir nichtsahnend ausgeliehen. Ich hab es innerhalb weniger Tage verschlungen.. wow, was ein Buch. Ich habe ja schon „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink sehr gemocht. Auch hier treffen wir wieder auf eine Kriegsverbrecherin, in die sich der Protagonist verliebt. Ich kann die Kritik, die viele äußern, dass man solche grausamen Taten nicht zu Unterhaltungszwecken ausbeuten sollte, nachvollziehen. Jedoch hätte ich mich niemals näher mit sogenannten „Greifern“ zu Zeiten des 2. Weltkriegs beschäftigt, wäre ich nicht auf dieses Buch gestoßen. Man muss sich dessen bewusst sein, dass es sich um einen fiktiven Roman handelt, der zwar wahre Elemente beinhaltet, aber noch lange nicht die Wirklichkeit wiedergibt. Großer Tipp: lest mal den Wikipedia Artikel zu Stella Goldschlag.
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Sprachlich ist an dem historischen Roman nichts auszusetzen, er ist geprägt von viel wörtlicher Rede und einigen wiederkehrenden Motiven (einzig die Farbenblindheit geht im Laufe der Handlung leider unter). Der Erzähler mag naiv und feige sein, doch gerade das hilft dem Leser, Stellas Geheimnisse selbst aufzudecken. Die Frage, wie weit man gehen würde, um seine Liebsten und sich selbst zu schützen, kann man sich manchmal auch heute noch stellen. Einige moralische Koflikte aus „Stella“ werden mich sicherlich noch lange gedanklich begleiten.
Was für eine Geschichte! Sie beginnt recht harmlos mit einem jungen Schweizer, der 1942 in einer Berliner Kunstschule Kristin kennenlernt und hofft, dass der Krieg ihn nicht einholt. Die junge Frau bleibt nicht nur für Friedrich sehr geheimnisvoll. Auch der Leser fragt sich immer wieder, wer Kristin wirklich ist. Schließlich kommt raus, Kristin ist Jüdin und heißt eigentlich Stella.
Takis Würger nimmt uns Leser mit in verrauchte Clubs, auf Feiern der Nationalsozialisten und lässt uns immer wieder den Atem anhalten, denn Stella wird enttarnt und muss einen Pakt mit der Gestapo eingehen, um zu überleben.
"Stella" - spannend geschrieben, aufwühlend mit vielen Fakten zu Beginn und am Ende eines Kapitels. Ein außergewöhnliches Buch, dass ich nie vergessen werde.
Ich habe bereits zwei Bücher des Autors gelesen und beide sehr sehr gerne gemocht. Auch thematisch war ich mir sicher, dass ich dieses Buch toll finden würde. Es spielt zu der Zeit des Nationalsozialismus und Bücher aus diesem Bereich lese ich immer „gerne“, weil ich es so wichtig finde. Darüber hinaus habe ich öfter gehört, dass dieses Buch ziemlich polarisiert und für einige Debatten gesorgt hat. Das finde ich nach wie vor super spannend.
Ich positioniere mich dahingehend auf der Seite, die für eine Erzählung dieser Perspektive spricht. Es basiert auf wahren Begebenheiten und ich finde die Inhalte des Buches wichtig, weil eben auch unübliche Sichtweisen vertreten werden, die es aber auch wert sind, erzählt zu werden. Nur leider fand ich die Umsetzung einfach nicht so gelungen. Ich hätte mir sehr viel mehr Einblicke in die Gedankenwelten gewünscht. Das ganze wurde irgendwie oberflächlich abgehandelt und ich habe nicht immer folgen können. Der Schreibstil des Autors, von dem ich sonst so schwärme, war hier teilweise zu viel. Zu gewollt. Auch wenn ich am Anfang noch Feuer und Flamme war, hab ich die Protagonist*innen nach einiger Zeit gar nicht mehr greifen können. Das ist schade, weil eigentlich so viel auf dieser charakterlichen Ebene stattfindet.
Außerdem gab es immer wieder Aufzählungen von Geschehnissen, von denen nur einige in die Geschichte gepasst haben. Andere waren komplett irrelevant.
Ich werde weiterhin zu Büchern des Autors greifen, bin aber dennoch enttäuscht, dass mich dieses Buch trotz des Themas nicht abholen konnte.
Als Friedrich, ein junger, in sich gekehrter, künstlerisch begabter Mann im Jahr 1942 aus der Schweiz nach Berlin reist, um dort die Wahrheit zu finden, ahnt er nicht, dass sich sein Leben für immer verändern wird. Denn er trifft dort auf eine hübsche Blondine, eine kesse Berlinerin, die sich im als Kristin vorstellt und die er sich Hals über Kopf verliebt. Sie zeigt ihm die verbotenen Jazz-Spelunken Berlins, macht ihn mit Tristan von Appen, einem Lebemann – und SS-Offizier – bekannt. Doch schlagartig ändert sich alles, nachdem Kristin mitsamt ihrer Familie gefangen genommen und ins Lager Große Hamburger Straße gebracht wird. Denn Kristin heißt in Wahrheit Stella Goldschlag und ist Jüdin. Um sich und ihre Familie zu retten arbeitet sie ab diesem Zeitpunkt als „Greiferin“ und geht täglich für die Nazis auf Jagd nach Juden.
Von der Kritik wurde Stella verrissen, zu romantisch die Liebesgeschichte, zu schwach die Frage nach der Schuld, überhaupt kann man sich einem solchen Thema nicht auf diese Art nähern.
Mich persönlich hat Takis Würger mit seinem Roman gefesselt. Ich fand es faszinierend, wie er in 12 Kapiteln – für jeden Monat des Jahres 1942 – die unfassbare Geschichte der Stella Goldschlag und das Leben im Berlin jener Zeit, eingebettet in eine fiktive Liebesgeschichte und immer wieder unterbrochen durch Vernehmungsprotokolle, erzählt hat.
Für mich ein absolut lesenswertes Buch.